Kehrtwende nach Scheuers Bußgeld-Verschärfung: Neue Regeln vorerst wieder ausgesetzt

Kehrtwende nach Scheuers Bußgeld-Verschärfung: Neue Regeln vorerst wieder ausgesetzt
Schon vor fünf Jahren haben diese Kommunionkinder aus Reichling und Ludenhausen Abstand gehalten – das wird jetzt verpflichtend nötig sein. 
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Schon vor fünf Jahren haben diese Kommunionkinder aus Reichling und Ludenhausen Abstand gehalten – das wird jetzt verpflichtend nötig sein. 

Wegen Corona

Kommunion mit Verspätung

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Später als gewöhnlich werden die Erstkommunionen gefeiert. In einzelnen Gemeinden geht es schon am Wochenende los. Mit Firmungen wird es vor den Sommerferien aber nichts.

Landkreis – Kurz nach Ostern ist es meistens so weit, dann findet im Landkreis eine Erstkommunionfeier nach der anderen statt. Was heuer Coronabedingt zunächst ausfallen musste, wird nun langsam nachgeholt. Den Anfang macht diesen Sonntag Sindelsdorf. Vier Kinder empfangen dann zum ersten Mal die Kommunion. Weil das relativ wenige sind, könne die Kommunion auch unter den aktuellen Corona-Regeln gut gefeiert werden, so Pfarrer Peter Seidel von der Pfarreiengemeinschaft Habach. Wie beim Gottesdienstbesuch auch, gilt die Maskenpflicht nur noch beim rein- und rausgehen. Auf dem Platz muss der Mund-Nasen-Schutz nicht mehr getragen werden und der Abstand wurde von zwei auf 1,5 Meter verringert. „Kleine Lockerungen, aber immerhin“, so Seidel.

Auch in den anderen Orten der Pfarreiengemeinschaft, Antdorf, Habach und Obersöchering findet die Erstkommunion im Laufe des Juli statt. „Wenn es mehr als fünf, sechs Kinder in der Pfarrei sind, teilen wir sie auf und feiern zwei Gottesdienste“, erklärt Seidel. Zur Feier könne jeweils nur der engere Familienkreis kommen. Trotzdem sei die Feier „ein Stück Normalität. Und die Kinder freuen sich schon wahnsinnig darauf“, so Pfarrer Seidel.

Erstkommunion in Corona-Zeiten: Gespräche als Vorbereitung

Bis Mitte März liefen die Vorbereitungen auf die Kommunion noch ganz normal in Kleingruppen – seit dem Lockdown gab es weder Treffen noch eine schulische Vorbereitung auf die Kommunion. „Daran gab es in dem Moment auch kein Interesse“, sagt Seidel. Nun führt er mit allen Kindern Gespräche und der Ablauf wird geübt. Nur vereinzelte Aktionen gibt es. „Zum Beispiel haben die Kinder zur Einstimmung einen Regenbogen gebastelt – das ist heuer unser Thema“, so Seidel.

Auch in Ingenried wird schon im Juli Erstkommunion gefeiert. In Bernbeuren und Burggen, die ebenfalls zur Pfarreiengemeinschaft Auerberg gehören, sollen die Kinder im Oktober zur Kommunion kommen. „Das ist zumindest der Plan“, sagt Pfarrer Thaddäus Biernacki. Grundsätzlich sei es den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder heuer überhaupt zur Kommunion schicken wollen.

Firmungen erst nach den Sommerferien

Ob auch die Firmung bald nachgeholt wird, steht noch nicht fest. „Wir feiern immer zusammen mit Steingaden“, so Pfarrer Biernacki. Deshalb müsse er mit Pater Petrus-Adrian Lerchenmüller besprechen, wie man verfahren möchte. „Vor den Sommerferien wird es aber sicher nichts“, so Biernacki.

Denn bis dahin sind Firmungen, zu denen immer ein Bischof oder Domkapitular komme, von der Diözese abgesagt, erklärt Dekan Georg Fetsch aus Peißenberg. Dort wolle man die Firmung im November nachholen, den Betroffenen aber auch anbieten, erst im kommenden Jahr gefirmt zu werden, um mehr Vorbereitung zu haben.

Kinder werden aufgeteilt: Mehrere Kommunionsgottesdienste an einem Tag

Die Kommunion von rund 70 Kindern soll im Oktober in der Pfarreiengemeinschaft Peißenberg-Forst gefeiert werden. „Vorsorglich haben wir für drei Sonntage jeweils drei Gottesdienste geplant, damit wir es aufteilen können“, so Fetsch. Die Kinder bereiten sich bereits seit Advent auf die Kommunion vor und waren bei Abbruch im März schon relativ weit.

„Ob und wie Kommunionen und Firmungen heuer gefeiert werden, ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Die Größe spielt eine Rolle, wie einfach die Vorschriften umsetzbar sind – grundsätzlich spricht aber nichts dagegen“, so Fetsch. „Auch unter widrigen Umständen können wir den Glauben miteinander leben. Es ist halt Kreativität gefragt.“

Kommunion wird noch nicht überall nachgeholt

In der Pfarreiengemeinschaft Pähl-Raisting-Wielenbach laufen derzeit noch keine Planungen zur Erstkommunion. Die Lage sei noch relativ unsicher, Vorschriften beziehungsweise Lockerungen veränderten sich nahezu tagtäglich. „Wir warten gerade noch ab, ob zum Beispiel die Abstandsregelung noch besser wird“, erklärt Pfarrer Martin Bestele. Ob heuer die Erstkommunion in der Pfarreiengemeinschaft überhaupt gefeiert wird, wurde noch nicht beschlossen.

Fest steht bereits: Firmung wird in der Pfarreiengemeinschaft Pähl-Raisting-Wielenbach nicht gefeiert. Das hat ausnahmsweise aber einmal nichts mit Corona zu tun. Immerhin. „Da stand heuer eh keine an“, so Pfarrer Bestele.

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