Öffentlich ausgestellte Hirschgeweihe und Rehbock-Gehörne wie im vergangenen Jahr wieder es dieses Mal in der Wies nicht geben.
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Öffentlich ausgestellte Hirschgeweihe und Rehbock-Gehörne wie im vergangenen Jahr wieder es dieses Mal in der Wies nicht geben.

Vorsichtsmaßnahme

Wegen Corona: Landkreis Weilheim-Schongau sagt Hegeschau in der Wies ab

  • Boris Forstner
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Die Gefahr vor einer Ansteckung ist zu groß. Das Landratsamt hat wegen des Corona-Virus nun die Hegeschau in der Wies abgesagt.

Wies – Zahlreiche Großveranstaltungen in Deutschland sind wegen des Corona-Virus bereits abgesagt worden, jetzt hat auch das Landratsamt bei einem von ihm ausgerichteten Event den Riegel vorgeschoben: Die jährliche Hegeschau des Jagd- und Naturschutzvereins Schongau und Umgebung in der Wies, die dieses Mal am Wochenende 14./15. März stattfinden sollte, wird es nicht geben. Die Gefahr einer möglichen Ansteckung sei zu groß, hieß es aus dem Landratsamt.

„Wir haben zahlreiche Anrufe und Mails von Jägern bekommen, die sich gefragt haben, ob man die Veranstaltung jetzt durchführen muss und die gesagt haben, sie kommen nicht“, berichtet Helmut Stork, Ordnungsamtsleiter am Landratsamt. Auf der Hegeschau werden jedes Jahr die Gehörne der im abgelaufenen Jagdjahr erlegten Rehböcke präsentiert, außerdem prächtige Hirschgeweihe aus der Hochwildhegegemeinschaft Wildsteig. Es gibt Berichte der Jäger und der Jagdbehörde am Landratsamt, außerdem ist die Hegeschau an beiden Tagen auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

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Hegeschau wegen Corona abgesagt: Internationale Gäste in der Wies

Das war letztlich der entscheidende Grund für die Absage. Zwar gibt es auch einige Jagdpächter aus Österreich und Südtirol, die stammen aber nicht aus einem Risikobezirk. Doch die Hegeschau für den Altlandkreis Schongau findet seit Jahren im Gasthof Moser statt, in Sichtweite zur Wieskirche. Und weil das Weltkulturerbe Touristen aus aller Herren Länder anlockt, war letztlich dem Landratsamt das Risiko zu groß, so Stork. „Wir haben mit dem Gesundheitsamt gesprochen, die haben gesagt, es ist eine Risikoabwägung und man muss im Einzelfall entscheiden“, berichtet Stork. „So sind wir auf der sicheren Seite.“

Der Schongauer Jäger-Chef Manfred Berger hatte alle besorgten Jäger, die sich zuerst bei ihm gemeldet hatten, ans Landratsamt weitergeleitet. „Die Entscheidung musste dort fallen. Wir sind nur Ausrichter, die Verantwortung für die Hegeschau liegt beim Landratsamt.“ Was er von der Entscheidung zur Absage hält? „Da sage ich lieber nichts dazu“, so Berger. Allerdings sei die Hegeschau wegen der Wieskirchen-Nähe tatsächlich von unzähligen Touristen besucht worden. „Da haben Australier und Japaner vorbeigeschaut, letztes Jahr war eine Gruppe von 200 Amerikanern da“, so Berger.

Hegeschau wegen Corona abgesagt: Wird die Veranstaltung nachgeholt?

Ob die Hegeschau nachgeholt wird, weiß Stork noch nicht. „Wir müssen schauen, ob das sinnvoll ist. Im Sommer sicher nicht, das müsste schnell passieren.“ Für Berger ist der Zug abgefahren: „Wir haben schon im September mit der Planung angefangen, wir brauchen sicher einige Woche. Für mich findet die Hegeschau dieses Jahr nicht statt.“ Zwar ist es eine Pflichtveranstaltung, so steht es auch im Jagdgesetz, doch selbst für Stork ist sie „nicht zwingend erforderlich“. Laut Berger könnten die Hirsch-geweihe auch intern präsentiert werden, bei den Rehbock-Gehörnen hat er sowieso neue Ideen. „Vielleicht ist das jetzt die Gelegenheit, etwas im Ablauf zu ändern“, so Berger.

Ob die Weilheimer Hegeschau, die für 21. März angesetzt ist, stattfinden wird, ist laut Stork noch nicht entschieden. „Das entscheiden wir nicht heute.“ 

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