Kinder und Mitarbeiter in Kitas und Schulen müssen zukünftig gegen Masern geimpft sein.
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Kinder und Mitarbeiter in Kitas und Schulen müssen zukünftig gegen Masern geimpft sein.

Umgang mit neuer Regelung

Masernimpfung zukünftig Pflicht: Kitas müssen Nachweise einfordern

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Kinder und Mitarbeiter in Kitas und Schulen müssen zukünftig gegen Masern geimpft sein. Wir haben nachgefragt, wie Einrichtungen im Landkreis Weilheim-Schongau mit der neuen Regelung umgehen.

Landkreis – Jährlich schaut sich das Gesundheitsamt die Impfbücher der Sechstklässler an. Kürzlich war es am Gymnasium Weilheim soweit, was die Schule gleich zum Anlass genommen hat, Schüler und Eltern erneut auf das neue Masernschutzgesetz hinzuweisen und die Impfbücher auf die entsprechenden zwei Impfungen zu überprüfen. Dazu sind Schulen und Kitas seit 1. März verpflichtet.

„Das Thema Masernimpfung ist wegen Corona und den Schließungen etwas in den Hintergrund gerückt – für uns ist es aber natürlich immer noch aktuell“, sagt Manuela Otschik, Leiterin der Caritas-Kindertageseinrichtung St. Michael in Peiting.

Kinder brauchen Masernimpfung: Frist bis Juli 2021

Nur wer gegen Masern geimpft ist, bekommt zukünftig einen Kitaplatz, so sieht es das neue Gesetz vor. Bedeutet: Die Kindergartenleiter müssen bei Neueinschreibungen den ausreichenden Impfschutz der Kinder überprüfen. „Ein ganz schöner Batzen“, sagt Bianca Höfler, Leiterin des Penzberger AWOlino Kindergartens, zu dem Mehraufwand. Allerdings nur in der Einführungsphase des Gesetzes. Denn auch die Masernimpfungen der 130 bereits eingeschriebenen Kinder sowie der Mitarbeiter müssen kontrolliert werden. Sie haben dazu aber noch bis 31. Juli 2021 Zeit. „Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen, bis die Frist abläuft“, so Höfler. Wenn sich alles eingespielt hat, und der Impfschutz nur noch bei Neuaufnahmen überprüft werden muss, sei mit dem Aufwand gut umzugehen.

Der AWOlino Kindergarten hat Elterninfobriefe über das neue Masernschutzgesetz herausgegeben und wollte ab Juli nach und nach den Impfschutz überprüfen. Alle Kindergärten wurden im März unter anderem durch einen Newsletter des Staatsministeriums über die neue Regelung informiert. „Es gibt klare Richtlinien, wie wir den Impfschutz überprüfen müssen“, so Höfler.

Kindergärten informieren Eltern über neue Regelungen zur Masernimpfung

Auch im Kindergarten Regenbogen in Peißenberg ist man mit den Informationen von offizieller Seite zufrieden. Zusätzlich hätten sie auch von der evangelischen Kirche als Träger des Kindergartens einen Newsletter erhalten.

Die Infos gibt der Kindergarten per Aushang an die Eltern weiter. Die meisten Kinder seien bereits gegen Masern geimpft. Und der Aufwand, den Impfschutz zu überprüfen, halte sich in Grenzen. Bei Neuanmeldungen schauen sich die Erzieherinnen den Impfausweis jedes Kindes an – nun überprüfen sie ihn eben auch auf die Masernimpfung. Der Nachweis kann auch durch das gelbe Untersuchungsheft oder, bei bereits erlittener Krankheit, ein ärztliches Attest erbracht werden.

Masernimpfung: Kitas müssen Nachweise einfordern

Manuela Otschik von der Caritas-Kindertageseinrichtung St. Michael in Peiting sieht das ganze etwas kritischer. Noch sei der Aufwand nicht abzuschätzen. Wenn es nur darum gehe, den Impfausweis anzuschauen und im Computer ein Datum zu vermerken, wie etwa bei den Neuanmeldungen, sei es nicht viel Arbeit, sagt Otschik. „Spannend wird es, wenn kein Nachweis gebracht wird und Eltern sich weigern, ihr Kind impfen zu lassen. Wir müssen das immer auf dem Schirm haben, immer hinterher sein.“

Otschik befürchtet, dass im Alltagsgeschehen etwas übersehen wird, zum Beispiel, wenn der momentane Gesundheitszustand eines Kindes keine Impfung zulasse – schließlich hat sie noch vielfältige andere Aufgaben. Versäumt sie es, ein nicht geimpftes Kind beim Gesundheitsamt zu melden, könnte es passieren, dass sie ein Ordnungsgeld zahlen muss, sagt Otschik.

Unklar, wie viele Kinder noch gegen Masern geimpft werden müssen

Mit einem Infoschreiben hat die Kita St. Michael die Eltern bereits über die Masernimpfpflicht informiert. „Es gab Unsicherheiten, was auf sie zukommt“, erklärt Otschik. „Außerdem wollten wir darauf hinweisen, dass wir Zeit haben, um die Nachweise zu erbringen und nicht hektisch in Aktionismus verfallen.“

Wie viele Kinder betroffen sind und noch gegen Masern geimpft werden müssen, lasse sich noch schwer sagen, so Richela Fischer vom Gesundheitsamt Weilheim-Schongau. So konnten 93,8 Prozent der Einschulkinder im Schuljahr 2016/2017 die erste Masernimpfung, 89,2 Prozent auch die zweite vorweisen. „Das ist aber nur eine Momentaufnahme – ob die Impfung nachgeholt wird, wird nicht mehr erfasst. Und es geht nur um eine Altersgruppe“, wirft Fischer ein.

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