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Glückliche Gesichter gab’s am gestrigen Montag bei der Spendenübergabe im Büro von Boneberger-Geschäftsführer Michael Walk (l.). 

Zusammen mit der Heimatzeitung

Boneberger-Spendenaktion: Weihnachtsüberraschung schon vor dem Fest

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So schwer war die Auswahl noch nie: Fast 50 Bewerbungen gingen für die Boneberger-Spendenaktion ein, die die Heimatzeitung jedes Jahr in Zusammenarbeit mit Metzgerei-Chef Michael Walk veranstaltet. 

Landkreis – Schon eine Viertelstunde vor dem offiziellen Termin war das Büro von Michael Walk gut gefüllt. Viele Spenden-Empfänger waren überpünktlich, manche konnten immer noch nicht glauben, was ihnen da widerfährt. Enrichetta Gaulullo aus Kaufbeuren etwa hatte noch in der Früh angerufen, weil sie vor lauter Freude über den Anruf vergangene Woche ganz vergessen hatte, wo sie eigentlich hinkommen muss. „Wir wollen keine Almosen verteilen, Sie haben sich das verdient“, sagte Walk in seiner kurzen Ansprache. „Und das Geld kommt auch nicht von mir, sondern das schenkt Ihnen das Leben.“ Ein Leben, das manchen hart mitgenommen hat.

- Eben jene Enrichetta Gaulullo. Alleinerziehend mit drei Kindern, davon eines mit Trisomie 21 und ein weiteres mit Asperger-Syndrom, ging kürzlich auch noch ihr Auto kaputt. Sie kannte die Aktion gar nicht, eine Arbeitskollegin hatte sie vorgeschlagen und Gaululla so zu 1500 Euro verholfen, die die finanzielle Not etwas lindern kann.

- Von finanzieller Not könnte auch Berthold Pelz einiges erzählen. Der Rentner lebt im Betreuten Wohnen in Peiting, hat mit einer Krebserkrankung und Mietrückständenzu kämpfen, da kommen die 1000 Euro aus der Spende wie gerufen. Sein Vorschlaggeber wollte übrigens anonym bleiben – Pelz weiß also gar nicht, bei wem er sich – außer bei Michael Walk – bedanken soll.

Vater kämpft mit schwerem Schicksalsschlag

- Einen schlimmen Schicksalsschlag hat vor einigen Monaten auch Jens Kölbl aus Huglfing hinnehmen müssen: Seine Frau Severinastarb im Alter von nur 28 Jahren, Kölbl stand mit zwei kleinen Kindern alleine da. Seine Schwägerin hat ihn vorgeschlagen, um den Kindern eine Freude zu bereiten – Kölbl selbst hat erst am Sonntag davon erfahren, dass er kurz vor Weihnachten noch 1500 Euro erhält. Jetzt kann er mit etwas weniger Sorgen in den zweiwöchigen Heimaturlaub zu seinen Eltern an die Ostsee fahren.

- Eine große Hilfe für Jens Kölbl ist der Verein Marienkäfer, der Kinder vor, während und nach dem Sterben eines Elternteils unterstützt. Jedes Kind hat seine eigene Begleiterin, und weil der Verein auch in den Landkreisen Landsberg und Starnberg tätig ist, fallen viele Fahrtkosten an, wie Gabriele Ehrlicher weiß – sie hatte (wie übrigens auch der Weilheimer Stadtarchivar Joachim Heberlein) den Verein vorgeschlagen, weil ihre Tochter Jessica dort seit 2015 als ehrenamtliche Trauerbegleiterin arbeitet, und Jessica Ehrlicher durfte auch 2000 Euro für den Verein entgegennehmen.

Boneberger-Spendenaktion: Zwei Institutionen werden unterstützt

- Groß war die Freude auch bei zwei weiteren Institutionen: Palliahomebekam ebenfalls 2000 Euro gespendet, was Geschäftsführerin Claudia Kümmerle narrisch freute – sie bedankte sich immer wieder. Und 1000 Euro gehen an das Familienzentrum Arche Noah in Penzberg: Leiterin Annelies Plep brauchte dringend einen Zuschuss für das Schülerlernprojekt „Pack’s an“.

- Eine Freude will die Peißenberger Familie Schilling ihrer Tochter Franziska ermöglichen. Die 17-Jährige hat eine Spastik, sitzt im Rollstuhlund wird von den Eltern fürsorglich gepflegt. Zu ihrem 18. Geburtstag nächstes Jahr wollen sie ihr eine besondere Überraschung bereiten und baten um eine Spende – dank der 700 Euro kann sich Franziska schon auf eine tolle Feier freuen.

- Ganz bescheiden waren die Weilheimer Pfadfinder „Stamm Sir Francis Drake“: Ihnen sind in der Vergangenheit oft die in einem Schuppen gelagerten Zelte von Mäusen angefressen worden, deshalb brauchen sie zu zwei bestehenden Zargeskisten eine weitere, die sich mit der 300-Euro-Spende besorgen können.

Frauen pflegen Angehörige - und erhalten Spende von Boneberger

- Wo soll man bei Ingeborg Scheuer aus Schongau anfangen? Lange den Ehemann gepflegt, Sohn behindert, Waschmaschine frisch kaputt, neuer Rollator, dessen Anschaffung die Krankenkasse nicht komplett übernimmt – da tun 1000 Euro vor Weihnachten gut.

- Das gilt auch für Ingrid Sperl, ebenfalls aus Schongau, die von Emmi Schäffler von der Krebs-Selbsthilfegruppe vorgeschlagen wurde. Auch sie hat einen herzkranken Mann und einen behinderten Sohn, zudem liegt sie derzeit auch noch im Krankenhaus – ihre Tochter kam zur Spendenübergabe und hofft, dass die Mutter bald wieder daheim ist. 1500 Euro gab’s als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.

Unterstützung für Familien

- Mit viel Einsatz hat sich Kurt Dorn von der katholischen Jugendfürsorge für eine Klientin eingesetzt. Deren Mann hat eine schwere psychische Erkrankung mit Zwangshandlungen, unter denen zunehmend auch die beiden Kinder leiden. Sie hat sich von ihm getrennt, durch den Neuanfang aber viele Schulden gemacht, die durch die 1500 Euro der Spende gemildert werden sollen, außerdem muss ein Auto her.

- Zum Abschluss noch eine schöne Geschichte: Familie Stadler aus Obersöchering erwartet bald das elfte Kind, dafür braucht’s einen teuren Drillingskinderwagen, der durch deine 1000-Euro-Spende finanziert wird.

Lesen Sie auch: Wieder brennt ein Stadel im Lechrain - die Poliezi geht davon aus, dass das Feuer absichtlich gelegt wurde. Die Brandserie, die bislang den Schongauer Raum betraf, scheint sich auf die Region um Weilheim auszuweiten

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