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Der Lechberg ist eine der zentralen Zu- und Ausfahrten der Altstadt. Kommendes Jahr muss der instabile Hang monatelang saniert werden.

Wegen Sanierung

Lechberg nächstes Jahr drei Wochen zu

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Der Lechberg wird im kommenden Jahr zur Großbaustelle: Wegen der Setzungen und Risse in der Straße muss der Hang befestigt werden. Dafür kommt schweres Gerät mit massiven Bohrpfählen zum Einsatz, was zu erheblichen Behinderungen führen wird. Drei Wochen wird die Straße komplett gesperrt sein.

Schongau – Die vertiefte Baugrunduntersuchung, die jetzt von Ingenieur Holger Theisen im Stadtrat vorgestellt wurde, ist nichts anderes als ein tiefer Blick ins Innere des Lechbergs. Die Fachleute haben dafür modernste Maßnahmen angewendet, unter anderem eine 3D-Laservermessung, Bohrungen und Rammkernsondierungen. „Aus allen diesen Daten wird ein Standsicherheitsnachweis für die Straße und die Böschung erstellt“, sagte Theisen.

Die wichtigste Erkenntnis für die Stadt, die den Bereich täglich durch den Bauhof kontrollieren lässt und zudem regelmäßige Setzungsmessungen vornimmt: Es gibt Standsicherheitsreserven, die Risse haben sich im Vergleich zu 2015 nicht großartig verändert. Bis zur Sanierung sollte die Straße demnach weiterhin befahrbar sein.

Die Prüfungen haben aber einen sogenannten Gleitkeil im unteren Bereich ergeben. „Irgendwo gibt es eine Wasserläufigkeit im Hang, Bewegung ist da“, sagte Theisen. Und zwar nicht nur Grundwasser, es könnte auch ein undichter Kanal sein. Weil aber alles geprüft und unauffällig ist, haben die Fachleute tief in den Archiven gekramt. Theisen präsentierte eine historischen Bestandsplan aus dem Jahr 1900, in dem ein Kanal eingezeichnet ist. Der liegt in 2,8 bis drei Meter Tiefe, genau dort, wo eine weiche Schicht endet und Kies beginnt. Der neue Kanal dagegen liegt nur 1,7 Meter tief. „Ob der alte Kanal verfüllt ist, was mit dem los ist, das weiß keiner“, sagte Theisen. Man müsse sondieren, ob von dort Wasser in den Hang tritt und in destabilisiert.

Die kleine Verkeehrsinsel am Fuß des Lechbergs soll im Zuge der Maßnahme verbreitert werden.

Bis diese Frage geklärt ist, wird es noch dauern. Deshalb stellte der Planer schon einmal die vier möglichen Varianten zur Hangstabilsierung vor, die alle auf unterschiedliche Weise Bohrpfähle im Boden versenken – mal senkrecht, mal quer, mal dicker, mal dünner. Die Vorzugsvariante sind Großkopfbohrpfähle mit einem enormen Durchmesser von 62 Zentimetern, die 11,25 Meter lang sind und im besonders gefährdeten 34 Meter langen Bereich zwischen Straße und Hang alle 1,5 Meter in den Boden gerammt werden. Diese Variante dauere aber wie die anderen drei Monate und machen nach einer rund dreiwöchigen Vollsperrung noch eine weitere Zeit mit halbseitiger Befahrbarkeit, eventuell durch eine Ampellösung, nötig.

Zudem sollen die Straße saniert, die Leitplanken ausgetauscht und der untere Gehweg ausgebessert werden. Sogar die kleine Verkehrsinsel unten, die morgens und mittags vor allem von Schülern auf dem Weg von Bahnhof zur Schule und umgekehrt genutzt wird, könnte in einem Rutsch verbreitert werden – ein alter Wunsch der Stadt. Die Vorab-Kostenschätzung beträgt laut Theisen 566 000 Euro, was fast eine Punktlandung für die von der Stadt eingeplanten 570 000 Euro ist. „Wir haben aber extrem steigende Preise, da ist kein Ende abzusehen“, warnte er schon einmal vor.

Die Frage von Ilona Böse (SPD), ob man den städtischen Kanal ebenfalls gleich mitsanieren soll, verneinte Theisen. „Das ist erst vor einigen Jahren passiert, der wurde untersucht und hat keine Schäden.“ Es sei eher der alte Kanal, der fragen aufwerfe. Sein Vorschlag: An zwei Stellen sondieren und eine Drainage legen, wenn tatsächlich dort Wasser läuft. Helmut Hunger (CSU) wollte wissen, wie das 40 Tonnen schwere Bohrgerät auf der steilen Straße überhaupt arbeiten könne und ob es dafür Terrassen brauche. „Genau, die werden wir aufschütten müssen, das ist eingeplant“, so Theisen. Der arbeite sich quasi von unten nach oben vor und schaffe sich mit den Pfahlbohrungen seinen eigenen Unterbau. Die enorme Last werde mit sogenannten Baggermatratzen verteilt.

Nach dem Lob von Friedrich Zeller (SPD), dass die Verkehrsinsel gleich mitgemacht wird, und dem Wunsch von Michael Eberle (CSU), dass die scharfe Kurve von der Bahnhofstraße zum Lechberg etwas bereinigt wird, wurde das Vorgehen einstimmig genehmigt.

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