Eine Maske nach der anderen haben die Nähbienen aus dem Landkreis gefertigt.
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Eine Maske nach der anderen haben die Nähbienen aus dem Landkreis gefertigt.

Masken genäht

Nähbienen spenden 4800 Euro: Geld soll in der Region Weilheim-Schongau bleiben

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Wochenlang haben Ehrenamtliche im Landkreis fleißig Masken genäht. Die Nähbienen ziehen eine positive Bilanz ihrer Aktion und verraten, wem das gespendete Geld zu Gute kommen soll.

Landkreis – Die Nähmaschine von Julia Zerruhn ratterte in den vergangenen Wochen fast ohne Unterbrechung. Oft bis spät in die Nacht hat die Initiatorin der „Nähbienen“ mit rund 20 Mitstreiterinnen aus dem gesamten Landkreis eine Maske nach der anderen gefertigt. Doch jetzt ist Schluss. Der Bedarf ist weitestgehend gedeckt. Seit die Masken zur Pflicht wurden und immer mehr Geschäfte den Schutz verkauften, haben die Nähbienen die Produktion langsam eingestellt, erklärt Zerruhn. Sie blickt zufrieden auf die Aktion zurück.

Circa 4000 sogenannte Community-Masken aus Stoff haben die Nähbienen hergestellt. Hinzu kommen rund 1000 Nähkits, die die Ehrenamtlichen zusammengepackt und kostenfrei zum Selbernähen in Geschäften ausgelegt haben. „Das hat guten Anklang gefunden, die Kisten mit den Sets waren jeden Abend leer“, freut sich Zerruhn.

Nähbienen fertigten Masken für Einrichtungen und Risikopatienten 

Ziel der Aktion sei es gewesen, zunächst vor allem die Menschen mit Masken zu versorgen, die sie am dringendsten benötigten, als die medizinischen Schutzmasken vergriffen waren. „Große Mengen gingen an Einrichtungen wie Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime“, sagt Zerruhn. Die hätten teilweise bis zu 100 Masken auf einmal bestellt. Aber auch Privatpersonen, insbesondere Risikopatienten, sollten mit Masken der Nähbienen versorgt werden. „Über Facebook, Mail und das Telefon kamen sehr viele Aufträge, die alle beantwortet werden mussten“, erzählt Zerruhn. „Manche Anfragen mussten wir leider auch ablehnen. Wir konnten nicht jeden mit einer Maske ausstatten. Das wäre uferlos gewesen.“

Organisatorin Julia Zerruhn aus Peißenberg hat die Nähaktion mit einem Facebook-Aufruf gestartet

Die fertigen Masken sowie die Nähsets wurden gegen Spenden abgegeben. Und die kamen reichlich zusammen, freut sich Zerruhn. Sowohl was Material (Stoff und Drähte) angeht, als auch Geld. „Viele haben uns auch unterstützt, ohne eine eigene Maske zu wollen.“

Lesen Sie auch: Weil sie rechtliche Folgen befürchteten, stellten die „Nähbienen“ keine Masken mehr her. Doch dann ruderten die Abmahnanwälte zurück. Und der Wirtschaftsminister äußerte sich.

Nähbienen spenden an Organisationen und Projekte aus der Region

Das Fazit: „Das Geld, das nach Abzug der Materialkosten übrig geblieben ist – 4800 Euro – wollen wir gerne an Organisationen und Projekte aus der Region spenden“, sagt Julia Zerruhn. „Uns war wichtig, dass die Spenden in der Region bleiben.“ Das Geld wird nun auf zehn Einrichtungen aufgeteilt. Jeweils 480 Euro gehen an Primi Passi Oberland, Frauenhaus Murnau, Marienkäfer e.V., Schongau belebt (für die neue Bücherzelle), Klinik-Clowns, SOS Kinderdorf Weilheim, Hockey for Hope Kaufbeuren, Tafel Schongau, Gabentisch Peißenberg und Sternengwand.

Gefreut haben sich die Nähbienen auch über das positive Feedback aus der Bevölkerung. „Viele haben uns supernette Mails geschrieben und sich für die Aktion bedankt. Das war toll.“

Nähbienen wollen sich treffen

Die Frauen, die als Nähbienen vereint Masken hergestellt haben, kennen sich eigentlich gar nicht persönlich. Über einen Facebookaufruf Zerruhns haben sie zusammengefunden und sich später in einer WhatsApp-Gruppe ausgetauscht. Sobald es wieder möglich ist, wollen sich die Ehrenamtlichen aber gerne einmal persönlich treffen, sagt Zerruhn. Das sei schon fest geplant.

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