Diese Garagenzeile im Hof eines Mehrfamilienhauses an der Schönlinder Straße wird entfernt. Dort entsteht ebenfalls ein Mehrfamilienhaus mit rund 18 Wohneinheiten.
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Diese Garagenzeile im Hof eines Mehrfamilienhauses an der Schönlinder Straße wird entfernt. Dort entsteht ebenfalls ein Mehrfamilienhaus mit rund 18 Wohneinheiten.

Nach Änderung der Bauordnung wird auch in Schongau weiter verdichtet

Weitere Pläne an der Schönlinder Straße

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Entlang der Schönlinder Straße in Schongau-West wird weiter verdichtet. Die Wohnungen der Nummern 9, 11 und 13 werden saniert, im östlichen Bereich soll neuer Wohnraum entstehen. Die Forderung, den Bebauungsplan für das gesamte Gebiet zu überarbeiten, hält das Bauamt jedoch für nicht umsetzbar.

Schongau – In der neuen bayerischen Bauordnung schlummern für Bauherren viele Möglichkeiten. Gerade erst in Kraft gesetzt, folgten in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses gleich mehrere Bauprojekte, die von den nun günstigeren Abstandsflächenregelungen profitieren.

Eines der Vorhaben soll in der Schönlinder Straße realisiert werden. Die Häuser Nummer 9, 11 und 13 sollen saniert werden. Im östlichen Bereich des Grundstücks soll statt der dortigen Garagen eine dreigeschossige Wohnbauzeile errichtet werden, informierte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich die Mitglieder des Ausschusses über erste Ideen des Bauherrn. Zusätzlich rund 18 Wohneinheiten wie im Bestand könnten entstehen, das Grundstück hat insgesamt eine Fläche von knapp 2800 Quadratmeter.

Das neue Gebäude soll in etwa so lang werden wie das alte, nur etwas tiefer, der Neubau soll 510 Quadratmeter Grundfläche bekommen, der Bestand hat 490. Ausgestattet werden soll das Gebäude entweder mit einem Satteldach oder aber ein Staffelgeschoss erhalten.

Tiefgarage und Blockheizkraftwerk

Neu gebaut werden soll eine Tiefgarage mit etwa 35 Stellplätzen für den gesamten Bereich. Beide Gebäude sollen mit einer gemeinsamen neuen Heizanlage ausgestattet werden. Laut Dietrich könne sich der Investor etwa ein Blockheizkraftwerk vorstellen mit einer Nahversorgung für Bestand und Neubau.

„Nach den Abstandsflächen ist das nun zulässig, wir müssen heute entscheiden, ob wir das auch städtebaulich wollen“, gab Dietrich den Mitgliedern des Bauausschusses mit auf den Weg. Allerdings müsse der Bebauungsplan geändert werden. Nach dem derzeit gültigen Bebauungsplan Nummer 14 „Zwischen Franz-Schubert- und Altenstadterstraße“ ist das Baufenster bereits ausgeschöpft.

Mit der Verdichtung hatte Ilona Böse (SPD) keinerlei Probleme, die sei so, wie sie nach der neuen Bauordnung stattfinden solle. „Die Flächen sind schon versiegelt, es werden eher weniger, das könnte man mit gutem Gewissen machen.“

Nicht den gesamten Bebauungsplan ändern

Der SPD-Stadträtin ging es um ein ganz anderes Thema: „Der Bebauungsplan ist von 1977, wir sollten nicht nur dieses kleine Stück rausnehmen, sondern das ganze Gebiet überarbeiten.“ Ein Bebauungsplan solle eigentlich für maximal 20 bis 25 Jahre gelten, so Böse.

Dietrich winkte ab: „Wenn wir versuchen, für das ganze Gebiet jede Fragestellung zu lösen, da können wir nur scheitern.“ Der Geltungsbereich sei gigantisch, viele hundert Leute seien betroffen, man werde keine Festsetzungen finden, die für alle Gebiete gelten könnten. Dietrich schlug vor, stattdessen lieber nur einzelne Teile des Bebauungsplans aufzuheben, „damit die Situation beherrschbar ist“.

Ähnlich hatte man es bereits für die anderen Neubauvorhaben an der Schönlinder Straße auf Höhe der Neuapostolischen Kirche und gegenüber gehandhabt, demnächst würde die Vorstellung eines weiteren Projekts Nähe Julius-Leber-Ring folgen. „Der richtige Weg sind Staffelschritte; wir schauen uns an, wo noch Potenzial ist, aber es gibt auch Bereiche, die schon komplett überbaut sind“, so Dietrich.

Baumbestand nach Möglichkeit erhalten

Bettina Buresch (Grüne) fand, dass sich der Bauherr einiges gedacht habe, bewertete auch den Ersatz der Garagen durch ein Wohngebäude positiv: „Kein Mensch braucht heute mehr diese Garagengebäude.“ Sie schlug allerdings etwas mehr räumliche Trennung zwischen den beiden Gebäuden vor. Dazu könne man den Neubau etwas schmaler gestalten. Auch könne der alte Baumbestand erhalten werden. Dietrich winkte ab: „Das ist eine Ganz-oder-gar-nicht-Entscheidung.“

Bürgermeister Falk Sluyterman nannte die Pläne „ein Paradebeispiel für sinnvolle Nachverdichtung“. Mit Blick auf Buresch fügte er hinzu, dass man bei einem Bau im Außenbereich auch Flächen versiegeln müsse. Kornelia Funke (CSU) erachtete die Planungen durchaus für sinnvoll: „Ich glaube, dass es keine Beeinträchtigung darstellt.“

Auch Stephan Hild (UWV) machte sich dafür stark: „Wir sind den Weg gegangen, die neuen Abstandsflächen aus der Bauordnung zu übernehmen, das ist nun die logische Konsequenz.“ Der Stadtrat gab grünes Licht, damit ein Änderungsverfahren für den Bebauungsplan vorbereitet werden kann.

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