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Geflügelpest im Landkreis Weilheim-Schongau: Stallpflicht wird aufgehoben

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Von: Elena Siegl

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Huhn schaut aus Stall. dpa
Endlich wieder raus: Die Geflügel-Aufstallungspflicht endet am Mittwoch. © Bernd Wüstneck/ dpa (Symbolbild)

Entwarnung für private und gewerbliche Geflügelhalter im Landkreis Weilheim-Schongau. Die Aufstallungspflicht, die wegen der Geflügelpest galt, endet am Mittwoch.

Weilheim-Schongau - Seit dem 23. Dezember mussten im gesamten Landkreis Weilheim-Schongau alle Geflügelhalter ihre Tiere im Stall lassen. Zuvor wurde nämlich der Ausbruch der Geflügelpest in einer kleinen Geflügelhaltung im Landkreisgebiet amtlich bestätigt. Auch bei einer im unmittelbaren Umfeld der Tierhaltung gefundenen toten Möwe konnte der Erreger der hoch ansteckenden aviären Influenza (HPAI) nachgewiesen werden. Nachdem in der betroffenen Hobbygeflügelhaltung der Großteil der Hühner in kürzester Zeit verendete, mussten im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Tierseuchenbekämpfung auch die restlichen Tiere durch das Veterinäramt getötet werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

„Vielleicht ist es auch nur die Ruhe vor dem Sturm“ sagt Veterinäramtsleiter Jens Lewitzki. „Dennoch haben wir uns nach sorgfältiger Bewertung der aktuellen Situation im Landkreis für eine Aufhebung der Stallpflicht zum 26. Januar entschieden. Wir beobachten die Entwicklungen jedoch aufmerksam. Eine erneute Stallpflicht kann bei einer Änderung der Seuchenlage auch kurzfristig wieder erforderlich werden.“

Ausbreitung der Geflügelpest weiterhin nicht auszuschließen

Das Veterinäramt weist darauf hin, dass im aktuellen Geflügelpestgeschehen das Risiko einer Ausbreitung bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel im Landkreis Weilheim-Schongau weiterhin nicht auszuschließen und in ganz Bayern als hoch einzustufen ist. Aufgrund der Fallzahlen sei davon auszugehen, dass die aviäre Influenza in Deutschland flächendeckend bei wildlebendem Wassergeflügel anzutreffen ist. Aufgrund der dargestellten Situation müsse auch in Bayern von einem nahezu flächendeckenden Geschehen ausgegangen werden.

„Wir wissen, dass eine Stallpflicht eine große Belastung für die Tiere darstellt, dennoch war die Stallpflicht zum Schutz der Tierbestände im Landkreis kurz vor Weihnachten unumgänglich“ erläutert Dr. Sabine Tralmer, die das Sachgebiet Tiergesundheit am Veterinäramt leitet.

Aufstallung weiterhin empfohlen

Ein besonders hohes Risiko für den Eintrag der Geflügelpest besteht für Betriebe mit möglichem Außenkontakt von gehaltenem Geflügel mit Wildvögeln. Die Aufstallung von Nutzgeflügel zur Verhinderung des Kontaktes mit Wildvögel wird daher, neben einer erhöhten Betriebshygiene, als effektivste Maßnahme zum vorbeugenden Schutz der Nutzgeflügelbestände in der aktuellen Lage angesehen und weiterhin empfohlen. Lewitzki lobt das Verhalten der Hühnerhalter, deren überwiegender Teil die Vorgaben zur Stallpflicht konsequent beachtet hat. Eine weitere Ausbreitung des Erregers hätte somit bislang verhindert werden können.

Das Veterinäramt im Landratsamt Weilheim-Schongau erklärt, dass zum Schutz der Tiere weiterhin verstärkte Biosicherheitsmaßnahmen für Haus- und Nutzgeflügel gelten. Ein entscheidender Punkt zum Schutz der Tiere bestehe vor allem in der Einhaltung des Verbotes die Tiere im Freien zu füttern. Gerade zu dieser Jahreszeit würden Wildvögel wieder verstärkt nach Futterplätzen suchen und so ungewollt mit Hausgeflügel in direkten Kontakt kommen. Einzelheiten der geltenden Biosicherheitsmaßnahmen sind der aktuellen Allgemeinverfügung vom 25.01.2022 zu entnehmen.

Der Erreger vom Subtyp H5, der seit Herbst 2021 in Deutschland nachgewiesen wurden, gilt noch immer als ungefährlich für den Menschen. „Es gilt weiterhin die Tiere sorgfältig zu beobachten“, so die Amtsveterinäre. „Sterben in kleinen Geflügelhaltungen mit bis zu 100 Tieren innerhalb von 24 Stunden drei oder mehr Tiere wenden Sie sich umgehend an Ihren Haustierarzt. Achten Sie auch auf einen starken Rückgang von Futter- oder Wasseraufnahme, ebenso wie eine deutliche Verminderung der Legeleistung.“

Bei Verdacht auf ein seuchenartiges Krankheitsgeschehen ist unverzüglich das Veterinäramt Weilheim-Schongau zu informieren. Kontakt telefonisch unter 0881/681-4444 oder per E-Mail unter vetamt-wm@lra-wm.bayern.de. Weitere Informationen sind auf der der Website www.weilheim-schongau.de oder unter www.lgl.bayern.de unter „Geflügelpest“ abrufbar. Auf der Landkreiswebsite wird unter dem Menüpunkt „Geflügelpest in Bayern“ auch über den aktuellen Stand der Tierseuche und weitere aktuelle Vorgaben für den Landkreis Weilheim-Schongau im Fall einer erneuten Ausbreitung informiert.

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