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Zwei Ausschüttungen bei der Bürgerstiftung: Unterstützung für Schongauer Vereine

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Von: Elke Robert

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Geldscheine mit denen der Spitzensteuersatz bezahlt wird
Gelder der Bürgerstiftung kommen Schongauer Einrichtungen zugute. © Monika Skolimowska/dpa

Pünktlich zum Fest erfolgt die Ausschüttung der Bürgerstiftung für 2020 und 2021. Auch in diesem Jahr verzichtete die Stadt wegen Corona auf ihre Weihnachtssitzung.

Schongau – Die Weihnachtsrede des Bürgermeisters bekommen die Stadträte in diesem Jahr mit der Post. Dies verriet Falk Sluyterman auf Anfrage der Schongauer Nachrichten. Wie im vergangenen Jahr auch, war erneut die Weihnachtssitzung flachgefallen.

Vor einem Jahr hatte man die Vergabe der Spenden der Bürgerstiftung in eine sichere Zeit in den Sommer verschoben – was aber dann nie stattfand. Laut den Statuten müssen die Gelder jedoch ausgeschüttet werden, was nun für beide Jahre gemeinsam passierte – ohne feierlichen Rahmen.

„Nicht kleckern, sondern klotzen“

Für engagierte Bürger oder Bürgerprojekte wird der Erlös aus dem verzinsten Grundkapital verwendet. Zwar komme durch die Niedrigzinsphase derzeit nicht viel zusammen, so der Bürgermeister. „Aber wir bekommen immer wieder eine Geldspende mit der Maßgabe, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen.“

So gehen für das Jahr 2020 insgesamt 3000 Euro von der Bürgerstiftung an die Musikschule Pfaffenwinkel. Mit diesem Betrag sollen Instrumente für die Bläserklasse an der Grundschule angeschafft werden. Finanziert wurden außerdem 150 Trost-Teddybären für das Krankenhaus Schongau, diese 975 Euro gehen an den Verein „Kleine Patienten in Not“.

Für das Jahr 2021 werden 7000 Euro ausgeschüttet. Die Bürgerstiftung fördert unter anderem die Gruppe „Schongau belebt“. 2000 Euro fließen als Zuschuss in das Projekt Gassenverschönerung, das in der Altstadt bereits gestartet ist. Ein zweites Projekt des Vereins ist die Sanierung der Räumlichkeiten für den Weibsdeifi-Markt in der Schongauer Münzstraße. 1500 Euro wurden hierfür vorgesehen. 3000 Euro für die Beschaffung von Musikinstrumenten für den Nachwuchs gehen heuer an die Stadtkapelle, 500 Euro an die Gruppe Lechtheater für Kostüme und Requisiten.

„Die Beträge sollen bis Jahresende ausbezahlt werden, eine symbolische Scheckübergabe gibt es im Nachgang“, berichtet Sluyterman.

Termine der Bürgerstiftung von städtischen Terminen trennen

Was man sich nun wünscht: „Die Bürgerstiftung soll besser wahrgenommen werden in der Bevölkerung.“ Die Bürgerstiftung lebe ja davon, dass ihr Spenden und Vermögen zufließen. Deshalb will man nun verstärkt die Werbetrommel rühren: „Unsere Öffentlichkeitsarbeit muss besser werden“, so Sluyterman.

Aus den Vorwürfen der letzten Geldspenden hat man außerdem etwas gelernt: Ab sofort will man Veranstaltungen der Bürgerstiftung ganz strikt trennen von städtischen Terminen wie einer Stadtratssitzung. „Die Bürgerstiftung ist eben nicht die Schwarzkasse des Bürgermeisters“, erinnert sich Sluyterman zurück an die Situation Ende 2019. Damals hatte die Bürgerinitiative Schongau-West einen 1000 Euro-Scheck abgelehnt mit der Begründung, Sluyterman nutze „die Zuwendungen der Bürgerstiftung als schwarze Kasse, um die Fehler der Stadtpolitik wieder gutzumachen“.

Gedacht waren die Gelder damals für Aktionen rund um den neu eingerichteten Brahmsplatz. Erste Begegnungsfeste sollten damit organisiert werden. Eine Lösung wurde gefunden: Die Freunde des Brahmsplatzes nahmen stellvertretend die Spende gerne an, distanzierten sich gleichzeitig von der Bürgerinitiative.

„Es muss deutlich sein, dass die Bürgerstiftung kein politisches Gremium ist“, so Sluyterman. Und wie man arbeitet: Zwei Mal im Jahr trifft sich der Stiftungsrat um zu beraten, wie die Stiftungserlöse zweckmäßig verteilt werden können. Auch Vorschläge hierzu werden jederzeit entgegengenommen.

Immer geht es darum, „in der Heimat zu wirken“, wie es in der neuen Broschüre heißt – von der Brauchtumspflege bis zur Wohlfahrt. Es gibt sechs Stimmberechtigte, allen voran der Stiftungsratsvorsitzende, der automatisch der Schongauer Bürgermeister ist.

Außerdem sind die Vorsitzenden von fünf Schongauer Vereinen vertreten, die ebenfalls stimmberechtigt sind: Trachtenverein (Markus Wölfle), Kolpingsfamilie (Bruno Atzler), TSV Schongau (Ralf Konstantin), Förderverein „Freunde der Musikschule“ (Erwin Krauthauf) und Arbeiterwohlfahrt (Anne Vollmann). Michael Lautenbacher steht für die Sparkasse Oberland nur beratend zur Seite. Ohne Stimmrecht sind außerdem Vizebürgermeisterin Daniela Puzzovio und für die Verwaltung der Stadt Schongau Werner Hefele. Der Kämmerer führt das Protokoll.

Kontakt: Nähere Informationen über die Bürgerstiftung gibt es bei der Stadt (www.schongau.de oder telefonisch 08861/214-132) oder bei der Sparkasse Oberland unter www.sparkasse-oberland.de. Ansprechpartner dort sind Michael Kaiser (0881/641-911) oder Jürgen Mück (0881/641-100).

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