Langfristig wird die produzierende Gärtnerei aufgegeben.
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„Wohnen im Grünen“: Langfristig wird die produzierende Gärtnerei aufgegeben. Deshalb soll nun das Gelände rund um „Die Blumenschule“ überplant werden.

Aus dem Stadtrat

„Wohnen im Grünen“ bei der Gärtnerei

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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Auf dem Areal rund um die Gärtnerei „Die Blumenschule“ könnte in den kommenden Jahren ein großes Wohnprojekt entstehen. 30 bis 35 Wohnungen sind angedacht, und zwar als Nachbarschafts-Projekt, das eine Genossenschaft verwirklicht. Der Stadtrat zeigte sich sehr angetan, die Voraussetzungen sollen nun über einen Bebauungsplan geschaffen werden.

Schongau – Die Gärtnerei „Die Blumenschule“ an der Augsburger Straße von Rainer Engler und Sabine Friesch steht vor einer größeren Veränderung. Es gibt keine Nachfolge. Daher ist in den nächsten Jahren eine Umstrukturierung geplant und das Gelände soll nach und nach neu entwickelt werden, „ohne Zeitdruck“, wie Engler betont (siehe Kasten). Die Pläne stellte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich gemeinsam mit Städteplanerin Manuela Skorka-Dittrich und Martin Okrslar, Vorstand der MARO-Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen, dem Stadtrat vor.

Gärtnerei ist ein privilegiertes Bauvorhaben

Der Bereich der Gärtnerei wurde ursprünglich als privilegiertes Bauvorhaben errichtet. Dieses liegt innerhalb der ehemaligen Lechumlaufschleife, die um den Stadtberg der historischen Altstadt herumläuft. Es ist Ziel der Stadt, diesen wertvollen Landschaftsraum zu erhalten. Nun wurde gemeinsam mit den Grundstückseigentümern ein Konzept entwickelt, dort ein gemeinschaftsorientiertes und generationenübergreifendes Wohnen zu realisieren.

Die Wohnbaugenossenschaft MARO ist in der Region bereits bekannt, wurden doch schon einige Projekte erfolgreich umgesetzt wie in Peiting an der Ammergauer Straße oder in Weilheim an der Paradeisstraße. 1100 Mitglieder zählt die 2012 gegründete Genossenschaft, mittlerweile seien 135 Wohnungen im Bestand, und zwar ausschließlich in den zwei Nutzungsformen generationenübergreifendes Miteinander oder Demenz-/Pflegewohngemeinschaft. Die Schongauerin Christine Fremmer war lange Aufsichtsratsvorsitzende der MARO.

Die kammartige Bebauung der Gewächshäuser könnte im Süden bei der Wohnbebauung weitergeführt werden. Gebäude wie das Café sollen erhalten bleiben.

„Das Miteinander ist wichtig“, führte Okrslar aus. Ein- bis zweigeschossig könnten die Häuser geplant werden mit Wohnungen in unterschiedlicher Größe, von zwei bis vier Zimmern für Alleinstehende, Ehepaare und Familien. So entstehe ein gesunder Mix, die Hälfte der Wohnungen in öffentlicher Förderung. Eventuell könnte aber auch ein Geschoss draufgesetzt werden. So lautet zumindest der Vorschlag der Regierung von Oberbayern.

„Blumenschule wäre ein Wohnen im Grünen“

„Die Blumenschule wäre ein Wohnen im Grünen, der Erhalt dieser parkähnlichen Landschaft spielt eine ganz große Rolle“, so Okrslar. Überplant wird mit dem Bebauungsplan nicht nur die Fläche der Gärtnerei, sondern auch bislang unbebaute Grundstücke von teils anderen Eigentümern. Die kammartige Bebauung der Blumenschule könnte aufgegriffen und ergänzt werden. Es gibt Überlegungen, in Holzbauweise zu arbeiten, es soll Gemeinschaftsräume geben und eventuell einen Parkstadel zur Unterbringung aller Fahrzeuge, dann könnte der Bereich komplett autofrei gehalten werden. Rainer Engler hat außerdem die Vision von „Wohnen im Gewächshaus“. Das Gewächshaus, natürlich in etwas modernerer Form als die bestehenden, könnte die Häuser einrahmen oder wäre diesen vorgelagert wie ein großer Wintergarten. Eventuell gibt es auch eine etwas unkonventionellere Bebauung auf den anderen Grundstücken, wenn die Eigentümer dies wünschen, hieß es in der Sitzung.

„Ein tolles Projekt, das bringt Schongau wirklich ein gutes Stück weiter“, zeigte sich Dietrich begeistert. „Eine schöne Weiterentwicklung des Grundgedankens Gärtnerei“, lobte Kornelia Funke (CSU). „Bevor ich im Schongauer Norden etwas komplett Neues aufziehe, wofür ich auch eine Infrastruktur brauche, müssen wir dort das Optimum rausziehen“, war Ilona Böse (SPD) dafür, die Möglichkeiten auszuschöpfen. Sie wünschte sich mehrere Entwurfsvarianten mit kleinteiliger und maximaler Bebauung.

„Schon lange auf so etwas gewartet“

„Ich habe schon lange auf so etwas gewartet“, so Bettina Buresch, die sich bei den Grundstückseigentümern bedankte, dass sie das Projekt angestoßen hätten. „Das hat Vorbildcharakter.“ Auch Stephan Hild lobte, dass dies genau die maßvolle Bebauung sei, die man sich schon vor Jahren vorgestellt habe. Einzig Friedrich Zeller gab zu, dass er mit dem Vorhaben in die Sitzung gegangen sei, nicht zuzustimmen. „Ich bin der Meinung, dass das alte Lechbett grundsätzlich nicht bebaut werden sollte.“ Nun habe ihn die Planung aber völlig überzeugt: „Man kann es nicht besser machen. Wir sollten es aber nicht mit Nachverdichtung versauen.“ Die Stadträte stimmten dem Aufstellungsbeschluss einstimmig zu.

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