Der Böllerverkauf hat begonnen. Thomas Cichowski, Leiter des Edeka-Marktes in Weilheim, berät Antonella Favara bei der Auswahl des passenden Silvesterfeuerwerks.
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Der Böllerverkauf hat begonnen. Thomas Cichowski, Leiter des Edeka-Marktes in Weilheim, berät Antonella Favara bei der Auswahl des passenden Silvesterfeuerwerks.

Feuerwerk zum Jahreswechsel

Sperrzonen für Silvesterböller

  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Silvester steht vor der Tür. Bis 31. Dezember können sich Feuerwerkfans mit Raketen und Böllern eindecken. Aber Achtung: Nicht überall ist die Knallerei erlaubt. Hier ein Überblick.

Weilheim-SchongauDie Gesetzeslage für das Silvestervergnügen ist klar geregelt: In Deutschland ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 laut Sprengstoffgesetz nur an den letzten drei Werktagen des Jahres erlaubt. Gezündet werden dürfen die Errungenschaften nur am letzten Tag des alten Jahres und am 1. Januar. Doch dem Gebrauch der Raketen und Böller in der Silvesternacht setzt manche Kommune im Landkreis eine Grenze.

In Weilheim ruft die Stadt dazu auf, die Feuerwerkskörper „auf Grund der erhöhten Brandgefahr“ nicht in der Altstadt, innerhalb der Stadtmauer, und in der Oberen Stadt abzuschießen. Wer böllern möchte, soll dies auf freien Flächen mit ausreichend Abstand zur Bebauung tun. „Das unsachgemäße Verwenden von Feuerwerkskörpern führt alljährlich zu schweren Unfällen und erheblichen Sachschäden“, mahnt Bürgermeister Markus Loth.

In Schongau gilt ein generelles Böllerverbot in der Altstadt. Außerdem im Bereich der Bücherei am Schwanenweiher und am Schloßberg, heißt es im Rathaus. Hintergrund: 2008 kam es zur Beinahe-Katastrophe, als eine Silvesterrakete ein Fenster der Stadtpfarrkirche durchschlug und knapp am Christbaum vorbeiraste.

In Penzberg ist der Stadtplatz mit dem „Eismärchen“ tabu: Laut Stadt ist das Zünden von Feuerwerkskörpern auf dem gesamten Areal untersagt.

Peißenberg verzichtet laut Andreas Fischer vom Ordnungsamt auf Verbotszonen. „Grundsätzlich ist es überall gestattet.“ Allerdings gibt es heuer erstmals eine Ausnahme: Vergangene Woche erließ die Verwaltung eine Allgemeinverfügung für ein Abbrennverbot an der Weilheimer Straße, im Bereich der alten Mühle in Richtung Oderding. Und zwar aus Gründen der Verkehrssicherheit, wie Fischer erklärt: Eine dortige Brücke sei nicht mehr in der Lage, im Notfall von Rettungskräften oder Feuerwehr genutzt zu werden.

„Keinen speziellen Bereich“ hat dagegen Peiting laut Julian Weninger vom Ordnungsamt als Verbotszone ausgewiesen. Er verweist jedoch auf die üblichen Sicherheitsbereiche wie bei Kirchen, Kindertagesstätten und am Altersheim.

Doch nicht nur die großen Kommunen sind restriktiv. In Hohenpeißenberg ist traditionell in der Neujahrsnacht die Zufahrt auf den „Bayerischen Rigi“ von 22.30 bis 0.30 Uhr für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Außerdem ist es verboten, im oberen Bereich rund um die Wallfahrtskirche Feuerwerkskörper abzubrennen. Hohenfurch hat seit vielen Jahren ein Verbot für den bebauten Ortsbereich erlassen, ansonsten gilt ein Mindestabstand von 200 Metern zur nächsten Bebauung. Bei windigem Wetter gilt die Anordnung für den „gesamten Gemarkungsbereich der Gemeinde“, teilt Bürgermeister Guntram Vogelsgesang mit. Hintergrund ist der Brand eines Bauernhofs 1978 – verursacht durch eine Rakete. Ähnlich geht Böbing vor: Klasse-II-Feuerwerk darf „im gesamten bebauten Gemeindebereich“ nicht gezündet werden, so Bürgermeister Peter Erhard – bei Wind sei das komplette Gemeindegebiet Sperrzone.

Rottenbuch erlaubt seit geraumer Zeit kein Feuerwerk im historischen Klosterbereich. Für Schönberg gilt ein Verbot für die Dorfstraße. Das Böllerverbot wurde erstmals im Jahr 2013 auf Antrag eines Anwohners erlassen.

Einen neuen Weg geht heuer Oberhausen. Dort segnete der Gemeinderat einen Aufruf ab: Die Bürger mögen doch bitte auf die Knallerei verzichten und das Geld lieber spenden. Dafür wird ein Konto für einen guten Zweck im Dorf eingerichtet.

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