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Die Bevölkerung im Landkreis wird wachsen. Deshalb muss auch das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen aufgestockt werden.

Ergebnisse vorgestellt

Große Umfrage zur Kinderbetreuung im Landkreis: Das wünschen sich die Eltern

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Vor allem mehr Betreuung ihrer Kinder in den Ferien wünschen sich viele Eltern. In dem Angebot klafft im Landkreis Weilheim-Schongau noch die größte Lücke. Zu dem Ergebnis kommt die aktuelle Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung, die die Kreis-Jugendhilfe jetzt maßgeschneidert für jede Gemeinde herausgegeben hat.

Landkreis – Es war eine Herkulesaufgabe, die die Jugendhilfeplanung im Landkreis zu einem glücklichen Ende geführt hat: Die Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung im Landkreis ist fertig und dank einer überragenden Beteiligung von Eltern, Kommunen und Betreuungseinrichtungen sehr präzise.

10 325 Fragebögen zum Betreuungsangebot im Landkreis waren an die Eltern verschickt und verteilt worden, das Landratsamt hatte auf einen Rücklauf von „mindestens 20 Prozent“ gehofft. Tatsächlich kamen mehr als 60 Prozent zurück. Jugendamtschef Jürgen Wachtler und die für die Jugendhilfeplanung verantwortliche Claudia Sam-Doess waren begeistert von der Beteiligung. Zusammen mit dem SAGS-Institut haben sie jetzt einen aussagekräftigen Datensatz erstellt, der allen Rathäusern im Landkreis eine wichtige Grundlage für die Planung neuer Gruppen und Kindertagesstätten sein soll.

Bevölkerungsentwicklung zeigt eindeutige Tendenz

Bevor die Antworten der Eltern ausgewertet worden waren, hatten die Verantwortlichen als Grundlage für die Bedarfsplanung die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Einwohnerzahl wird im Vergleich zu 2017 bis zum Jahr 2027 um 3,6 Prozent steigen. Der größte Zuwachs wird in Pähl mit 17,9 Prozent erwartet. Es folgen Antdorf (15,3 Prozent) und Ingenried (13,2 Prozent). Mit einer Stagnation beziehungsweise einem leichtem Rückgang der Bevölkerung wird nur in Rottenbuch, Eglfing und Weilheim gerechnet.

Die Statistik zeigt auch, in welchen Gemeinden die gebärfreudigsten Frauen leben. Dazu wurden die Geburten von 2015 bis 2017 betrachtet. Spitzenreiter ist das kleine Schwabbruck mit 2,6 Geburten pro Frau, gefolgt von Oberhausen (2,28) und Habach (2,15). Landkreisweit liegt der Schnitt bei 1,65 Geburten pro Frau, bayernweit bei 1,53. Der Landkreis liegt also über dem Durchschnitt. Dennoch: „Die Zahl ist zu niedrig, dass sich die Landkreisbevölkerung aus sich selbst heraus erhalten könnte“, erläuterte Jugendamtschef Wachtler. So würde die Einwohnerzahl ohne Zuzug bis 2032 auf 130 428 schrumpfen. Mit den zu erwartenden Neubürgern wird sie dagegen bis dahin auf über 140 000 steigen. Zum Vergleich: 2017 lag die Zahl im Kreis bei 135 186. Um die Jahrtausendwende waren es noch 127 018.

Parallel stieg freilich die Zahl der betreuten Kinder und Einrichtungen: So besuchten 2011 noch 4821 Kinder 90 Kindergärten, Krippen und Horte. 2019 sind es bereits 5869 Mädchen und Buben in landkreisweit 97 Einrichtungen.

Hohe Zufriedenheit der Eltern

Und die jetzt abgeschlossene Elternbefragung der Behörde zu den Einrichtungen ergab vor allem eins: „Die Zufriedenheit ist enorm hoch“, freute sich Jugendhilfeplanerin Sam-Doess. So wünschten sich landkreisweit nur drei Prozent der Mütter und Väter variablere Betreuungszeiten in den Kindergärten. 87 Prozent sehen sich mit dem zur Verfügung stehenden Betreuungsangebot in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Einzig in den Ferien haben es viele Eltern schwer. So wünschen sich 36 Prozent mehr Kindergarten-Betreuung in den Ferien. Bei den Schulkindern ist der Bedarf mit 45 Prozent sogar noch höher. Und das vor allem in den Sommerferien. „Weil sonst der ganze Urlaub weg ist“, weiß Jugendamtsleiter Jürgen Wachtler. Nicht wenige Eltern müssten sogar abwechselnd Urlaub nehmen, damit die Betreuung ihrer Kinder in den Ferien gewährleistet sei.

Das Amt für Jugend und Familie möchte jetzt helfen, in den Ferien entsprechende Angebote zu schaffen. Als vorbildliches Beispiel nannten Sam-Doess und Wachtler das Ferienprogramm in Peiting. Aber auch der Kreisjugendring habe gute Angebote.

Die Mühe der Beteiligten hat sich jedenfalls gelohnt, die Bedarfsplanung stößt auf großes Interesse: „Es ist das erste Mal, dass der Landkreis das für alle Kommunen gemacht hat“, betont Kreissprecher Hans Rehbehn. Die Daten wurden demnach speziell für jedes Rathaus einzeln aufgeschlüsselt. Die Zufriedenheit sei sehr hoch, bei der letzten Bürgermeisterdienstbesprechung habe es bereits positive Rückmeldung gegeben. Rehbehn: „Es ist ein super Werkzeug für die Gemeinden.“

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