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Fruchtbare Gespräche: Der chinesische Spitzenbeamte Lei Shen und sein Mitarbeiter Elia Müller (l.) wurden von Bürgermeister Falk Sluyterman (M.), Ex-Landrat Friedrich Zeller und Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt begrüßt. 

Wirtschaftsgespräch in Schongau

Schongau hat neuen Freund aus dem Reich der Mitte

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Hohen Besuch aus der chinesischen Metropole Qingdao hatte jüngst Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman in Schongau. Von den Gesprächen sollen in Zukunft sowohl die Neun-Millionen-Einwohner Stadt im Reich der Mitte als auch die Lechstadt profitieren. Den Anfang macht womöglich bald schon die Stadtkapelle.

Schongau – Die Wirtschaft stand im Mittelpunkt der Gespräche mit dem Spitzenbeamten Lei Shen. Dem Gast aus der ostchinesischen Großstadt Qingdao entging aber nicht, dass Schongau auch kulturell sehr viel zu bieten hat. So könne er sich durchaus vorstellen, die Stadtkapelle zu einer Musikveranstaltung nach Qingdao einzuladen, sagte der Funktionär. Rathauschef Falk Sluyterman schenkte dem Gast mit der chinesischen Ausgabe der „Henkerstochter“ von Oliver Pötzsch dann auch gleich ein Stück Schongauer Stadtgeschichte. Im Gegenzug gab’s für den Bürgermeister eine Krawatte aus feinster chinesischer Seide.

Dass beide Seiten nicht nur kulturell auf Augenhöhe sind, zeigten die vorherigen Gespräche. Natürlich fielen die Namen der örtlichen Global Player Hoerbiger, Hirschvogel und UPM, die in Shanghai und Umgebung vertreten sind. „Der globale Markt sichert auch Arbeitsplätze in Schongau“, stellte Falk Sluyterman fest. Er vermittle gerne, wenn Unternehmen aus der Region zum Beispiel in Qingdao Anschluss an die Weltmärkte suchen sollten.

Lei Shen ist als Chefrepräsentant des „Zentrums für Industrie und Handel der Stadt Qingdao“ in München tätig. Außerdem setzt er sich als Vizepräsident des Verwaltungskomitees für die Entwicklung des Deutsch-Chinesischen Ökoparks in Qingdao ein: einer Plattform für deutsche Unternehmen, die von dort aus den chinesischen Markt erschließen. Die Chinesen wollen angesichts des Modernisierungsbedarfs der Industrie und der daraus resultierenden Umweltprobleme von Deutschland lernen. Lei Shen freute sich daher, dass er die Abfallbehandlungsanlage der EVA GmbH in Ingenried/Erbenschwang besichtigen konnte. Außerdem besuchte die kleine Delegation das Ausbildungszentrum der Firma Hoerbiger in Peiting. Die ganze Welt könne von dem dualen Ausbildungssystem in Deutschland lernen, lobte Lei Shen.

China, oft als „Werkbank der Welt“ bezeichnet, sucht nach einem nachhaltigeren Entwicklungsweg, der eine massive Modernisierung der Industrie bis 2025 mit sich bringen soll. Als Vorbild haben sich die Chinesen gezielt Deutschland herausgesucht, berichtete auch Lei Shen. „Kein anderes Land ist in Sachen moderne Fertigung und nachhaltiger, umweltschonender Wirtschaft so fortschrittlich“, zollte er den Unternehmen großen Respekt. So könne auch Schongau mit seiner gesunden Mischung aus Fertigungsindustrie, Handwerkern und Dienstleistern als Beispiel gelten.

Nach dem Mittagessen in einer bayerischen Wirtschaft führte Friedrich Zeller die Gäste auf einen Rundgang durch die geschichtsträchtige Schongauer Altstadt. Der früher Landrat hatte das gesamte Rahmenprogramm geschnürt, das Wirtschaft, Kultur und Kulinarik im Schongauer Land umfasste.

„Schongau hat einen neuen Freund aus China gewonnen“, freuten sich die Gastgeber am Schluss. Und Lei Shen sprach gleich eine Einladung zum Gegenbesuch aus. Sollte es in diesem Jahr nicht mehr bis nach Qingdao klappen, gerne auch im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München, in dem der Spitzenbeamte seine Repräsentanz unterhält. Die Stadtkapelle dürfte bereits in den Startlöchern stehen. 

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