+
Treue Spender aus dem Landkreis Weilheim-Schongau: Bei ihnen bedanken sich auch Felix Brunner (vorne li.) und Gella Allmann zusammen mit Vertretern des BRK. Besonders geehrt wurde der Penzberger Dr. Hans-Jürgen Kluttig (hinten re.), der schon 175 Mal Blut gespendet hat.

Viele Spender wurden ausgezeichnet

Dank an die treuen „Helfer im Stillen“

  • schließen

Das Bayrische Rote Kreuz (BRK) hat jüngst in Germering 291 Menschen aus Oberbayern geehrt, die besonders häufig Blut gespendet haben. Einer, dem dies das Leben gerettet hat, war ebenfalls vor Ort. Der Spenden-Rekordhalter aus dem Landkreis Weilheim-Schongau kommt aus Penzberg.

Weilheim-Schongau – 800 Blutkonserven, also 400 Liter Blut, hat der 28-jährige Felix Brunner nach einem Unfall benötigt, der ihn vor neun Jahren an den Rollstuhl fesselte. „Eine unglaubliche Menge, aber ohne die hätte ich nicht überlebt,“ erklärte der Allgäuer. Er hat daraus den Schluss gezogen, andere zu motivieren und zu erklären, wie wichtig es ist, Blut zu spenden.

Blut ist nur 42 Tage zu lagern

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlicht Patric Nohe, Sprecher des BRK-Blutspendedienstes, anhand von wenigen Zahlen. 2000 Blutkonserven würden je Tag benötigt. Gelagert werden können sie aber höchstens 42 Tage. Rund 1100 stationäre und etwa 4500 mobile Stellen in Bayern dienen als Anlaufstation. Nur zwölf Prozent derer, die eine Blutspende benötigen, sind übrigens Unfallopfer. Weit mehr sind durch Krankheiten davon betroffen.

Das Potential an Blutspendern in Bayern wäre eigentlich hoch. Rund 9,2 Millionen Menschen sind zwischen 18 und 72 Jahre alt und dürfen deswegen spenden. Die Zahl der tatsächlichen Blutspender im Freistaat liegt jedoch nur bei knapp 300 000, erklärte BRK-Vertreter Georg Götz. Dabei sei die Spendenbereitschaft in den städtischen Bereichen deutlich geringer als auf dem Land.

Etwa 38 100 Blutspenden in Oberbayern im Jahr 2018 verzeichnet

„Umso wichtiger ist Ihr Beitrag“, bedankte sich Götz bei den in der Stadthalle versammelten Spendern: „Sie sind Helfer im Stillen, weil sie nicht wissen, wem sie Leben retten.“ Etwa 38 100 Blutspenden hat das BRK in Oberbayern im Jahr 2018 verzeichnet. 

Der Anteil an weiblichen und männlichen Gebern ist dabei fast identisch. Aus dem Landkreis Weilheim-Schongau sowie dem Lechrain wurden bei der Veranstaltung auch eine ganze Reihe von Spendern ausgezeichnet. Unter ihnen Dr. Hans-Jürgen Kluttig aus Penzberg, der es bereits auf sagenhafte 175 Blutspendetermine gebracht hat.

Oberbayerischen Blutspender sind gutes Vorbild

Gela Allmann, Model und Bergsportlerin aus Indersdorf, hat wie Felix Brunner davon profitiert. Bei einem Fotoshooting in Island hatte sie den Halt verloren war einen 800 Meter langen Hang hinab gestürzt. „Ich war mir sicher, sterben zu müssen“, erinnerte sich Allmann an jene Augenblicke. Eiserner Willen sowie die Familie hätten ihr sehr geholfen. „Und die Blutspenden.“ Das Motto „Schenke Leben – spende Blut“ empfinde sie als sehr zutreffend.

TV-Moderator Michael Sporer führte für das BRK schon zum sechsten Mal durch einen Dankesabend für Blutspender. Auch er betonte die Wichtigkeit der Aufgabe: „Wir kämpfen für eine gute Sache und gegen Gleichgültigkeit.“ Die oberbayerischen Blutspender seien ein gutes Vorbild. hk/jvr

Die Spender aus dem Landkreis Weilheim-Schongau und dem Lechrain

75 Blutspenden: Jutta Walter (Bernried), Wolfgang Beer (Peißenberg), Georg Hutter (Peißenberg), Klaus Kusch( Peißenberg), Erik Dusel (Pähl), Theodor Schägger (Oderding), Josef Brennauer (Haunshofen), Ulrich Welzmüller (Wilzhofen), Erich Mayr (Wildsteig), Irmgard Leitmeier (Schongau), Barbara Erhart (Peiting), Andreas Koegl (Altenstadt), Barbara Schmid (Prem), Norbert Frey (Sachsenried), Konrad Vogel (Asch), Michael Socher (Reichling) 

100 Blutspenden: Herrmann Korn (Weilheim), Bernhard Berg (Polling), Juergen Fliedner (Polling), Ulrich Stirnadel (Wessobrunn), Jürgen Staffa (Schongau), Gerhard Benischke (Peiting), Werner Hoffmann (Peiting), Georg Linder (Peiting), Norbert Skalitza (Peiting), Johann Lang (Burggen), Michael Hirschvogel (Denklingen), Peter Harrer (Reichling).

125 Blutspenden: Franz Deschler (Weilheim), Hans Schwaller (Peißenberg), Bernhard Braune (Raisting), Otto Bauer (Schongau), Isidor Echtler (Steingaden), Josef Harrer (Reichling).

175 Spenden: Dr. Hans-Jürgen Kluttig (Penzberg)

Lesen Sie auch: Wie wird das Bergbaumuseum in Peißenberg fit für die Zukunft?

Das könnte Sie auch interessieren: „Penzberger Sprechstunde“: Eingeweidebrüche und ihre Behandlung

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gymnasiasten drehen 1167 Runden für den guten Zweck
Laufen, spenden, „abrocken“: Die Schüler des Welfen-Gymnasiums Schongau haben bei ihrem „Run for Manang“-Spendenlauf in der Lechsporthalle ordentlich aufhorchen lassen. …
Gymnasiasten drehen 1167 Runden für den guten Zweck
Hohenfurcher Prinzengarde für Fasching gerüstet
Auch die Hohenfurcher Prinzengarde hat sich jetzt vorgestellt. Neu dabei sind im Fasching 2020 Elisabeth Nuscheler und Markus Fichtl. 
Hohenfurcher Prinzengarde für Fasching gerüstet
Marienheim: Verbleib am derzeitigen Standort wird neu geprüft - unter einer Bedingung
Bahnt sich eine Wendung in Sachen Marienheim-Neubau an? Ein Verbleib der geschlossenen Einrichtung am derzeitigen Standort soll jetzt doch noch einmal neu geprüft …
Marienheim: Verbleib am derzeitigen Standort wird neu geprüft - unter einer Bedingung
Gericht schlägt Mediation im Riesener Trinkwasser-Streit vor und rügt Umgangston
Der Streit um das Trinkwasser in Riesen (Gemeinde Steingaden) soll in einer Mediation gelöst werden. Das Verwaltungsgericht in München hat gestern dem Verein für …
Gericht schlägt Mediation im Riesener Trinkwasser-Streit vor und rügt Umgangston

Kommentare