SEK-Einsatz an Klinik in Deggendorf: Geiselnahme - Täter überwältigt

SEK-Einsatz an Klinik in Deggendorf: Geiselnahme - Täter überwältigt
+
Freuen sich über den gelungenen Streich (v.l.): Kris Todt, Dominik Bätzner und Markus Schleich.

Schnee-Gaudi

Wo ist mein Auto? Wie drei Schongauer Spaßvögel ihren Spezl maximal verladen haben

  • schließen

Unter Schneemassen ist das Auto von Dimi Kurdis am Donnerstag verschwunden. Allerdings nicht, weil es so kräftig geschneit hat. Schuld waren seine Freunde.

Schongau – Diesen Abend wird Dimi Kurdis aus Schongau so schnell nicht vergessen. Als er am Donnerstag zum Telefonieren nach draußen ging, entdeckte er in der Löwenstraße einen Radlader. „Ich dachte, das kann doch gar nicht sein. Genau da, wo mein Auto steht“, erzählt er. Sofort lief er hin, um nachzuschauen, was los ist. Und erschrak erst einmal: Ein riesiger Schneeberg türmte sich jetzt auf dem Parkplatz.

Erst dann bemerkte er seine Freunde, die lachend um den Schneehaufen herumstanden. Sie hatten bereits seit Anfang der Woche geplant, Kurdis einen Streich zu spielen und sein Auto zu vergraben. Aus gutem Grund, wie sie finden. „Er lacht uns immer aus, weil wir so viel zu tun haben, während er faul daheim im Bett liegt“, erzählt Dominik Bätzner und lacht. Zeit, den Spieß umzudrehen und Kurdis mit ein bisschen Arbeit zu beschäftigen.

Am Donnerstagabend hat alles perfekt gepasst. Kurdis Auto stand verlassen in der Schongauer Altstadt, war schon ziemlich eingeschneit. Aber leider immer noch gut zu sehen. Sobald es dunkel war, machten sich Dominik Bätzner, Kris Todt und Markus Schleich deshalb ans Werk. Mit Schneeschaufeln bewaffnet, holten sie Schnee von den umliegenden Haufen und begruben das Auto darunter.

Das Auto ist unter einem großen Schneehaufen verschwunden. Mit Schneeschaufeln und einem Radlader wurde es vergraben und zum Schluss noch als Schneemann verziert.

Sogar einen kleinen Radlader hatten sie am Start. Markus Schleich baut zur Zeit ein Haus, deswegen braucht er den Bagger. Im Schneckentempo ist er damit abends extra in die Schongauer Altstadt gefahren, erzählt Bätzner.

Über eine halbe Stunde waren die drei mit dem Eingraben beschäftigt. Zum Abschluss wurden die Freunde noch besonders kreativ und verpassten dem riesigen Schneeberg ein Schneemanngesicht. Mit Karottennase, versteht sich.

Immer wieder sind währenddessen Passanten vorbeigekommen und stehen geblieben, haben Fotos geschossen und sich über die lustige Idee gefreut. 

Nachdem das Auto komplett unter dem Schnee verschwunden war, bekamen Bätzner und seine Komplizen allerdings fast ein schlechtes Gewissen. „Wir wollten es auf jeden Fall schnell auflösen, nicht dass der Schnee auf Dauer zu schwer wird oder festfriert“, sagt Bätzner. Dann kam Kurdis aber auch schon um die Ecke gelaufen.

„Ich dachte, er wird erst mal böse“, sagt Bätzner. Aber Kurdis konnte bald selbst über sein verschwundenes Auto lachen. „Seis drum, da war’s eh schon gelaufen. Ich hab’s mit Humor genommen“, sagt er. Zusammen mit den anderen ist er ein Bier trinken gegangen. Davor hat er allerdings erst sein Auto vom Schnee befreit. Zumindest grob. Selbst dafür hat er rund eine Stunde gebraucht, erzählt er und lacht.

Bätzner wusste, dass Kurdis sein Auto am Freitag nicht braucht. Beide arbeiten in der Mittelschule Schongau. Das Auto konnte also stehen bleiben. Musste es auch. Die Reifen waren am Freitag noch komplett im Schnee eingegraben. Erst am Nachmittag konnte Kurdis sein Auto befreien. „Das war ein Mordsakt, aber jetzt steht es an einem sicheren Ort. Hoffentlich.“

Dominik Bätzner befürchtet, dass Kurdis sich bald rächt. „Ich bin nächstes Wochenende beim Skifahren und mein Auto steht verlassen in der Altstadt“, erzählt er. Aber Dimi Kurdis wird sich wohl etwas anderes einfallen lassen. „In ein paar Wochen, wenn wir nicht mehr damit rechnen“, glaubt Bätzner. „Aber das haben wir dann auch verdient. Das ist schon in Ordnung.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Selbstjustiz auf der Straße
Mit einer uneinsichtigen älteren Dame bekam es die Polizei am Donnerstagmittag im Reichlinger Ortsteil Ludenhausen zu tun. Die 81-Jährige war mit ihrem Wagen innerorts …
Selbstjustiz auf der Straße
Marktgemeinde Peiting will Gewerbegrundstück zurück
In rekordverdächtigem Tempo und ohne Debatte hat der Marktgemeinderat in jüngster Sitzung den Antrag auf Neubau einer Lagerhalle abgelehnt. Grund dafür ist ein …
Marktgemeinde Peiting will Gewerbegrundstück zurück
Kleinwagen überschlägt sich auf B 17
Mit mittelschweren Verletzungen musste ein 24-jähriger Landsberger ins Krankenhaus gebracht werden, der sich am frühen Freitagmorgen mit seinem Auto auf der B17 bei …
Kleinwagen überschlägt sich auf B 17
Mehr Gefahr für Schulkinder durch Schnee
Durch die starken Schneefälle hat sich die Gefahrenstelle an der Staatsstraße in Kinsau, verursacht durch eine Gehwegsperrung eines Anliegers, weiter verschärft. Wie …
Mehr Gefahr für Schulkinder durch Schnee

Kommentare