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Beni Huber genoss es sichtlich: Bei der letzten großen offiziellen Party, dem Austria-Abend, war es noch einmal gerammelt voll im Löwenhof.

Wirtewechsel in der Kult-kneipe

Benis letzte Party im Löwenhof

Der Countdown läuft: Noch eine Woche hat der Löwenhof regulär geöffnet. Dann ist Schluss für Benedikt Huber als Wirt der Schongauer Kult-Kneipe. Doch die darauffolgende Fastenzeit wird, im wahrsten Sinne, nicht lange dauern. Ein neuer Wirt steht in den Startlöchern.

Schongau – „A bisserl wehmütig bin ich schon“, gibt Huber zu. Kein Wunder, denn der eingefleischte Fan des TSV 1860, der sich in über zwei Jahrzehnten in Schongaus Kneipenszene zu einer bekannten und beliebten Größe entwickelt hat, wechselt in ein gänzlich anderes Metier:: Ab Mitte Februar beginnt der 37-Jährige seine Tätigkeit als Sachbearbeiter der Finanzverwaltung im Schongauer Rathaus. „Was ganz anderes, aber ich freue mich schon drauf“, meint er schmunzelnd.

Die letzte Woche will er noch genießen, mit „ganz normalem Betrieb und dem kompletten Angebot. Ich glaube, das möchten meine Gäste auch lieber zum Abschied als groß Remmidemmi.“ Das gab es zwei Wochen vorher mit dem letzten Austria-Abend. Und wird es noch einmal geben, denn am Faschingssonntag, 11. Februar, sperrt Huber ein letztes Mal für alle Partylöwen die Kneipe auf. „Da geht’s noch einmal rund mit DJ Vander Flaad.“ Danach beginnt die, etwas vorgezogene, Fastenzeit.

Pünktlich am Dienstag nach Ostern hat diese ein Ende: Dann übernimmt ein altbekanntes Gesicht die Geschicke der Kult-Kneipe, die es seit fast 40 Jahren gibt. Markus Wohlhaupter kennt die Lokalität wie seine Westentasche. Sie war seine Stammkneipe, sechs Jahre hat er zudem dort gekellnert, bevor es ihn zum Studieren nach München gezogen hat. Seinen Beruf als Grundschullehrer für Schwerhörige hat er allerdings nie ausgeübt, stattdessen hat er zusammen mit zwei Freunden eine Tapas-Bar in der Maxvorstadt und eine Kneipe in Schwabing eröffnet. Und die laufen richtig gut.

„An diesen werde ich auch künftig als stiller Teilhaber beteiligt sein, aber mein Lebens- und Schaffensmittelpunkt wird wieder in Schongau sein“, freut sich der 30-Jährige auf seine neue Aufgabe und seine Heimatstadt. Dafür zieht er mit seiner Frau Ariane und seinen zwei Kindern (fünf Jahre und vier Wochen alt) in die Wohnung direkt neben der Kneipe.

Markus Wohlhaupter wird der Nachfolger im Löwenhof.

„Ich möchte den Löwenhof zu einem zentralen Anlaufpunkt machen, an dem wieder Schüler und Architekten zusammen beim wiederbelebten Mittagstisch sitzen“, erläutert Wohlhaupter seine Pläne. Zudem möchte er die Inneneinrichtung ein wenig verändern und dem Innenhof Biergarten-Flair verleihen. „Ich freue mich wahnsinnig, wieder nach Schongau zu kommen, für mich hat diese Stadt was ganz Besonderes.“

Zumal sich etwas tut in Schongaus guter Stube. Der Wettbewerb „Schaffens-Frei-Raum“, ebenfalls ein Projekt des Löwenhofs, ist erfolgreich verlaufen. Bis Mitte Januar ist die Frist verlängert worden, in der sich junge, kreative Geschäftsleute für die freie Geschäftsfläche im Innenhof bewerben konnten. „Wir sehen es als totale Erfolgsgeschichte an, wie das Ganze gelaufen ist“, ist Unternehmensberaterin Daniela Puzzovio begeistert, die zusammen mit Anne Heldwein (Vertreterin der Heldwein GbR) und Beatrice Amberg von der Internetagentur iosoft-websolutions den Wettbewerb professionell aufgezogen hatte.

„Es kamen zwar nicht viele Bewerbungen rein, aber dafür umso passendere, denn das neue Geschäft soll sich perfekt in das Gesamtkonzept Löwenhof mit Kneipe, Unikateria und Filmbar einfügen und natürlich auch erfolgversprechend sein“, erläutert Puzzovio die Auswahlkriterien. Die dreiköpfige Jury hat jetzt entschieden. Doch solange nichts in trockenen Tüchern ist, wird nichts verraten. Nur soviel: „Es ist jung und kreativ. Definitiv“, meint Amberg mit einem Augenzwinkern.

Wen die Neugier drückt, der kann in den nächsten Wochen bei einem Stadtbummel an dem Noch-Leerstand vorbeischlendern, denn es wird im Schaufenster Hinweise geben. Vielleicht sogar schon am 17. Februar: Da gibt es für alle Hof-Liebhaber einen Flohmarkt, bei dem Inventar wie Gläser, Tassen und Kerzen verkauft wird. Beni Hubers letzte Aktion. Bestimmt für viele a bisserl wehmütig. Aber auch Platz-schaffend für das Neue.

Christine Wölfle

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