Sportler trainieren jetzt vermehrt in den Eisstadien. Die sind schon geöffnet.
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Sportler trainieren jetzt vermehrt in den Eisstadien. Die sind schon geöffnet.

Eventuell frühere Öffnung

Sporthallen bleiben zu – zumindest vorerst

  • Elena Siegl
    vonElena Siegl
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Die Sporthallen in Bayern durften am 8. Juni wieder öffnen. Im Landkreis Weilheim-Schongau sieht das allerdings anders aus. Die Entscheidung stößt auf unterschiedliche Reaktionen bei den TSVs.

Landkreis – Für Norbert Merk, Kämmerer des Landkreises Weilheim-Schongau gibt es mehrere Gründe, die gegen eine Sporthallenöffnung zum jetzigen Zeitpunkt sprechen. „Viele Hallen werden für Abschlussprüfungen benötigt und können zur Zeit gar nicht für Sport genutzt werden“, erklärt Merk. Außerdem werden Veranstaltungen in die Sporthallen verlegt, um die Abstände besser einhalten zu können. Lehrerkonferenzen, bei denen alle Lehrkräfte anwesend sein müssen, zum Beispiel. „Daran wird sich in den nächsten Wochen erst einmal nichts ändern“, so Merk.

Und dann stehen schon bald die Sommerferien an, in denen die Hallen ohnehin immer zu sein, um Revisionsarbeiten durchführen zu können. „Alles in allem wären die Hallen bis September also nur für zwei oder drei Wochen für Sportler nutzbar.“

Sporthallenöffnung im Landkreis: Hygienekonzept soll vom Gesundheitsamt abgesegnet werden

Hinzu komme, dass es für die Hallennutzungen zahlreiche Vorschriften gibt und erst noch ein Hygienekonzept erarbeitet werden muss, das auch vom Gesundheitsamt abgesegnet werden soll, so Merk.

Erst zum Ende der Sommerferien sollen die landkreiseigenen Hallen, dazu gehören zum Beispiel die Berufsschulturnhallen oder die Jahnhalle in Weilheim, wieder öffnen. Den Entschluss hat das Landratsamt auch mit den Bürgermeistern aus den fünf größten Gemeinden des Landkreises (Weilheim, Penzberg, Schongau, Peiting und Peißenberg) abgesprochen. „Wir haben angeregt, eine einheitliche Lösung zu finden, damit es für alle Bürger auch nachvollziehbar ist“, erklärt Merk. Auch das Hygienekonzept könne gemeinsam erarbeitet werden „und es muss nicht jeder für sich rumwursteln“. Letztendlich entscheide aber jeder Betreiber selbst, ob und wann er wieder öffnet. Seit 8. Juni ist das Training in Hallen in Bayern eigentlich wieder erlaubt.

Peißenberg und Schongau ziehen frühere Sporthallenöffnung in Betracht

Während zunächst alle Gemeinden der Öffnung ab September zustimmten, ziehen einige nun doch eine frühere Öffnung in Betracht. Auch, weil deren TSVs sich für einen früheren Start stark machen.

So unterstützt zum Beispiel Peißenberg den Wunsch, wieder in die Halle zu gehen. Dem Gesundheitsamt liegt ein Hygienekonzept vor. Gibt es keine Einwände, kann wieder drinnen trainiert werden.

TSV Schongau setzt sich für frühere Öffnung ein

Auch in Schongau ist man mittlerweile „bemüht, die städtischen Sporthallen schnellstmöglich zu öffnen“, so Bürgermeister Falk Sluyterman auf Nachfrage. „Für uns ist es unwahrscheinlich wichtig, dass wieder trainiert werden darf“, betont Ralf Konstantin, Vorsitzender des TSV Schongau. Außerdem sei für ihn die weitere Schließung der Hallen nicht nachvollziehbar, wenn in anderen bayerischen Orten wieder trainiert werde.

