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Oberhalb der Schafweide am Bahnberg wird regelmäßig Müll den Hang hinunter geworfen.

Weide in Schongau vermüllt – Schäfer ist wütend

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Benjamin Boos aus Schongau ist sauer. Jeden Tag klaubt der Hobbyschäfer mehrere Tüten Müll von seiner Weide am Bahnberg. Ein Problem, dass das gesamte Stadtmauer-Umfeld betrifft, heißt es bei der Stadtgärtnerei.

Schongau – Jeden Tag schaut Benjamin Boos nach seinen Schafen am Bahnberg. Und jeden Tag klaubt er tütenweise Müll von deren Weide. „Es ist ein massives Problem“, schimpft der Schongauer Hobbyschäfer.

Einzelne Schokoriegelverpackungen, Pappbecher, Getränkekartons und Glasflaschen liegen verstreut auf dem Boden neben einer Bank – oder wurden einfach den Hang hinunter oder sogar gezielt auf die Weide geworfen. Boos ist diesen Anblick leid. „Unsere schöne Stadt wird verschandelt“, sagt er. Die undankbare Arbeit, den Müll einzusammeln und zu entsorgen, bleibt an ihm, Nachbarn und Mitarbeitern der Stadtgärtnerei hängen.

Schon seit mehreren Jahren würden sich Jugendliche an der Stadtmauer oberhalb des Kindergartens Regenbogen – am „Ziegenberg“, wie sie den Treffpunkt laut Boos selbst nennen – treffen. Und dagegen, dass sie sich dort aufhalten und Musik hören, hat Boos auch gar nichts einzuwenden. Allerdings: „Es geht nicht, dass sie randalieren, Halligalli machen und ihren Müll ins Gelände schmeißen.“

Dieses Verhalten ärgert auch Bernd Pietruschka von der Stadtgärtnerei. Allerdings seien es nicht nur Jugendliche, die Müll rund um die Stadtmauer zurücklassen: „Das zieht sich durch die Bank – da sind alle Altersgruppen dabei.“

Das Problem, dass extrem viel Müll aufgesammelt werden muss, betrifft das gesamte Stadtmauerumfeld, vor allem dort, wo Bänke stehen. „Und das, obwohl dort überall Mülleimer sind“, so Pietruschka. Es würde also durchaus Möglichkeiten geben, Müll richtig zu entsorgen. Noch besser wäre es natürlich, die Sachen einfach wieder mit heim zu nehmen, findet Pietruschka.

Für ihn und seine Kollegen sind die Glasflaschen, die einfach ins Gras geworfen werden, durchaus gefährlich. Beim Mähen rutschen sie immer wieder auf Flaschen aus oder sie verletzen sich an Scherben. Boos berichtet von Schafen, denen das ebenfalls passiert und die dann zu humpeln beginnen.

Kein schöner Anblick: Müll auf dem Weg an der Stadtmauer – obwohl daneben ein Abfalleimer steht.

Sowohl Pietruschka als auch Boos haben schon versucht, freundlich mit Personen zu sprechen, die sie beim Müllwegschmeißen beobachtet hatten. „Ein paar haben sich erst einsichtig gezeigt und versprochen, es nicht mehr zu tun. Ein paar Tage später war aber wieder alles so dreckig wie zuvor. Andere haben gleich alles abgestritten“, so Boos.

Neben dem Müllproblem stört Benjamin Boos außerdem, dass Jugendliche Steine auf die Schafe und Gebäude werfen würden. Außerdem werden Geländer und Zäune beschädigt. „Es kam bestimmt schon über 20 Mal vor, dass meine Schafe dann abgehauen sind“, erzählt Boos. Die Reparaturarbeiten an den Zäunen seien für ihn sehr aufwendig und nur durch Hilfe von Freunden und teilweise Mitarbeiter der Stadt zu bewerkstelligen.

Bernd Pietruschka von der Stadtgärtnerei bestätigt, dass auch die Geländer immer wieder gerichtet werden müssen. Wenn sich mehrere Personen auf die trockenen Eichenbohlen setzten, würden diese leicht brechen. Außerdem kann er nicht ausschließen, dass die Geländer mutwillig zerstört werden, zum Beispiel, indem man dagegen tritt.

Pietruschka und Boos hoffen, dass sich die Situation rund um die Stadtmauer verbessert, wenn mehr Menschen auf ihre Umgebung achten und Personen ansprechen, wenn diese einfach Müll liegen lassen. „Vielleicht machen sie sich dann eher Gedanken darüber, dass sie ihren Müll nicht einfach fallen lassen, wenn sie jedes Mal darauf angesprochen werden“, so Pietruschka.

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