Zehntausende erstatten online Anzeige
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Viele Bürger auch aus dem Landkreis Weilheim-Schongau nutzen die Möglichkeit, eine Anzeige online zu erstatten.

Heuer schon 86 Strafanzeigen per Internet

Immer mehr Menschen melden Straftaten online - was das für die Polizei bedeutet

Das Internet macht es möglich: Straftaten können seit Februar online angezeigt werden. Und davon machen die Bürger bereits regen Gebrauch. Das sagt die Polizei.

Weilheim-Schongau – „Bei der Polizeiinspektion Schongau sind bislang 30 Strafanzeigen online erstattet worden“, teilt Inspektionsleiter Herbert Kieweg mit. Hierbei handle es sich überwiegend um Betrugsdelikte im Zusammenhang mit Onlineauktionen (z. B. Ebay) sowie Sachbeschädigungen an Pkw und Diebstahl von Fahrrädern. „Der ganz große Teil der Strafanzeigen wird aber noch persönlich erstattet“, sagt der Schongauer Polizeichef.

Die Online-Anzeigenerstatter umfassen alle Altersgruppen bis zu 60 Jahre. Der Online-Vorteil: Seitens der Polizei könne im Regelfall auf eine Zeugenvernehmung der Geschädigten verzichtet werden, so Herbert Kieweg.

Bei der Polizeiinspektion Weilheim sind heuer bereits 41 Anzeigen auf dem Online-Weg eingegangen. „Das funktioniert problemlos“, bestätigt der Weilheimer Inspektionsleiter Harald Bauer. Über www.polizei.bayern.de könnten sich Bürger im Internet Zugang zu einem Portal verschaffen und ihre Anzeige übermitteln – allerdings nur zu Diebstählen und Sachbeschädigungen bei Fahrrädern und Autos sowie Auktionsbetrug im Internet. „Das sind Bereiche, wo man am ehesten auf eine Vernehmung verzichten kann“, so der Weilheimer Polizeichef.

Was die Polizeiinspektion Penzberg betrifft, kann Inspektionsleiter Jan Pfeil vermelden, dass in seiner Dienststelle heuer bisher 15 Strafanzeigen online eingegangen und bearbeitet worden sind.

Grundsätzlich kann jede Person eine Anzeige aufgeben, die Kenntnis von einer Straftat hat. Das bedeutet, dass auch Zeugen oder Familienangehörige eines Opfers den Täter anzeigen können.

„Vorsicht ist allerdings geboten, wenn es sich lediglich um eine vermutete Straftat handelt. In einem solchen Fall ist es besser, der Polizei nur einen Hinweis zu geben“, so die Empfehlung der Polizei. Bei vorgetäuschten Straftaten oder böswilligen Beschuldigungen gegenüber Dritten müsse die Person, die die Anzeige aufgibt, sogar selbst rechtliche Schritte gegen sich befürchten, da Verleumdung oder falsche Verdächtigung strafbar sei.

Im Gegensatz dazu könne es aber auch strafbar sein, in bestimmten Fällen keine Anzeige zu erstatten. Vor allem bei Verbrechen wie Mord, Raub, Kriegsverbrechen oder Hochverrat herrsche eine Anzeigepflicht.

Das deutsche Gesetz räumt Opfern von Straftaten die Möglichkeit ein, Strafanzeige zu erstatten, wenn ihnen Unrecht widerfahren ist. Sie kann sowohl an die Polizei gerichtet sein, als auch an die Staatsanwaltschaft oder die Amtsgerichte.

Der Inhalt einer Anzeige besteht hauptsächlich aus der Schilderung des Sachverhalts. Die Person, die die Anzeige erstattet, sollte den Tathergang beschreiben sowie Ort und Zeitpunkt des Geschehens nennen.

Sofern der Name des Täters nicht bekannt ist, sollte die Täterbeschreibung so detailliert wie möglich erfolgen, damit die Strafverfolgungsbehörden diesen ausfindig machen können. „Die Anzeige richtet sich sodann gegen Unbekannt, bis der Täter ausgemacht wird“, teilt die Polizei mit.

Michael Gretschmann

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