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Auch das Welfen-Gymnasium Schongau ist jetzt  rassismusfreie Schule

Welfen-Gymnasium Schongau

Mit Courage gegen Rassismus

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In Schongau hat Rassismus keine Chance, zumindest nicht an den Schulen. Nun ist nach der Mittelschule das Welfen-Gymnasium ausgezeichnet worden als „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Stolz nahmen die Initiatoren ein großes Schild entgegen. Pate ist Eishockey-Nationalspieler Bernhard Ebner.

SchongauDie Schüler am Welfen-Gymnasium wollen ein Zeichen setzen und sich aktiv gegen Diskriminierung aller Art einsetzen. Ausländerfeindlichkeit soll ebensowenig Platz haben wie Sexismus, physische und psychische Gewalt oder Mobbing. Die Formen der Diskriminierung sind vielfältig, aber alle nicht mit der Würde des Menschen, und damit dem Artikel 1 im Grundgesetz zu vereinbaren.

Was der ausgezeichnete Kurzfilm „Love has no labels“ so eindrucksvoll zeigte, haben sich die Schongauer Schüler auf ihre Fahnen geschrieben – besser gesagt: auf ein Schild. Dieses haben sie – mit Genehmigung und Unterstützung seitens Bürgermeister Falk Sluyterman persönlich – während des Landtagswahlkampfes über das provozierende Plakat der AfD „Islamfreie Schulen“ gehängt als weithin sichtbares Zeichen gegen Rassismus.

„Rassismusfreie Schulen“ prangte auf einem selbstgebastelten Plakat der Gymnasiasten

Dafür, das Projekt „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ auch an das Schongauer Welfen-Gymnasium zu holen, wurden gestern bei einem Festakt von und mit zahlreichen Gästen vor allem die engagierten Schülerinnen gelobt, allen voran Amelie Kaul, Rebecca Keller und Sophia Sinn von der AG „Schüler gegen Rassismus“ in der Schülermitverwaltung (SMV). Die Initialzündung hatte Schülersprecherin Amelie Kaul schon vor zwei Jahren von einer SMV-Tagung mitgebracht. Wichtige Hürde war nicht nur, Überzeugungsarbeit bei den Klassensprechern zu leisten, sondern das Sammeln von Unterschriften in der Schulfamilie. Mindestens 70 Prozent müssen einverstanden sein, das Projekt gegen Rassismus und für Zivilcourage zu unterstützen. Am Ende unterschrieben knapp 86 Prozent. „Da ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen“, so Kaul. Durch die Vermittlung von Wilfried Funke kam dann der Kontakt zum Projektpaten Bernhard Ebner zustande, der gleich mehrere beste Voraussetzungen mitbringt. Er ist nicht nur als Eishockey-Nationalspieler bekannt, sondern auch in der Region. In Schongau geboren und in Ingenried aufgewachsen, ging Ebner bis zur 9. Klasse auf das WelfenGymnasium und dann wieder in der 13. bis zum Abitur. „Es erfüllt mich mit Stolz, so ein tolles Projekt unterstützen zu können“, so Ebner, der auch von Diskriminierung im Sport berichtete.

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage “ entstand 1988 in Belgien und kam 1995 nach Deutschland. „Es ist heute das größte Schulnetzwerk in Deutschland, und auch in Bayern wächst es“, so Projekt-Regionalkoordinator Michael Schneider-Velho. „Schüler setzen sich überall dort ein, wo Menschen zu anderen gemacht werden, etwa behinderte Menschen dabei behindert werden, an der Gesellschaft teilzuhaben“, so Schneider-Velho. Er verwies beim Festakt unter Nachdruck darauf: „Die Würde des Menschen ist nicht verhandelbar, Menschenwürde ist keine Meinung, sondern ein Grundwert unserer Gesellschaft.“ Landrätin Andrea Jochner-Weiß nannte eine Schule mit Courage eine Schule mit Mut, in der Vielfalt und Farbenfrohheit Zuspruch fänden.

Das Welfen-Gymnasium sagt Ja zu Projekten wie die Kooperation mit Herzogsägmühle.

Seitens der Schule wird das Projekt unterstützt von den Verbindungs-Lehrern Alexander Mikutta und Matthias Bichlmayr sowie „Werte-Multiplikatorin Monika Soyer-Bauer. Die Schülerinnen hatten sich zuvor schon bei Lehrerin Caroline Neumeier bedankt, die sich bereits in der Anfangsphase spontan als interne Ansprechpartnerin zur Verfügung gestellt hatte. Viel Lob wiederum ging von Schulleiter Bernhard O’Connor direkt an seine Schüler: „Wir schätzten uns glücklich darüber, so viele engagierte junge Menschen an der Schule zu haben.“ Er hofft, „dass es immer genügend Mitstreiter für das Projekt gibt“.

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