Helmut Schmidbauer aus Schongau ist Kreisheimatpfleger für Bauwerke und Denkmalschutz. 

Premiere

Landkreis verpasst sich Richtlinie für die Heimatpflege

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Der Landkreis verpasst sich eine Richtlinie für die Kreisheimatpflege. Es ist eine Premiere. Die erste Hürde wurde im Kreisausschuss genommen. Allerdings gab es Redebedarf – es ging um das Finanzielle.

Landkreis – Der Landkreis Weilheim-Schongau hat gleich zwei Heimatpfleger. Klaus Gast (Weilheim) und Helmut Schmidbauer (Schongau) kümmern sich um die historischen Errungenschaften der Region. Das Duo hat sich die Aufgabengebiete praktischerweise aufgeteilt: Gast hat Brauchtum und Tradition im Blick, Schmidbauer verantwortet Bauwerke und Denkmalschutz. Beide sind offiziell und auf Dauer vom Kreistag bestellt worden und ehrenamtlich tätig. Bislang gab es dafür keine formale Grundlage, dies soll sich allerdings künftig ändern. Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, eine „Richtlinie für den Vollzug der Heimatpflege“, wie es offiziell heißt. Darin werden unter anderem Aufgaben, Amtszeiten, Rechtsstellung und Entschädigung geregelt. Letztendlich entscheiden muss jedoch noch der Kreistag.

Hintergrund war eine Forderung aus dem Kreistag gewesen, wie von Kreissprecher Hans Rehbehn auf Nachfrage zu erfahren ist. Die Richtlinie wäre eine Neuerung und basiert auf einer entsprechenden Bekanntmachung des Kultus- sowie des Innenministeriums, immerhin aus dem Jahr 1981. Orientiert wurde sich nun an vergleichbaren Schriftstücken in den Nachbarlandkreisen, wie Rehbehn im Kreisausschuss berichtete. Große Diskussion gab es nicht. Auch die Anregungen der beiden Kreisheimatpfleger nahmen die Kreisräte widerspruchslos in den Text auf. Unter anderem hatte Klaus Gast gewünscht, dass das Amt „unpolitisch“ sei. Auch der Grundsatz, dass die Amtsträger „an keine Weisungen gebunden“ sind, fand Eingang in das Werk.

Klaus Gast aus Weilheim ist Kreisheimatpfleger für Brauchtum und Tradition. 

Kollege Schmidbauer nutzte die Gelegenheit allerdings, um ein flammendes Plädoyer für die finanzielle Entlohnung zu halten. Der Heimatpfleger zeigte sich überhaupt nicht glücklich mit dem bewussten Paragrafen, der dies regeln soll: Mit der Aufwandsentschädigung seien „auch sämtliche Nebenkosten“ sowie Auslagen für Reisen zu Zielen im Landkreis abgegolten, hatte Schmidbauer im Entwurf lesen müssen. Das just Letzteres wegfallen soll, davon hält der Schongauer gar nichts. 1200 Einzeldenkmäler in der Region habe er zu betreuen, erklärte Schmidbauer den Kreisräten. Bei 34 Gemeinden werde er zur Bauleitbefragung um Stellungnahme gebeten, ergänzte er. „Das ist eine Menge Holz.“ Darüber hinaus treffe er sich monatlich mit den Fachbehörden zu einem „Denkmalstag“, was Reisen zwischen Bernried und Bernbeuren bedeute. 150 Kilometer kämen da locker zusammen. Dass diese Fahrten nicht mehr erstattet werden sollen, „finde ich nicht richtig“, echauffierte sich der engagierte Kreisheimatpfleger. „Ich will nicht draufzahlen.“

Unterstützung erhielt er von Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU): „Wir sollten es so belassen.“ Am Ende wurden die Passagen gleich ganz gestrichen, es soll weiter eine Aufwandsentschädigung plus extra Reisekosten geben.

Schongauer Kreisheimatpfleger am Ende zufrieden

Schmidbauer war am Ende zufrieden, wie er später gegenüber der Heimatzeitung sagte. Allerdings betrifft die Neuregelung ihn und seinen Kollegen Gast gar nicht mal: Die Richtlinie tritt zwar am Tag nach dem Kreistagsbeschluss in Kraft – greift laut Behördensprecher Rehbehn aber überhaupt erst, wenn neue Kreisheimatpfleger bestellt werden. Deren Amtszeit wird dann auf zehn Jahre beschränkt, danach sind jeweils fünfjährige Verlängerungen möglich.

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Im Interview mit den Schongauer Nachrichtenerzählt Helmut Schmidbauer unter anderem, warum ihm die Heimatpflege wichtig ist, was seine Aufgaben als Kreisheimatpfleger sind und was Bürger tun können.

Gleich zwei wichtige Denkmäler standen auf der Liste der „Denkmalschutztour“:

Der Fohlenhof in Rottenbuch und die St. Anna-Kirche in Schongau.

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