+
Die Biergartenbetreiber im Landkreis freuen sich darüber, dass es während der Saison länger hell bleibt.

Umfrage im Landkreis zur Abschaffung der Zeitumstellung 

Klarer Trend im Landkreis Weilheim-Schongau: Vorfreude auf die ewige Sommerzeit

Die von der EU vorgeschlagene Abschaffung der Zeitumstellung findet auch im Landkreis Weilheim-Schongau viele Befürworter – vor allem bei Biergartenbetreibern und Bauern. 

Weilheim-Schongau – Allgemein geht die Tendenz zur Beibehaltung der Sommerzeit: „Das Hin und Her ist für Mensch und Tier nicht so toll“, sagt der BDM-Kreisvorsitzende Bernhard Heger aus Peißenberg. Bei der Zeitumstellung im Frühjahr und im Herbst werde der tägliche Rhythmus gestört. 

„Vor allem die Kälber machen sich bemerkbar, wenn die Fütterung eine Stunde später erfolgt“, weiß der Bauernvertreter. Er unterstützt die Pläne der EU, die Zeitumstellung zu beenden. „Dann tun wir Bauern uns leichter“, ergänzt BBV-Kreisobmann Wolfgang Scholz aus Sachsenried.

BDM-Kreisvorsitzender Bernhard Heger: „Zeitumstellung hin oder her, wir Bauern haben ganz andere Probleme!“

Zeitumstellung: Stadtwerke in Weilheim müssen manuell nacharbeiten

Wenn die halbjährige Zeitumstellung wegfällt, würde das auch Peter Müller, der Leiter der Stadtwerke Weilheim, begrüßen. Denn diese Umstellung erfordere immer ein manuelles Nacharbeiten, damit die Jahresabrechnung bei allen Kunden stimme. Der Computer berechne 365 Tage mal 24 Stunden, wenn dann aber eine Stunde weniger oder mehr anfalle, müsse dies immer extra berücksichtigt werden, und zwar in Handarbeit.

Peter Müller von den Stadtwerken in Weilheim.

„Vor 30 Jahren, als die Sommerzeit eingeführt wurde, hat es noch keine energiesparenden LED-Lampen gegeben“, erklärt Müller . Heutzutage komme der Gedanke der Energieeinsparung bei einer Zeitumstellung kaum mehr zum Tragen. Dem kann sich auch Alexander Joseph, der Leiter der Stadtwerke Schongau, anschließen. Wenn er zwischen Sommerzeit und Winterzeit wählen könnte, dann wäre ihm die Sommerzeit lieber, erklärt Joseph auf Anfrage der Heimatzeitung.

Biergartenbetreiber spricht sich klar für ständige Sommerzeit aus

Ganz klar für eine ständige Sommerzeit spricht sich auch Hubert Grenzebach vom Hof-Biergarten in Raisting-Stillern aus. Über das Thema Zeitumstellung sei in seiner Familie in diesen Tagen ausführlich diskutiert worden. Ganz einig sei man sich nicht geworden, „aber mir wäre am .liebsten, wenn die Sommerzeit das ganze Jahr über gilt“, sagt Grenzebach. „Das ist besser für das Geschäft“, fügt er hinzu. Wenn es abends länger hell sei, dann würden die Leute auch länger im Biergarten verweilen.

Auch interessant: Soll eine Impfpflicht gegen Masern eingeführt werden? In den Kindergärten im Landkreis Weilheim-Schongau ist man sich einig, wie mit dem Thema Impfen umgegangen werden sollte.

Abschaffung der Zeitumstellung: Uhrmachermeister fürchtet Wirrwarr

Eine Abschaffung der Zeitumstellung müsste eigentlich auch einem Uhrmachermeister wie Christoph Marksteiner aus Penzberg entgegenkommen. Wenn am kommenden Sonntag die Sommerzeit in Kraft tritt und die Uhren von zwei auf drei eine Stunde vorgestellt werden, dann bedeutet das für ihn, dass er rund 400 Uhren in seiner Schaufensterauslage per Hand umstellen muss. Lediglich bei den funkgesteuerten Uhren erfolge dies automatisch.

Marksteiner geht aber davon aus, dass sich die 28 Mitgliedsstaaten der EU nicht auf eine einheitliche Zeit einigen können. Da ist sich der Penzberger Uhrmachermeister ziemlich sicher. Europa liege viel zu weit auseinander. Wenn es in Polen hell werde, sei es in Portugal noch duster. Mit einer einheitlichen Zeit könne man dies nicht ändern. Seine Einschätzung deckt sich mit der vieler Experten, die ein Uhrzeit-Wirrwarr in der EU fürchten.

Skiliftbetreiber kann gut mit Zeitumstellung leben

Maria Erhard mit Schwiegertochter Steffi und Enkel Samuel am Bromberg-Skilift in Böbing.  

Einer, die mit der Zeitumstellung ganz gut leben kann, ist der Skiliftbetreiber Werner Erhard von der Brombergalm in Böbing. Für den Skibetrieb brauche man im Winter keine Sommerzeit, sagen Werner und Maria Erhard schmunzelnd.  

mg

Lesen Sie auch: Der Automobilzulieferer Hoerbiger trennt sich von seinem Geschäftsbereich Automatisierungstechnik. Obwohl ihre Jobs fürs Erste sicher bleiben, sind viele der 132 betroffenen Beschäftigten traurig.

Auch interessant: Die Anschuldigungen gegen Angehörige der Bundeswehr in Altenstadt klingen dramatisch: Flugzeuge für die Fallschirmspringer sollen zu teuer angemietet worden sein, behauptet ein Oberstleutnant der Reserve, der Strafanzeige gestellt hat.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz: Amokalarm an Berufsschule Schongau ausgelöst - Das steckt dahinter
Eine Durchsage warnte vor einem Amoklauf an der Berufsschule Schongau. Zunächst war unklar, warum der Alarm ausgelöst worden war. 
Großeinsatz: Amokalarm an Berufsschule Schongau ausgelöst - Das steckt dahinter
Die Biene mit allen Sinnen erforschen
Das Drei-Jahres-Projekt „Kinder helfen Bienen“ der Gemeinde Peiting geht ins zweite Jahr. Kinder sollen auf spielerische Weise mit dem Thema vertraut gemacht werden.
Die Biene mit allen Sinnen erforschen
Sportliche Mamas „lassen die Sau raus“
Gemeinsam Spaß haben und obendrein etwas Gutes tun wollen 13 Mütter aus der Schongauer „Mama-Baby-Fitstunde“. Dass sie sich dabei von oben bis unten mit Schlamm …
Sportliche Mamas „lassen die Sau raus“
Gymnasiasten warten auf Mensa-Ergebnis
Die Ausschreibung für die neue Mensa am Schongauer Schulzentrum ist beendet. Jetzt heißt es warten. Die Gymnasiasten würden „ihrer“ Herzogsägmühle nachtrauern.
Gymnasiasten warten auf Mensa-Ergebnis

Kommentare