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Zu viel Bargeld zuhause, ist nicht notwendig

Weilheim-Schongau

Corona-Krise: Sparkasse warnt davor, Bargeld zu horten

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Vor allem ältere Leute wollen derzeit wegen der Corona-Krise große Mengen Bargeld abheben. Doch dazu besteht kein Anlass, heißt es bei der Sparkasse Oberland. Außerdem wird Unternehmen, die durch die Situation ins Straucheln geraten, geholfen.

Landkreis – Einen großen Ansturm erleben zur Zeit die Banken im Landkreis Weilheim-Schongau. Da viele Menschen von der aktuellen Corona-Situation und der Ausrufung des Katastrophenfalls verunsichert sind, würden vor allem ältere Menschen große Summen Bargeld abheben wollen.

Stellungnahme der Sparkasse Oberland: „Bargeldversorgung ist sichergestellt“

Doch dazu gäbe es keinen Anlass, so das Vorstandsteam der Sparkasse Oberland, das in einer Telefonkonferenz Stellung zu der aktuellen Situation nimmt. „Die Bargeldversorgung ist sichergestellt“, sagt Thomas Orbig. „Wir sind jederzeit in der Lage, Bargeld zur Verfügung zu stellen.“ Die Kunden sollten eher überlegen, ob sie überhaupt Bargeld benötigen, schließlich könne auch fast überall mit Karte gezahlt werden, so Orbig.

Tatsächlich warnt die Sparkasse ausdrücklich davor, zu viel Bargeld daheim zu horten. „Es gibt auch immer Schlitzohren, die eine solche Ausnahmesituation ausnutzen – und nun darauf spekulieren, dass Menschen besonders viel Bargeld daheim haben“, so Thomas Orbig (siehe auch Kasten). In der Bank sei das Geld sicherer aufgehoben, und der Zugriff darauf bleibt möglich.

Für die Banken als Dienstleister gelten die Einschränkungen, die zum Beispiel den Einzelhandel betreffen, nicht. Heißt: Die Öffnungszeiten bleiben wie gehabt. Nur falls Mitarbeiter ausfallen, müsse über temporäre Einschränkungen in diesem Bereich nachgedacht werden, so Vorstandsmitglied Michael Lautenbacher. Ziel sei, dass alle Filialen geöffnet bleiben.

Sich über Bargeld mit dem Coronavirus anzustecken, ist wohl eher  unwahrscheinlich

Eine Weitergabe des Virus über Bargeld hält die Vorstandschaft der Sparkasse Oberland für unwahrscheinlich. So würden sich Viren nach bisherigem Kenntnisstand nur kurz auf dem Geld halten. Geld für die Automaten bekommt die Sparkasse verschweißt von der Bundesbank geliefert. Trotzdem sollten natürlich Hygienemaßnahmen beachtet werden. Dazu zählt, dass Hände regelmäßig gewaschen werden. An den Automaten stehen außerdem Desinfektionsmittel bereit.

Kunden werden außerdem darum gebeten, einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten, um eine Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu vermeiden. Die Sparkasse Oberland möchte ihre Mitarbeiter bestmöglich vor einer Erkrankung schützen. „Wir bitten unsere Kunden darum, wenn möglich nicht in die Sparkasse zu kommen, sondern auf Online-Banking und Telefongespräche mit ihrem Berater zurückzugreifen“, sagt Lautenbacher. Eine Vorsichtsmaßnahme, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Zahlreiche Firmenkunden sind betroffen

Auch zahlreiche Firmenkunden der Sparkasse sind von den aktuellen Entwicklungen betroffen. Speziell für Kulturschaffende, Tourismusunternehmen und die Gastronomie gibt es einen bayerischen Schutzschirm, erklärt Vorstandsmitglied Markus Lanz, der für das Firmengeschäft zuständig ist. „Da sind wir außen vor“, so Lanz. Allerdings gibt es für alle Firmenkunden der Sparkasse, die durch Corona ins Straucheln geraten sind, die Möglichkeit auf Kredite. „Die genaue Ausarbeitung des Programms wird erst in den nächsten Tagen konkret“, so Lanz.

Die Sparkasse sei bereits vor zehn Tagen aktiv auf ihre Firmenkunden zugegangen, erzählt Markus Lanz. Zunächst habe es nur wenig Bedarf von Finanzhilfen gegeben. Allerdings wenden sich seit Bekanntgabe zur Reduzierung der Öffnungszeiten und Schließungen von Geschäften immer mehr Betroffene bei der Sparkasse.

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