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Die Krankenhäuser in Weilheim und Schongau rüsten für den Ernstfall auf. (Symbolbild)

Ausbaumaßnahmen in den Kliniken

Krankenhäuser rüsten sich für den Ernstfall - Anzahl der Betten wird deutlich erhöht

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Die zwei Kreis-Krankenhäuser in Weilheim und Schongau rüsten auf für den Ernstfall: Ein ganzes Wochenende lang wurden Stationen umgebaut, damit mehr Corona-Patienten intensiv versorgt und beatmet werden und Verdachtsfälle von Anfang an isoliert werden können. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, so Krankenhaus-Sprecherin Susanne Heintzmann mit Blick auf die steigenden Fallzahlen im Landkreis.

Landkreis – Bund und Länder den haben in einem Notfallplan für Kliniken beschlossen, die Intensivkapazitäten zu verdoppeln. Der Landkreis hat seine Aufnahmekapazitäten für Corona-Patienten daraufhin massiv erweitert: Am vergangenen Wochenende war alles an Ärzten und Pflegepersonal im Einsatz, die Beatmungskapazität in den beiden Kreiskliniken wurde verdoppelt. In Zahlen: Insgesamt 28 Beatmungsplätze gibt es jetzt an beiden Standorten, zuvor waren es mit 14 gerade mal halb so viele. 16 der Plätze sind am Standort in Weilheim, in Schongau sind es zwölf.

Krankenhäuser in Weilheim und Schongau: Intensivstationen wurden umgebaut

Weil sowohl in Weilheim als auch in Schongau wegen der Corona-Krise nur noch Notfall-Operationen durchgeführt werden, konnten so freigehaltene Aufwachräume zu Intensivstationen umgebaut werden. Narkosegeräte wurden umgerüstet auf Beatmungsgeräte.

Des Weiteren wurden komplette Normal-Stationen zu Isolierstationen umgebaut. Denn wird ein Patient mit Grippe-Symptomen eingeliefert, „muss erst mal überprüft werden, ob es sich um Corona oder Influenza handelt“, so Susanne Heintzmann. Bis zum Testergebnis muss der Patient isoliert werden. Isolieren, das heißt: Einzel- statt Doppelzimmer.

Zweite Isolierstation: In Weilheim schon im Betrieb, in Schongau in Vorbereitung

In Schongau ist eine Isolierstation in Betrieb, eine zweite in Vorbereitung. Im Weilheimer Krankenhaus wurde eine zweite Isolierstation am Wochenende in Betrieb genommen. Einige Verdachtsfälle haben dort gestern noch auf ihr Corona-Testergebnis gewartet. 26 Einzelplätze stehen damit momentan in Weilheim zur Verfügung, 18 sind es in Schongau.

Dass die Station in Weilheim momentan noch nicht ausgelastet ist, ist übrigens ein großer Vorteil im Wettlauf mit der Zeit. „Es ist für uns wahnsinnig wichtig, jetzt zu testen, wie es dann tatsächlich im praktischen Betrieb läuft und wo es vielleicht noch hakt.“

Laut Susanne Heintzmann ist man bei der Krankenhaus GmbH über Plan B schon längst hinaus. „Wir haben auch Plan D, E und F.“ Ein Beispiel: Beim Pflegepersonal ist eine Umstrukturierung geplant, noch bevor die Pandemie im Landkreis ihren Höhepunkt erreicht.

Aufrechterhaltung des Krankenhausbetriebs kostet Pflegekräfte viel Kraft

Angedacht ist: Die Pflege-Teams arbeiten vier Tage durch und haben dann vier Tage frei. Bereits jetzt sei abzusehen, wie anstrengend das Aufrechterhalten des Krankenhaus-Betriebs ist, und wie schlimm es erst noch werden könnte. „Das kostet unser Pflegepersonal sehr viel Kraft.“ Die vier Ruhe- und nach vier Schichttagen seien für die Regeneration derer, die an vorderster Front im Einsatz sind, enorm wichtig.

„Und wir sehen: Die Fallzahlen steigen – auch wenn sie momentan noch nicht durch die Decke gehen“, so Heintzmann. Sie verspricht: „Wir sind gut vorbereitet.“ So gut man das eben in diesen ungewissen Tagen sein kann.

Bei aller Ungewissheit, aller Verunsicherung und aller Angst, macht eines Mut und Hoffnung: Nicht nur die ärztlich-pflegerischen Krisenteams sind im Dauereinsatz, um das Schlimmste abwenden zu können. „Alle Kollegen packen mit an und halten zusammen, der Teamgeist ist unfassbar.“

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