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Masernimpfungen sind in den Kitas im Landkreis Weilheim-Schongau kein Thema.

Diskussion über Impfpflicht

Masernimpfung in Kitas kein Thema

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Soll eine Impfpflicht gegen Masern eingeführt werden? In den Kindergärten im Landkreis Weilheim-Schongau ist man sich einig, wie mit dem Thema Impfen umgegangen werden sollte.

Weilheim-Schongau– „Ein ganz schwieriges Kapitel“, sagt Ingrid Lang vom Kindergarten St. Franziskus in Schongau zur Debatte über die Impfpflicht gegen Masern. Bekanntlich streiten zur Zeit Politiker mehrerer Parteien darüber, ob eine solche Pflicht eingeführt werden soll, nachdem sich die Masernfälle in Deutschland zuletzt wieder gehäuft hatten.

Ein Thema, bei dem die Meinungen weit auseinandergehen. Auch die Erzieherinnen sind sich untereinander nicht ganz einig, verrät Lang: „Jeder hat seine Erfahrungen. Einige sprechen sich klar für das Impfen aus, andere lehnen es komplett ab“. Das seien aber alles persönliche Einschätzungen, so Lang.

Eltern entscheiden über Impfungen

Letztendlich bleibt es den Eltern selbst überlassen, ob sie ihre Kinder impfen lassen. Das ist auch gut so, findet sie. Eine Impfpflicht lehnt sie ab. Aber: „Durch die Debatte wird noch einmal intensiv über die Impfungen nachgedacht. Und darauf aufmerksam gemacht, dass man nicht leichtfertig mit der Krankheit umgehen sollte“.

Ähnlich sieht das auch Katrin Dalkowski vom Montessori Kindergarten Villa Kunterbunt in Penzberg. Von einer Impfpflicht, hält auch sie nichts. „Ob Kinder geimpft werden oder nicht, sollten die Eltern entscheiden“, findet sie. Das Thema spiele im Kindergarten aber keine große Rolle. Nur bei der Neuanmeldung im Kindergarten werde über den Impfschutz gesprochen.

Infektionsschutzgesetz schreibt Impfberatung vor

Im Infektionsschutzgesetz ist festgelegt, dass Eltern einen schriftlichen Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorlegen müssen, wenn sie ihr Kind im Kindergarten anmelden wollen, erklärt Dr. Richela Fischer vom Gesundheitsamt Weilheim-Schongau. Zum Beispiel wird auch eine zeitnahe U-Untersuchung anerkannt, weil hier ebenfalls über Impfungen aufgeklärt wird.

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Weil viele Impfungen in das Kindergartenalter fallen, werde hin und wieder darüber gesprochen, erklärt Sylvia Jocher vom Naturkindergarten Oberhausen. Über die Impfpflicht gegen Masern werde aber nicht im Speziellen diskutiert. Informationen zum Thema Impfen und Gesundheitsvorsorge, die der Kindergarten vom Gesundheitsamt bekommt, werden an die die Eltern weitergegeben. „Wir haben eine sehr bewusste Elternschaft, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzt, sich Gedanken macht und dann individuell entscheidet“, so Jocher.

Keine Masernfälle in den Kindergärten im Landkreis Weilheim-Schongau

Auch im AWO-Kinderhaus Villa Kunterbunt in Weilheim ist die mögliche Impfpflicht kein Thema. Laut Leiterin Constanze Poguntke seien ohnehin alle Kinder geimpft. Einen Masernfall hatten sie noch nie. In den anderen gefragten Kindergärten gab es in den vergangenen Jahren ebenfalls keine Masernerkrankungen.

Die Zahlen des Gesundheitsamtes bestätigen das. Im Jahr 2018 wurde lediglich ein Masernfall gemeldet. Dabei handelte es sich um ein Kind aus der Ukraine, welches zu Besuch war. Heuer wurde noch keine Masernerkrankung gemeldet.

Impfquote in Bayern stieg- auch im Landkreis Weilheim-Schongau sind viele Kinder geimpft

Auch ohne Pflicht: Die Impfquote gegen Masern stieg in den letzten Jahren bei einzuschulenden Kindern in Bayern kontinuierlich, sagt Dr. Richela Fischer vom Gesundheitsamt. Im Landkreis Weilheim-Schongau waren zum Schuljahr 2016/2017 93,8 Prozent der Kinder gegen Masern geimpft, 89,2 Prozent der Kinder konnten beide Impfungen vorweisen.

Die erste Masernimpfung wird für Kinder im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite Schutzimpfung für Kinder im Alter von 15 bis 23 Monaten, sagt Fischer. Auch für Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden, mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung, oder mit nur einer Masernimpfung in der Kindheit, wird eine einmalige Impfung empfohlen.

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