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Vertreter der ausgezeichneten Schulen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau mit Kultusminister Michael Piazolo (mitte). Sie erhielten je eine Fahne, eine Urkunde und ein digitales Logo. 

Viele Projekte durchgeführt

Sieben Schulen im Landkreis  als „Umweltschulen“ ausgezeichnet

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Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden von immer mehr Schulen aufgegriffen. Jetzt wurden sieben Schulen aus dem Landkreis als „Umweltschulen“ ausgezeichnet. Zwei von ihnen tragen die Auszeichnung heuer zum ersten Mal.

Landkreis – Zum ersten Mal darf sich das Gymnasium Weilheim „Umweltschule“ nennen. Schulleiterin Beate Sitek hatte eigentlich im Sinn, sich erst im Schuljahr 2019/2020 an der Ausschreibung zu beteiligen – doch Lehrer und Schüler waren von der Idee so begeistert, dass man kurzfristig beschloss, das Projekt „Umweltschule“ schon im Schuljahr 2018/2019 in Angriff zu nehmen. Fridays-for-Future wurde erst im Laufe des Schuljahrs zur weltweiten Bewegung, so Sitek. „Es ist schön, sagen zu können, dass wir nicht nur auf die Straße gehen und Forderungen stellen. Wir möchten wirklich handeln, Umweltschutz leben und unsere Einstellung zu Konsum ändern.“

Das Gymnasium beschäftigte sich mit mehreren Umweltprojekten. Zum Beispiel wurde an der Ammer Plastikmüll gesammelt und kartiert, das schuleigene Müllsortierungssystem und das Verpackungsaufkommen in der Mensa analysiert und alternative Behältnisse gefunden.

Lehrer und Schüler sind weiterhin überzeugt in Sachen „Umweltschule“. „Wir machen heuer wieder mit“, erzählt Sitek. Zum Beispiel sei ein Schulgartenprojekt in Zusammenarbeit mit dem Gmünder Hof geplant. Schüler wollen außerdem Einzelaktionen starten. „Es geht auch um Demokratievermittlung. Schüler sollen sich für das einsetzten, was sie für sinnvoll halten und uns davon überzeugen“, so Sitek. Zum Beispiel sei die Idee aufgekommen, einen „Greenshop“ einzurichten – mit fair gehandelten und nachhaltigen Produkten, etwa aus dem eigenen Schulgarten.

Insgesamt 479 Schulen aus ganz Bayern tragen das Prädikat „Umweltschule 2018/2019“. Beworben hatten sich sogar 521. Im vorherigen Schuljahr 2017/2018 wurden nur 375 Umweltschulen ausgezeichnet. Die Zahlen im Landkreis Weilheim-Schongau sind allerdings relativ stabil geblieben. So zählt die Joseph-Lentner-Grundschule in Peiting nicht mehr als Umweltschule – dafür kamen das Weilheimer Gymnasium und die Grundschule Bernried neu auf die Liste.

Jeden Monat eine Nachrichtensendung mit Umwelttipps

Besonders umweltbewusst sind offenbar die Penzberger Schulen: Gymnasium, Bürgermeister-Prandl Mittelschule sowie die Heinrich Campendonk-Realschule nahmen Urkunde und Fahne entgegen. Alle drei beschäftigten sich mit Nachhaltigkeit. So bildete sich an der Mittelschule eine Gruppe von Umweltmanagern, die sich um mehr Klimaschutz in der Schule bemühten. Und das Schulradio „Klimafunk 1“ wurde eingerichtet. Jeden Monat gab es eine Nachrichtensendung mit Umwelttipps.

Das Gymnasium Penzberg führte einen Energiespar-Workshop durch, gewann beim Stadtradeln und einige Schüler stellten Naturkosmetik her. Währenddessen stellte die Realschule auf Recycling-Kopierpapier um, verkaufte fair gehandelte Produkte im Schülercafé und stellte Plastik aus biologischen Rohstoffen her.

Auch im Schongauer Land gibt es Umweltschulen: die Grundschule Hohenfurch und die Mittelschule Peiting. Peiting trägt den Titel bereits zum 14. Mal. „Für uns ist es selbstverständlich, dass wir uns jedes Jahr bewerben“, erzählt Projektleiter Wolfgang Wimmer. Die Mittelschule ist natürlich auch heuer wieder am Start. „Es ist eine super Möglichkeit, nach außen zu zeigen, dass wir aktiv sind“, so Wimmer. Vom LBV gibt es immer wieder Input, was angepackt werden könne.

So setzen sich die Mittelschüler im vergangenen Schuljahr beispielsweise für Insekten ein. „Wir haben Blühflächen angelegt, sogenannte gschlamperte Ecken als Rückzugsort auf dem Schulgelände gelassen und ein Insektenhotel gebaut“, erzählt Wimmer. Außerdem erstellten die Zehntklässler Erklärvideos zum Thema „Klimaschutz im Klassenzimmer“, um innerhalb der Schule darauf aufmerksam zu machen, welches Entwicklungspotenzial herrscht. Jede Klasse hat außerdem einen Umweltscout bestimmt. Er schaut darauf, dass sparsam mit Ressourcen umgegangen wird. Das Projekt wird im aktuellen Schuljahr weitergeführt – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.

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