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Die vielen Tricks der Betrüger erläuterte Rudolf Schübbe den Senioren.

Wie sich Senioren schützen können 

Experte warnt vor miesen Tricks der Gauner

Kriminelle sind einfallsreich. Betrügerinnen und Betrüger lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen. Sie geben sich wohlerzogen, höflich und sind sehr überzeugend, wenn es gilt, durch Täuschung oder Ablenkung an Geld oder Wertsachen zu gelangen. In Schongau erläuterte nun ein ehemaliger Kommissar Senioren, wie sie sich vor den Übeltätern schützen können.

Schongau – „Geben Sie Kriminellen keine Chance, seien Sie misstrauisch und lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung“, riet Rudolf Schübbe, Der Polizeihauptkommissar a.D. sprach auf Einladung der Schongauer Frauenunion, der CSA und Seniorenunion über das Thema „Senioren vor Kriminalität schützen“. Es sei so, dass Senioren zu den wohlhabendsten Leuten seit dem Zweiten Weltkrieg gehören. Viele hätten bemerkt, dass man mit ihnen Geschäfte machen könne. Mit Reisen, Kaffee-Fahrten, Treppenlifte und vielem mehr.

Ältere Menschen hören und sehen schlechter, mit dem Verstand sei es auch oftmals nicht so wie früher. „Das nützen Betrüger für miese Geschäfte aus“, warnte Schübbe. Wenn die „einen auf Mitleid machen“, hätten Senioren eher offene Ohren. „Sie setzen auf die Gutgläubigkeit.“

Der 65-Jährige erwähnte auch den Enkeltrick und gab Verhaltensregeln beim Einkaufen: „Nehmen Sie nie mehr Geld mit, als sie brauchen, denn Sie merken gar nicht, wie schnell Sie bestohlen werden.“ An der Kasse hätten viele Kunden schon den Geldbeutel in der Hand. „Lassen Sie den in der Tasche, die Leute hinter Ihnen müssen halt warten.“ Danach, so die Empfehlung, „den Geldbeutel rasch wieder in die Tasche stecken, Reißverschluss oder Knöpfe zu!“

Schübbe warnte obendrein vor der Mitleidstour. Ältere Menschen seien da eher zugänglich. „Schrauben Sie Ihr Mitleid zurück.“ Zur Vorsicht gehöre, fremde Menschen nie in die Wohnung zu lassen. Die Vorwände, in die Wohnung zu gelangen, seien endlos: Hunger, ein schreiendes Kind oder die Toilette kurz benutzen zu dürfen. Man sollte verinnerlichen, „mir kommt kein Fremder in die Wohnung“.

Rudolf Schübbe warnte vor Haustürgeschäften und riet zur Vorsicht bei Bankgeschäften: „Sie haben hoffentlich die PIN-Nummer nicht im Geldbeutel?!“ Der Polizeibeamte a. D. wies auch auf falsche Polizeibeamte hin. „Die zeigen schnell eine Blechmarke oder einen Ausweis.“ Die vergrößerte Kopie eines echten Polizeiausweises ließ Schübbe durch die Reihen der 30 Besucher gehen. Man solle sich auch nie die Telefonnummer der vorgesetzten Dienststelle geben lassen. Da warte dann schon ein Kumpel des falschen Polizisten. Die Nummer solle man besser selber aus dem Telefonbuch heraussuchen.

„Die Möglichkeiten, ältere Menschen über den Tisch zu ziehen, sind vielfältig.“ Der Betrug an alten Menschen habe deutlich zugenommen, weil es hunderte von Tricks gebe, auf die Ältere und Alleinstehende hereinfallen können. „Ich könnte noch Stunden weiter erzählen“, meinte Schübbe nach gut einer Stunde und machte Platz für den Vortrag von Lorenz Haser, dem örtlichen Vertreter des Weißen Ring Peißenberg. Auch dieser ist Polizeibeamter a. D. und erläuterte die Aufgaben des Weißen Ring. „Wir verstehen uns als Berater bei Behördengängen, bei Gerichtsverhandlungen und wenn jemand Opfer einer Straftat wird.“ Sofern die Opfer bedürftig seien.

Walter Kindlmann

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