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Nicht schlecht ausgestattet ist der Spielplatz an der Säulingstraße. Doch der Abenteuerbereich fehlt.

Bauausschuss

Wieder mehr Abenteuer: Spielplatz-Aufwertung für 60 000 Euro

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Beim Thema Spielpatz am Lido hat die Stadt kräftig Gegenwind bekommen. Unter anderem wurde gefordert, doch erst einmal die bestehenden Spielplätze wie den an der Säulingstraße wieder herzurichten. Die Reaktion folgte prompt: Der Spielplatz soll was bereits länger geplant war in mehreren Schritten aufgepeppt werden.

Schongau – Grundsätzlich ist der Spielplatz an der Säulingstraße, der direkt ans Forchet grenzt, nicht schlecht ausgestattet mit klassischen Spielgeräten wie Schaukel, Wippe und Klettergerüst. Allerdings war es schon einmal viel besser. Denn in den 80er-Jahren wurde das riesige parkartige Gelände mit seinen rund 11 000 Quadratmetern Fläche als Abenteuer-Spielplatz angelegt. Doch im Laufe der Jahre mussten einige Hauptattraktionen wie das große Western-Fort oder das dazugehörige Indianerlager zum Teil altersbedingt, zum Teil wegen Vandalismusschäden abgebaut werden, bedauerte Stadtbauamts-Mitarbeiter Thomas Ola im Bauausschuss. „Zuletzt wurde die Hangrutsche 2015 ersatzlos zurückgebaut.“

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Lokalpolitik aktiv, forderte eine Attraktivierung des Spielplatzes. Für das aktuelle Jahr hat es die Maßnahme in den Haushalt geschafft, 60 000 Euro sind veranschlagt. Sie sollen in einem ersten Bauabschnitt für einen naturnah gestalteten Themenspielplatz ausgegeben werden, das Rollenspiel und Fantasie fördern soll. Ola schrieb sechs Anbieter an, zwölf Vorschläge trudelten ein, von denen die meisten große Haus-Kletterkomplexe waren, die nicht unbedingt den Vorstellungen der Verwaltung und Stadträte entsprachen.

Deshalb fiel die Wahl auf einen regionalen Handwerksbetrieb aus Oberstdorf, der sich als einziger die Lage vor Ort angeschaut und daraufhin selbst Pläne eingereicht hatte – weshalb Ola nur Entwurfsskizzen und Beispielfotos zeigen konnte, keine aufwändigen 3D-Projektionen wie von großen Büros gewohnt. Doch das Konzept klang stimmig: Neben einer neuen geschwungenen Edelstahl-Rutsche sind zwei Themenbereiche geplant. Zum einen „Abenteuerwald“ mit einem Baumhaus an der Eiche am Spielplatz-Eingang, einem Seilgarten im Wäldchen sowie Wipp- und Standtierchen. Zum anderen ein Themenbereich „Römerberg“ mit einem Römerturm am Gipfel des Schlittenbergs mit Stufenanlage und Limes zur Rutsche sowie eine Kugelbahn, die Kinder auf Trab halten soll.

„Außerdem hat der Anbieter ein Konzept für die weiteren Abschnitte eingereicht, die ebenfalls in die Jahre gekommen sind und die wir bald angehen müssen“, so Ola. Noch eine kreative Idee: Der Anbieter bietet zwei Mitbautage für vier bis sechs engagierte Eltern oder Anwohner an, mit denen insgesamt mehr als 2000 Euro Kosten gespart werden könnten.

Das Konzept sorgte bei den Stadträten für Zustimmung, allerdings würde sich Ralf Schnabel (UWV) das Baumhaus sparen – wegen des Vandalismus-Problems. „Warum klappt das bei uns nicht?“, ärgerte sich Kornelia Funke (CSU). „Woanders gibt es doch auch gepflegte Spielplätze.“ Ola entgegnete, das Thema Vandalismus sei früher tatsächlich ein großes Problem gewesen, mittlerweile aber stark zurückgegangen. „Das hat auch mit der Sicherheitswacht zu tun“, betonte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD).

Markus Wühr (CSU) würde auch auf einiges verzichten, zum Beispiel die Kugelbahn, weil für ihn das Konzept „völlig überladen“ ist. Auch Siegfried Müller (ALS) warnte, „man muss aufpassen, dass es nicht zu viel wird“ – ähnlich wurde zuletzt schon beim Lido-Spielplatz debattiert. „Man muss der Fantasie der Kinder freien Lauf lassen und darf nicht alles machen, auch wenn es ein Super-Konzept ist“, sagte auch Bettina Buresch (ALS). Paul Huber (CSU) wiederum hatte die Sorge, dass der Spielplatz auf Kosten der Anwohner saniert wird, die damals bei den Erschließungskosten auch schon mitzahlen mussten – doch diese Angst konnte ihm der Bürgermeister nehmen.

Kompliziert wurde es nur bei der Abstimmung, weil Ola das Konzept noch nicht mit den Jugendreferenten absprechen konnte. Mit 8:1 Stimmen wurde letztlich beschlossen, sich an deren Empfehlung zu halten, ob und wenn ja, auf was für Spielgeräte verzichtet werden kann.

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