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Wegen Siebenschläfer: Fällung verschoben

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Von: Jörg von Rohland

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Wie eine Skulptur ragt der hohle Baumstamm vor der Kirche in die Höhe, in dem ein Siebenschläfer überwintert. © Pfarrei

Einen „ungewöhnlichen Gast“, so ist im Schaukasten der evangelischen Kirche in Schongau zu lesen, beherbergt die Gemeinde derzeit. In einem hohlen Baum vor der Dreifaltigkeitskirche hat es sich ein Siebenschläfer bequem gemacht. Der hat sogar Fällarbeiten durcheinandergebracht.

Schongau Das putzige Tier hatte großes Glück, dass die Baumpfleger bei ihren Arbeiten sehr vorsichtig vorgegangen waren. Nach Angaben von Pfarrerin Julia Steller war die Firma Anfang der Woche gekommen, um rund um die Kirche das Altholz zu entfernen. Der morsche Baum sollte komplett weichen. Um dabei so bodenschonend wie möglich vorzugehen, war nach den Worten der Pfarrerin eigens ein Baumkletterer im Einsatz, der den Stamm von oben herab Stück für Stück abtragen sollte. „Dabei blickte ihn dann plötzlich aus einem Astloch der Siebenschläfer an“, berichtet Steller. Sogleich wurde beschlossen, die Arbeiten an dem Baum einzustellen und den kahlen Stamm über den Winter stehen zu lassen, wenn der Nager seinen Winterschlaf beendet hat.

Siebenschläfer stehen bekanntlich unter Naturschutz, wer sie umbringt, macht sich strafbar. Nach Angaben der Deutschen Wildtierstiftung legen die Tiere ihr Winternest sehr sorgfältig an. Üblicherweise machen sie das gut versteckt und bis zu einen Meter tief im Boden – mit Laub und Moos ausgepolstert und mit Vorräten bestückt, die hauptsächlich im Frühjahr nach dem Aufwachen verzehrt werden. Dass sich ein Tier wie jetzt in Schongau in Baumhöhlen einnistet, kommt nach Auskunft der Experten eher selten vor. Häufiger sei dagegen der Fall, dass die Siebenschläfer den Winter auf Dachböden verbringen. Oft zum Leidwesen der Bewohner darunter. Denn im Warmen verzichten die nachtaktiven Nager auch auf den Winterschlaf und sorgen durch Poltern und Quieken für schlaflose Nächte.

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Mit großen Augen blickte der Siebenschläfer den Baumkletterer durch das Astloch an. © Tilgner/dpa

Da ist die evangelische Gemeinde froh, dass ihr Siebenschläfer im Baum vor der Kirche schläft. „Wir lassen ihn bis zum Frühling stehen“, verspricht die Pfarrerin. Und seit die Pfarrsekretärin den Aushang mit dem Hinweis auf den „ungewöhnlichen Gast“ im Schaukasten gemacht hat, wissen die Kirchenbesucher auch, warum das so ist. Zuvor habe es schon einige verwunderte Fragen „zu der Skulptur“ gegeben, so Steller.

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