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Flieger der „Germania“ werden künftig nicht mehr abheben. Auch in der Region sind Reisende betroffen. 

Reisebüros in der Region

„Germania“-Kunden brauchen Geduld

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Die Insolvenz der Fluggesellschaft beschäftigt auch die Reisebüros im Landkreis. Aufgebrachte Kunden müssen beruhigt und Flüge umgebucht werden. 

Landkreis – Für Sarah Mühlbauer, Auszubildende zur Tourismuskauffrau im Reisebüro „Simader“ in Weilheim, beginnt der Dienstagmorgen arbeitsreich. Die Insolvenzmeldung der deutschen Fluggesellschaft „Germania“, die mit sofortiger Wirkung den Flugbetrieb einstellt, versetzt auch die Kunden im Landkreis in Aufruhr.

„Wir bemühen uns, für alle ausfallenden Flüge Ersatz zu finden“, so Mühlbauer, „aber dafür brauchen wir etwas Zeit – und die Kunden ein wenig Geduld.“ Wie viele Buchungen genau betroffen sind, kann die Auszubildende am Dienstag noch nicht sagen. „Erst einmal müssen wir sämtliche Unterlagen durchgehen“, sagt sie.

Diese Kunden haben Anspruch auf Ersatzbeförderung

Wie die Fluggesellschaft in einer Pressemitteilung mitteilte, haben Reisende, die Flüge direkt bei „Germania“ gebucht haben, keinen Anspruch auf Ersatzbeförderung. Wer allerdings eine Pauschalreise gebucht hat, kann sich für eine Ersatzbeförderung direkt an den Reiseveranstalter wenden. Um solche Fälle kümmern sich Mühlbauer und ihre Kollegen. „Ich verstehe, dass das alles für die Kunden sehr ärgerlich ist. Aber wir kontaktieren die Veranstalter und werden gute Alternativen finden“, sagt sie.

Ein wenig entspannter ist die Lage bei Judith Stoll, Büroleiterin des Volksbank-Reisebüros in Penzberg. „Bei uns ist eigentlich nur eine Buchung betroffen. Es geht um eine Reise im August – deshalb bleibt noch genügend Zeit, um umzubuchen“, sagt sie. Ihr Team habe schon seit längerer Zeit von Flügen mit „Germania“ abgeraten: „Das war ähnlich wie mit Air Berlin – auch da haben wir es kommen sehen“, so Stoll.

Generell sei das Angebot der insolventen Fluggesellschaft für den Großteil der Urlauber aus Süddeutschland wenig interessant gewesen: „Von München aus wurden vor allem Orte angeflogen, die keine keine klassischen Touristendestinationen sind – etwa im Irak.“

Fluggesellschaft mit „wirklich gutem Ruf“

Aufatmen kann Karl Schramm, Inhaber von „Tscharlies Reisen“ in Peiting. „So wie es bis jetzt aussieht, ist keine Buchung betroffen“, sagt er, „alle aktuellen Reisen laufen über andere Anbieter.“ Dass die Fluggesellschaft Insolvenz anmelden musste, bedauert er allerdings sehr. „Die ,Germania’ war eine typisch deutsche Airline mit wirklich guten Ruf“, so Schramm. Nicht nur in Sachen „Sicherheit“, sondern auch beim Service konnte sie seiner Ansicht nach überzeugen. „Das Problem ist, dass viele Reisende heute zu geblendet sind von den Preisen der Billig-Airlines. Man ist sich nicht mehr bewusst, was ein Flug eigentlich kostet“, sagt er.

nema

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