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Die Corona-Krise reißt riesige Löcher bei den Steuereinnahmen.

Löcher bei den Steuereinnahmen

Weniger Gewerbesteuer-Einnahmen wegen Corona: Gemeinden im Landkreis fehlen mehrere Millionen Euro

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  • Christoph Peters
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Die Corona-Krise wirkt sich auch auf die Steuereinnahmen der Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau aus. Wie es derzeit in den fünf größten Orten aussieht.

Landkreis – Die Corona-Krise reißt riesige Löcher bei den Steuereinnahmen, alleine den Kommunen in Bayern sollen laut Städtetag zwei Milliarden Euro wegbrechen.

In Weilheim hatte die Stadt dieses Jahr mit 9,7 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen geplant. Wie Stadtkämmerer Christoph Scharf auf Nachfrage sagt, sind derzeit 1,5 Millionen weggefallen. „Circa 300 000 Euro wären unabhängig von Corona weggefallen“, so Scharf. Er glaube jedoch nicht, dass es noch eine große Änderung gibt. „Die Firmen haben meistens gleich reagiert und eine Stundung der nächsten Raten beantragt oder die Vorauszahlung auf Null gesetzt“, sagt der Kämmerer. Wenn es gut läuft, „sind wir hoffentlich mit einem blauen Auge davon gekommen“.

Firmen in Schongau beantragen Herabsetzung von Gewerbesteuer-Vorauszahlungen

Von 97 Firmen aus Schongau sind im Finanzamt Anträge eingegangen, die Gewerbesteuervorauszahlungen herabzusetzen, sagte Schongaus Stadtkämmerer Werner Hefele. „Ob dies Corona-bedingt ist, lässt sich nicht beurteilen, aber wir gehen davon aus.“ Aktuell reduzieren sich für die Stadt Schongau die Gewerbesteuervorauszahlungen um 3,2 Millionen Euro. Hefele geht derzeit von Gewerbesteuereinnahmen von sechs Millionen Euro aus, „Stand heute, das ist immer eine Momentaufnahme“, betont er. 

2019 waren noch zwölf Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen eingeplant, das Ergebnis lag letztlich knapp unter zehn Millionen.

Weniger Steuereinnahmen wegen Corona: Gute Bilanz in Penzberg

In Penzberg scheint die Corona-Krise – zumindest vorerst – kein allzugroßes Loch ins Gewerbesteuer-Sackerl zu reißen. Für 2020 waren 20 Millionen Euro angesetzt gewesen, sagt Stadtkämmerer Johann Blank. Um rund 2,5 Millionen Euro liege man derzeit darunter. 

„Es schaut noch relativ gut aus im Vergleich zu anderen Kommunen“, bilanziert Blank. Allerdings gäbe es in der Stadt ja auch eine „besondere Situation“, so Blank – er spielt offenbar auf die Firma Roche an, die weit weniger gebeutelt sein dürfte als so manch anderer Gewerbebetrieb in der Stadt. Doch diese besondere Situation mache Penzberg auch abhängig, so Blank.

Peiting erwartet bei Einkommenssteuer keinen dramatischen Einbruch

In Peiting hatte Kämmerer Christian Hollrieder im Dezember 6,5 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer angesetzt, „aktuell liegen wir geschätzt bei 4,9 Millionen Euro“. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber noch nicht erreicht, warnt Hollrieder, der damit rechnet, dass noch mehr Firmen in nächster Zeit ihre Prognose für 2020 nach unten korrigieren werden. Im für Juni geplanten Nachtragshaushalt geht der Kämmerer deshalb nur noch von 3,3 bis 3,5 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen aus. „Damit sind wir auf der sicheren Seite.“ 

Immerhin: Bei der Einkommenssteuer erwartet Hollrieder keinen so dramatischen Einbruch, dass „wir gegensteuern müssen“. 6,5 Millionen Euro stehen für diesen Posten heuer im Haushalt.

Auswirkungen der Corona-Krise in Peißenberg noch nicht zu spüren

Peißenbergs Marktkämmerer Michael Liedl berichtet, von den im Haushalt angesetzten 7,65 Einnahmen aus der Einkommensteuer habe man im ersten Quartal schon zwei Millionen eingefahren. Die Auswirkungen der Corona-Krise seien derzeit noch nicht zu spüren, sowohl bei der Einkommens-, als auch bei der Gewerbesteuer, für die dieses Jahr 2,75 Millionen Euro veranschlagt sind, könne man frühestens nach dem zweiten Quartal mehr sagen. „Intern rechnen wir gerade einige Szenarien durch, aber das ist nichts Spruchreifes“, sagte Lidl.

Lesen Sie auch: Die Abiturprüfungen stellen die Gymnasien im Landkreis vor große Herausforderungen. Während in Schongau fast alles wie immer ist, sollten Abiturienten in Weilheim warme Füße haben.

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