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Wegen der anfallenden Kosten: Kaum mehr Nachfrage nach Corona-Tests

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Von: Theresa Kuchler

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Deutlich weniger Testwillige kommen seit Montag zur Corona-Teststation nach Oderding.
Deutlich weniger Testwillige kommen seit Montag zur Corona-Teststation nach Oderding. © Theresa Kuchler

Erheblich weniger Testungen auf das Coronavirus werden in den Teststationen des Landkreises durchgeführt, seit die meisten Probanden zur Kasse gebeten werden. Im Vergleich zu den Vorwochen hat sich die Zahl der anfallenden PCR- und Schnelltests mehr als halbiert.

Landkreis – Nur noch wenige Menschen warten vor den verbliebenen Corona-Teststationen in Weilheim-Schongau darauf, dass ihnen ein Nasenabstrich entnommen wird. Am Montag ist das Angebot kostenloser Antigen- und PCR-Tests entfallen – was sich erheblich auf deren Nachfrage auswirkt.

Die Apothekerin Nina Hasenbalg-Glas blickt auf die vereinzelten Probanden vor ihrer Corona-Schnellteststation am „Daller“-Parkplatz in Oderding. „Die Absperrungen können wir dann jetzt wohl auch entfernen“, sagt sie. Dass die Bänder, die einst für Abstand in der Warteschlange vor dem Test-Häuschen sorgten, nicht mehr nötig sind, erscheint bei der aktuellen Entwicklung nachvollziehbar: Mindestens 50 bis 60 Prozent weniger Testungen seien in Oderding seit Montag angefallen, schätzt Hasenbalg-Glas.

Rund die Hälfte der Testwilligen zählen der Weilheimer Apothekerin zufolge zu den Anspruchsberechtigten – wie Kinder unter zwölf Jahren, Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen – und erhalten die Schnelltests nach wie vor kostenlos. Die anderen, die sich in Oderding auf das Coronavirus testen lassen, müssen 18 Euro pro Abstrich bezahlen. „Die Leute sind aber immer noch gut drauf“, meint eine Mitarbeiterin der Teststation. Beschwerden über die anfallenden Kosten habe es noch keine gegeben.

Die Konsequenz: Reduzierte Öffnungszeiten

Bleibt die Nachfrage weiterhin so gering, wird die Oderdinger Station ihren Betrieb zukünftig einschränken müssen. „Bis jetzt hatten wir ganztags offen. Ich denke, wir werden bald kürzer aufmachen und eine Pause zur Mittagszeit einlegen“, so Hasenbalg-Glas. Immerhin müsse sich die Teststation auch wirtschaftlich tragen. „Nächste Woche machen wir Kassensturz, dann sehen wir weiter.“ Für genaue Informationen zu künftigen Öffnungszeiten verweist die Apothekerin auf die Homepage der Karwendel-Apotheke.

Auch die Corona-Teststation an der Schongauer Straße in Peißenberg, die von der St. Ulrich-Apotheke geführt wird, spürt einen starken Rückgang in der Nachfrage nach Schnelltests. „Man kann auf jeden Fall sagen, dass es ein Minus von rund zwei Dritteln ist“, vergleicht Philipp Kircher von der Peißenberger Apotheke die aktuelle Situation mit den vorangegangenen Wochen. „Es kommen inzwischen nur noch diejenigen, die wirklich einen Test brauchen“, erklärt er. Die Menschen, die sich bislang „zur Sicherheit“ auf das Coronavirus haben testen lassen, fielen nun weg.

Man will nicht, dass die Menschen lange Strecken auf sich nehmen müssen

Wie in Oderding macht man sich auch in Peißenberg Gedanken über künftige Einschränkungen im Betrieb der Teststation. „Im ersten Schritt werden wir wohl die Öffnungszeiten reduzieren“, so Kircher. Man sei sich in der Apotheke aber im Klaren darüber, dass viele Menschen auf das Testen angewiesen sind. „Die Leute sollen ja nicht bis nach Starnberg oder München fahren müssen.“ Das Problem sei aber auch hier, dass eine gewisse Zahl an Tests durchgeführt werden muss, damit das Testzentrum weiter offen bleiben kann. „Wir müssen wirtschaftlich zumindest bei Null rauskommen“, meint der Peißenberger Apotheker.

Ausschließlich kostenfreie Tests für Anspruchsberechtigte gibt es im Corona-Testzentrum am Volksfestplatz in Weilheim. Seit Montag sei auch dort deutlich weniger Betrieb, so eine Mitarbeiterin der vom Landkreis betriebenen Testzentrums. Das habe am Wochenende noch ganz anders ausgesehen: Gut dreihundert Testungen seien durchgeführt worden – vor allem an Jugendlichen, die in den Club gehen wollten. Diese Zahl sei aber ein Extrembeispiel.

Am Schongauer Marienplatz nun auch PCR-Tests für Selbstzahler

Die Schongauer Marienapotheke nutzte die neue Situation, um das eigene Angebot anzupassen: Seit Dienstag bietet sie an der Teststation am Marienplatz neben Antigen- auch PCR-Tests für Selbstzahler an – etwa für Reisewillige. „Die Hausärzte sind an uns mit der Bitte herangetreten, das zu übernehmen“, sagt die Apothekerin Johanna Flitsch-Hirschvogel. Die niedergelassenen Ärzte hätten dafür schlichtweg nicht ausreichend Kapazitäten.

Das ist auch in der Praxis von Martin Kayser in Schongau der Fall: Wie eine Mitarbeiterin bestätigt, wolle sich die Hausarztpraxis bei Corona-Testungen auf die symptomatischen Patienten konzentrieren. „Wir machen keine Tests für den Urlaub oder Ähnliches“, heißt es. Seit Montag habe sich bei Kayser daher auch wenig Veränderung bemerkbar gemacht.

Die Marienapotheke habe bisher einen PCR-Test pro Tag durchgeführt, erzählt Flitsch-Hirschvogel. „Es läuft ja gerade erst an.“ Der Test kostet rund 100 Euro, wobei das Ergebnis nach 24 bis 48 Stunden vorliegt. Wie in den anderen Apotheken sei die Nachfrage nach Antigen-Schnelltests auch in der Marienapotheke stark zurückgegangen. „Wir werden die Zeiten also auch runterfahren“, so die Apothekerin.

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