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Notfällung am nächsten Tag

Wie eine Bombe: Blitz trifft mächtige Esche in Schongauer Wohngebiet

Zu zwei Einsätzen musste die Feuerwehr Schongau am Wochenende ausrücken. War der Grund am Freitagabend ein nicht beaufsichtigtes Holzerfeuer, das abgelöscht werden musste, bewältigten die Wehrmänner am Samstag einen schwereren Brocken: Ein durch Blitzschlag stark in Mitleidenschaft gezogener riesiger Baum musste umgelegt werden. Und das mitten im Wohngebiet.

Schongau – Freitagabend kurz vor 20 Uhr. Wie viele Bürger haben es sich auch Bodan und Rita Junitsch vor dem Fernsehgerät bequem gemacht, um sich über die aktuelle Lage in der Tagesschau zu informieren. Fast zeitgleich mit dem Beginn der Sendung fetzt ein Blitz mit Donnerschlag herab, als wäre eine Bombe neben dem Wohnhaus am Ulmenweg explodiert. Das Ehepaar ist in Schockstarre.

Am Gartenzaun noch die Finger verbrannt

Als sich Bodan vom ersten Schreck erholt und nach draußen in den Garten läuft, erkennt er seitlich der großen Esche ein Glutnest an seinem Gartenzaun. „Als ich mich am Zaun festhalten wollte, habe ich mir glatt noch die Finger verbrannt“, erzählt er. Sofort war ihm klar, dass ein Blitz in den Baum eingeschlagen haben muss. Jetzt entdeckt er auch die vielen abgesplitterten Holzteile, die im Umfeld des mächtigen Stammes verstreut sind. „Der Druck beim Einschlag des Blitzes ist so stark gewesen, dass Holzstücke sich im gekippten Fenster des Schlafzimmers verkeilt haben“, schildert Ehefrau Rita.

Alles im Haus ist stockdunkel – Stromausfall. Der Motor des Garagentores hat den Geist aufgegeben, das Telefon stumm. Selbst die Ladestation des Mähroboters im Keller, die nicht direkt am Stromnetz angeschlossen war, hat den Geist aufgegeben.

Überall Risse und Sprünge im Stamm

Das Ausmaß des Einschlags an der gewaltigen Esche wird erst am nächsten Morgen richtig sichtbar. Deutlich sind jetzt die Spuren des Weges zu verfolgen, den der Blitz durch den Stamm genommen hat. Dieser hat mit seinem stolzen Durchmesser von 120 Zentimetern großen Schaden genommen. Überall sind Risse und Sprünge zu erkennen. „Nicht auszudenken, wenn dieser Brocken umfällt....“, der Gedanke von Bodan Junitsch.

Er bittet die Feuerwehr um Hilfe. Stadtförster Klaus Thien wird von Kommandant Werner Berchtold zur Beurteilung der Lage mit ins Boot geholt. Dazu die beiden Baumfäll-Spezialisten Markus Schwarz und Martin Schrödl vom Amt für Forsten und Gartenbau. Das Urteil fällt einstimmig aus. Der Baum muss gefällt werden, das Umfeld wäre einer ständigen Gefahr ausgesetzt.

Komplizierte Fällung zwischen Häusern

Eigentlich sollte der Baum mittels großer Drehleiter stückweise von oben nach unten abgetragen werden. Doch schon nach wenigen Metern Anfahrt durch die Wiese erkennt man, dass das Fahrzeug im weichen Boden einsinken würde. Planänderung. Der Baum muss gefällt werden. So exakt, dass er in Richtung freie Wiese fällt. Ansonsten würde er auf eines der Hausdächer einschlagen.

Die große Stunde von Schwarz und Schrödl. Der Stamm wird erst im unteren beschädigten Bereich mit Stahlseilen umwickelt und per Greifzug zusammen gezogen. So soll verhindert werden, dass beim Umstürzen der Baum in einer Drehbewegung unkontrolliert in die falsche Richtung fällt. Die Männer der Wehr bringen ein weiteres Stahlseil im Mittelbereich des Stammes an, um diesen durch einen Bulldog zu sichern und nach Absägen in die vorgesehene Richtung fallen zu lassen. Die Männer der Feuerwehr sichern das gesamte Gelände ab. Schrödl setzt einen Keilschnitt in Fallrichtung, trennt den Stamm auf der Gegenseite. Als wäre es das Einfachste auf der Welt. Der Baum fällt. Beeindruckend, mit welcher Wucht die Esche auf dem Boden aufschlägt. Das Dach eines Hauses wäre ein Spielball gewesen.

Hans-Helmut Herold

Das Gewitter hatte auch Folgen in Peiting: Dort wurde ein Haus schwer beschädigt.

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