Deswegen habe man das Gespräch mit der Stadt gesucht und ist zuversichtlich, dass zumindest die Lechsporthalle früher öffnet. „Ein genauer Termin kann noch nicht genannt werden“, so Sluyterman. Ebenso wie in Peißenberg, erarbeitet die Stadt gerade ein Schutz- und Hygienekonzept. „Sollte es von Seiten des Gesundheitsamtes keine Einwände geben, steht einer Öffnung nichts mehr im Wege.“

TSV Schongau weicht auf eigene Hallen aus

Solange die städtischen Hallen noch geschlossen sind, werden die vereinseigenen Hallen, sprich Eisstadion und Fitnessraum, von mehreren Abteilungen genutzt. „Die Räume sind nicht für alle Sportarten geeignet, aber es ist besser als nichts“, so Konstantin. Auch, weil genügend Zeit zwischen den Trainings eingeplant werden muss, zum Beispiel, um die Halle zu lüften, sind die Hallen in nächster Zeit sehr ausgelastet.

Alle Außenanlagen dürfen wieder fürs Training genutzt werden

Die Außenanlagen im Landkreis dürfen seit 8. Juni alle wieder genutzt werden – seien sie landkreiseigen oder kommunal. Allerdings müssen bestimmte Hygieneregeln eingehalten werden. Dazu zählt, dass Umkleideräume und Duschen zu bleiben, maximal 20 Sportler zusammen trainieren und Abstand halten.

TSV Weilheim: Sportler trainieren vermehrt draußen

Die Möglichkeit, draußen zu trainieren, nimmt der TSV Weilheim nun verstärkt in Anspruch. „Sogar typische Indoorsportarten wie Taekwondo und Fechten wollen draußen trainieren“, sagt TSV-Vorstand Dieter Pausch. „Die Hallenschließung macht uns zwar nicht glücklich aber es ist auch schwierig, dafür zu garantieren, dass die umfassenden Regeln von allen eingehalten werden.“ Bis Ende August könne man sich mit Alternativen arrangieren.

„Wir haben vereinbart, dass definierte Trainingsgruppen, die leistungsorientiert zum Beispiel Basketball oder Handball spielen, ab ersten September wieder in die Hallen dürfen, um sich auf die Saison vorzubereiten“, sagt Pausch. Zumindest wenn sich die Corona-Zahlen weiterhin so positiv entwickeln.

Peiting hat Eisstadion geöffnet

In Peiting wird ebenfalls vermehrt draußen trainiert. Das sei laut TSV-Vorstand Günther Neureuther kein Problem. „Alle Abteilungen können nach Absprache auch in die Eishalle.“ Die wurde laut Stefan Kort, Geschäftsstellenleiter im Peitinger Rathaus, wieder geöffnet, weil es hier „unkritischer schien. Durch die Größe der Halle ist eine ausreichende Durchlüftung einfacher zu gewährleisten.“ Die übrigen Sportanlagen sollen, aus ähnlichen Gründen wie die landkreiseigenen, bis Ende August zu bleiben. „Es wird aber noch einmal ein Gespräch mit dem Bürgermeister diesbezüglich geben“, so Neureuther.

TSV Penzberg: Belüftung der Hallen als größtes Problem

Auch in Penzbergwird zur Zeit ausschließlich draußen trainiert. „Das läuft sehr gut. Wir nutzen jetzt den Sommer“, so TSV Vorstand Michaela Schott. Für alle Sportarten hat der TSV Penzberg ein eigenes Hygienekonzept ausgearbeitet. Zum Beispiel, dass jeder einen eigenen Ball braucht. Außerdem muss sich jeder vorher anmelden, bevor er ins Training kommen darf.

Dass die Hallen noch nicht Öffnen, war für Michaela Schott keine Überraschung. Das größte Problem sieht sie bei der Belüftung der Hallen. „Das ist oft gar nicht machbar.“ Ein gutes Gefühl hätte sie als Vorsitzende nicht, wenn jetzt wieder mit dem Training in der Halle begonnen werden würde. Deshalb sei sie über die Forderungen des TSV Peißenberg auch sehr überrascht gewesen.

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Außerdem interessant: Deutschland soll dank des milliardenschweren Konjunkturpakets mit einem „Wumms“aus der corona-bedingten Wirtschaftskrise kommen. Die Reaktionen im Landkreis fallen unterschiedlich aus.

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