Ein ähnliches Bild wie 2019 bietet die Blitzerstatistik im vergangenen Jahr. Fast gleichauf mit der Colmarer Straße ist noch die Säulingstraße. Grafik: Peters
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Ein ähnliches Bild wie 2019 bietet die Blitzerstatistik im vergangenen Jahr. Fast gleichauf mit der Colmarer Straße ist noch die Säulingstraße.

Blitzerstatistik

Weniger Raser: Überwachung in Schongau zeigt Wirkung, aber auf der Colmarer Straße sind viele immer noch zu schnell

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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„Die Geschwindigkeitsüberwachung wirkt.“ Dieses Fazit zieht Thorsten Preßler, Außendienstleiter beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland, für Schongau. Für 2020 steht keine der Gefährdungsampeln mehr auf rot, wenn auch knapp. Denn die Colmarer Straße bleibt ein Schwerpunkt.

Schongau – Für 38 Messungen war das Team vom Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland mit Sitz in Bad Tölz im vergangenen Jahr in Schongau. Natürlich sei das Frühjahr eher verhalten losgegangen, meint Außendienstleiter Thorsten Preßler im Rückblick. „Bei der Katastrophenlage Anfang vergangenen Jahres brauchte man am wenigsten eine Verkehrskontrolle.“ 2019 war das Team noch 44 Mal vor Ort und konnte 1047 Verstöße feststellen, im Corona-Jahr waren es insgesamt nur 732. Die Zahl der Messstellen war gleichgeblieben, auch wurde wieder in den gleichen Straßen geblitzt.

Auch die Polizei hat ein Auge auf die Quote

Interessant ist ein Blick auf die Beanstandungsquote, ein Wert, auf den laut Preßler auch die Polizei ein Auge hat. Auch im vergangenen Jahr sind die Autofahrer in diesen drei Straßen wieder viel zu schnell unterwegs gewesen: Die Oskar-von-Miller-Straße führt die Statistik an gefolgt von der Zugspitzstraße. Colmarer Straße und Säulingstraße teilen sich eigentlich Platz drei. Schaut man jedoch die Zahlen der Colmarer Straße genauer an, zeigt sich deutlich: Sie ist und bleibt die große Schongauer Raserstrecke: 158 Autofahrer waren dort im Jahr 2020 nachgewiesenermaßen zu schnell unterwegs. Während 100 Fahrer bis zu zehn Stundenkilometer zu schnell waren und 46 Fahrer bis zu 15 km/h zu schnell, geht die Liste in dieser Straße weiter: Immerhin sieben Fahrer waren mit bis zu 20 km/h zu schnell unterwegs, zwei mit bis zu 25 km/h und zwei mit bis zu 30 km/h zu schnell. Ein Autofahrer hatte sogar bis zu 50 Stundenkilometern zu viel auf dem Tacho – Ende Juni nachmittags in der 30-Zone! Da ist auch Preßler schockiert: „Das ist völlig unverantwortlich, und bei dem Wert sind schon die Toleranzen abgezogen.“

Der Außendienstleiter kann anhand von Gefährlichkeitskennzahlen eine Art Ampelbild erzeugen, mit dem intern gearbeitet wird. Die Colmarer Straße war 2020 gerade noch gelb, „fast rot“, wie er es ausdrückt. In den vergangenen Jahren – 2019, 2018 und 2017 war die Colmarer Straße immer bei den roten Ampeln mit dabei, 2018 zusätzlich noch die Lechuferstraße. Zwar war auch 2020 dort ein einzelner Fahrer mit einer Geschwindigkeit bis zu 30 km/h zu viel in der Lechuferstraße geblitzt worden. Übers Jahr gesehen gab es jedoch in dieser Straße bei den vier dort abgehaltenen Messungen keine großen Beanstandungen.

Kontinuierliche Verkehrsüberwachung zeigt Wirkung

Insgesamt kann Preßler für 2020 eine positive Auswertung für die Schongauer Autofahrer machen, in der Burggener Straße zeigt die Ampel mittlerweile sogar grün. „Das bedeutet, wir haben das Ziel erreicht, dass wir die Gefahrenstellen minimieren und die Raser erziehen, dass sie nicht so schnell fahren“, resümiert Preßler. Der Erfolg liege natürlich in der kontinuierlichen Verkehrsüberwachung. Und wie wirkte sich Corona auf das Verkehrsverhalten der Schongauer Bürger aus? „Wir haben zu Lockdown-Zeiten weniger Fahrzeuge, die unterwegs sind, hängen aber von den Verstößen gar nicht arg hinterher“, zieht Preßlers sein Fazit aus den Berichten der Techniker vor Ort. Eine freie Straße animierte also den ein oder anderen durchaus zum Schnellfahren.

In der Marktoberdorfer Straße, die laut Berichten von Bürgern im vergangenen Jahr zu einer Rennstrecke mutierte, waren insgesamt 36 Fahrer geblitzt worden. Davon waren vier um bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell und einer zwischen 26 und 30 km/h. Allerdings hatte es insgesamt auch nur zwei Messungen an der Marktoberdorfer Straße gegeben, an der Colmarer Straße wiederum vergleichsweise viele mit acht über das Jahr 2020. „Wir liefern nur die Zahlen, die Prioritäten kann die Kommune festlegen“, erklärt Preßler. In der Regel sitze man ein Mal im Jahr zusammen, auch die Polizei bringe dabei die Unfalldaten mit ein, dann würde die Messpriorität verändert oder angepasst.

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