Mehr Müll, aber auch eine hohe Verwertungsquote: Die Bilanz der Erbenschwanger Verwertungs und Abfallentsorgungsgesellschaft liest sich makellos. 
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Mehr Müll, aber auch eine hohe Verwertungsquote: Die Bilanz der Erbenschwanger Verwertungs und Abfallentsorgungsgesellschaft liest sich makellos. 

Mehr Müll, höhere Verwertungsquote

EVA zieht Bilanz: Keine Gründe für höhere Müllgebühren

  • Jörg von Rohland
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Eine erfreuliche Bilanz zieht nun die Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft Erbenschwang für das vergangene Jahr. Sowohl die Menge an Müll als auch die Verwertungsquote stiegen.

Erbenschwang – Trotz kräftiger Investitionen fährt die Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA) finanziell in ruhigem Fahrwasser. Die 2016 aufgestellte Gebührenkalkulation, die bis ins Jahr 2020 reicht, habe sich bestätigt, die Entwicklung sei stabil, berichtete jetzt EVA-Geschäftsführer Friedrich Raab, der bei einem Pressegespräch in Erbenschwang den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorstellte.

Demnach blieb das Stammkapital der EVA gleichbleibend bei 1,103 Millionen Euro. Bei einer Bilanzsumme von 20,3 Millionen Euro (Vorjahr 17,8 Millionen) erwirtschafteten die Erbenschwanger 2019 einen Jahresüberschuss von 199 286 Euro. Investiert wurden satte 3,692 Millionen Euro (Vorjahr 2,193 Millionen). Den Löwenanteil daran hat die Presswasservergärungsanlage, die 4,2 Millionen Euro kostete; abzüglich von 800 000 Euro, die der Staat zuschießt. Wie berichtet, ist die weltweit einzigartige Anlage, die aus Restmüll Biogas erzeugt, erfolgreich angelaufen. Die Investition dürfte die EVA in ein paar Jahren wieder eingefahren haben, lassen die Verantwortlichen durchblicken.

Abfallaufkommen im Landkreis Weilheim-Schongau steigt an

Das landkreisweite Abfallaufkommen im Landkreis stieg nach einem leichten Minus in den beiden Vorjahren wieder an: auf 73 578 Tonnen. Die EVA führt das auf die Zunahme der Einwohnerzahl zurück, aber auch auf höhere Deponiemengen und Altlasten; etwa von der Umgehung von Hohenpeißenberg.

Die gute Nachricht: Auch 2019 konnten 89 Prozent der Abfälle verwertet werden. „Damit sind wir um zehn Prozent über dem bayernweiten Schnitt“, freut sich EVA-Geschäftsführer Raab.

Die Bürger wird es derweil freuen, dass sie für ihren Abfall erstmal nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. „Es besteht keine Notwendigkeit, an der Gebührenschraube zu drehen“, meint der EVA-Chef. Das dürfte auch daran liegen, dass die meisten Haushalte sehr bemüht sind, Müll zu vermeiden. Das Hausmüllaufkommen liegt laut EVA weiter stabil bei 106 Kilogramm pro Einwohner. Das sei ein niedriges Niveau.

Rekordergebnisse bei den Wertstoffhöfen

Rekordergebnisse erzielten derweil die Wertstoffhöfe, erstmals wurde die Marke von 20 000 Tonnen überschritten. Zuwächse habe es bei allen Abfallarten gegeben, heißt es. Vor allem aber nahmen die gewerblichen Anlieferungen zu, was bekanntlich eine Preiserhöhung zum 1. Dezember 2019 zur Folge hatte.

Sehen lassen kann sich auch die Energiebilanz der EVA. Von Juni 2019 bis Mai 2020 wurden gut 1,474 Millionen Kilowattstunden regenerativer Eigenstrom produziert. Damit wurden 55,26 Prozent des gesamten Anlagenverbrauchs in Erbenschwang gedeckt und 246 000 Euro gespart. Und wenn die Presswasservergärung weiter optimiert ist, dürfte es noch deutlich mehr werden, war bei dem Pressegespräch zu erfahren. Das Energiepotenzial im Restmüll sei noch nicht vollständig erschlossen, die Steuerung der Anlage biete noch einige Stellschrauben, die getestet werden, heißt es.

Makellos ist die Solar-Bilanz der EVA, die daher auch gerne „vom Pfaffenwinkel zum Sonnenwinkel“ spricht. Mit den PV-Modulen auf den Liegenschaften im Landkreis wurden 2019 gut 591 000 Euro erwirtschaftet und knapp 1,9 Tonnen CO2 eingespart. Und in Zukunft wird es noch mehr sein. Eine PV-Anlage auf dem Förderschulzentrum in Penzberg sowie eine weitere auf dem neuen Berufsschulzentrum in Weilheim werden noch mehr grünen Strom liefern, der in die Energiebilanz der EVA einfließt. 

JÖRG VON ROHLAND

Doch es gibt nicht nur positive Meldungen von der EVA. Dass immer mehr Müll im Landkreis Weilheim-Schongau illegal abgestellt wird, beschert den Mitarbeitern reichlich Mehrarbeit. 

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