Die drei Erweiterungsbauten des Schongauer Gymnasiums sollen heuer errichtet werden. Für Kunst am Bau stehen rund 88.000 Euro zur Verfügung. 

Kunst am Bau

Kreis gibt 223 000 Euro für Verschönerung der Schulen frei

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Der Landkreis nimmt viel Geld in die Hand: Drei seiner Schulen bekommen Kunst am Bau. Mehr als 220 000 Euro werden investiert. Die Geldmittel segnete der Kreisausschuss einmütig ab.

Landkreis– Im Oktober vergangenen Jahres zeigten die Mitglieder des Kreistages ihr Herz für die Kreativität: Bei Kreis-Projekten, die mehr als drei Millionen Euro kosten, werden künftig extra Mittel für Kunst am Bau zur Verfügung gestellt werden. Der Beschluss fiel damals nach kontroverser Debatte – und wird nach dem derzeit laufenden Berufsschulneubau in Weilheim nun zum zweiten Mal umgesetzt. Der Kreisausschuss beschloss, Gelder im Rahmen des Gesamtbudgets für die Sanierung des Gymnasiums Weilheim sowie die Erweiterungen der Realschule und des Gymnasiums in Schongau in den Haushalt 2020 einzustellen.

Insgesamt kommen so 223 000 Euro brutto zusammen, die in die Kunst gesteckt werden. Zugrunde gelegt werden bei der Verteilung 0,5 Prozent der jeweiligen Bausumme, wie Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) vorrechnete. Der größte Brocken geht nach diesem Ansatz mit 88 000 Euro an das Gymnasium Schongau, das für rund 17,6 Millionen Euro erweitert wird. In den Genuss von 75 000 Euro kommt die Kunst am Weilheimer Gymnasium, bei dem die Bausumme für die Sanierung des Zentralbaus bei rund 15 Millionen Euro lag. Und immerhin noch 60 000 Euro stehen somit für Realschule Schongau zur Verfügung – deren Erweiterung wird mit um die 7,97 Millionen Euro veranschlagt.

Gut für die Kunst und die Künstler

Eine große Debatte gab es jetzt im Kreisausschuss nicht, ebenso regte sich kein Widerspruch. Wobei Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) sich bei der Finanzierung nicht unbedingt als Freund eines „steifen Prozentsatzes“ zeigte: „Man sollte das immer auf das Gewerk abstimmen.“ Karl-Heinz Grehl (Grüne/Weilheim) gab zwar zu, dass es „schon Geld ist, dass man ausgibt“ – allerdings brach er grundsätzlich eine Lanze für den Kreistagsbeschluss vom Oktober. „Das ist gut für unsere Kunst und unsere Künstler.“ Grehl hatte im vergangenen Jahr vergebens gefordert, dass der Landkreis in Zukunft bei jeder größeren Baumaßnahme einen gewissen Prozentsatz, maximal aber 150 000 Euro, für Kunst am Bau einplanen sollte. Am Ende hatten sich die Kreisräte mühsam und nur mehrheitlich auf den Drei-Millionen-Euro-Kompromiss verständigt.

Arbeiten sollen im Rahmen eines Wettbewerbs vergeben werden

Vergeben werden sollen die Arbeiten im Rahmen eines Wettbewerbs, wie Florian Steinbach, Leiter der kommunalen Bauverwaltung im Landratsamt, erklärte. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, man will aber den Blick auf den Pfaffenwinkel richten. „Regionale Künstler werden wir mit ansprechen“, so Steinbach. Im Gegensatz zum geplanten Kunstwettbewerb für den Neubau der Weilheimer Berufsschule – der Kreisausschuss hatte erst im Juni dort einem Wettbewerb zugestimmt und stolze 260 000 Euro für Kunst am Bau abgesegnet – solle das Auswahlverfahren bei den drei Schulen jedoch „im kleineren Kreis“ erfolgen. Steinbach: „Es wird wieder auf alle Fälle eine Jury geben.“ In dieser könnten dann externe Künstler sowie Vertreter der Schulen und des Kreistags sitzen. Zuerst soll das Thema jedoch mit den betreffenden Schulleitungen besprochen werden, das weitere Vorgehen wird laut Landrätin Jochner-Weiß erneut im Kreisausschuss behandelt.

Übrigens: Seitens der kommunalen Verbände gibt es keine Vorgaben, welche Summe für Kunst am Bau vorgehalten werden sollten. Beim Bayerischen Gemeindetag hat man auf Empfehlungen verzichtet. Pressesprecher Wilfried Schober verweist auf die Finanzhoheit vor Ort. „Das ist Ausdruck der kommunalen Selbstverwaltung.“

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