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Direkt am Balkon donnern die Lkw am Haus der Zwingmanns in der Bahnhofstraße/ Ecke Blumenstraße vorbei, es scheint fast, als könnte Gertrud Zwingmann das Führerhaus des Lasters berühren. Die Lärmbelastung ist groß.

Wegen Verkehrs-Belastung in Schongau

Wunsch: Lkw-Fahrverbote und Tempolimit

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Mit der Sperrung der Schongauer Sonnenstraße wegen der nächsten Baustelle ist für Gertrud und Franz Zwingmann die Belastungsgrenze erreicht. Direkt am Balkon Bahnhofstraße/Ecke Blumenstraße donnern nun noch mehr Lkw vorbei als sonst. Sie befürchten eine massive Lärmbelästigung in den kommenden Monaten – und wünschen sich Unterstützung seitens der Stadt.

Schongau Seit gestern Vormittag stehen die Barrieren an der Sonnenstraße, Richtung Europakreisel geht in nächster Zeit erst mal nichts mehr. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis zum 10. August. Bereits am ersten Tag der Sperrung wünscht sich Gertrud Zwingmann das Ende herbei, denn kaum ist die Sperrung vollzogen, vervielfacht sich der Lkw-Verkehr, der direkt an ihrem Balkon vorbeiführt. Das Haus Ecke Bahnhofstraße/Blumenstraße steht sehr exponiert und mit nur geringem Abstand zur Staatsstraße – vom Balkongeländer aus sind es laut Franz Zwingmann nur knapp zwei Meter. Gertrud Zwingmann scheint die Lkw beim Blumengießen mit der Hand fast berühren zu können. „Das ist eine Belastung für alle Menschen und für die Umwelt, und das keine 50 Meter von der historischen Stadtmauer entfernt“, formuliert es die Schongauerin.

Seit Montag Vormittag geht nichts mehr Richtung Europakreisel, die Sonnenstraße Richtung Norden ist dicht.

Die Sperrung nahm Sohn Franz nun zum Anlass, konkrete Vorschläge zu formulieren, „um den Lärm direkt vor Schongaus Haustür in die gute Stube“ zu minimieren. In einem direkt an Bürgermeister Falk Sluyterman gerichteten Brief beschreibt er folgende Ideen: Zum einen sollen Lkw-Fahrverbote eingerichtet werden in der Zeit zwischen 8 Uhr abends und 7 Uhr morgens, an den Wochenenden komplett. Desweiteren wünscht er in der Schongauer Bahnhofstraße eine generelle Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer. Auch eine Modernisierung der Busse, die teilweise noch mit alten Dieselmotoren ausgestattet seien, steht auf der Liste, die Busse sollten umgestellt werden auf Elektro-Technologie und zudem deutlich kleiner werden, so der Vorschlag. Denn, das hat auch Getrud Zwingmann regelmäßig beobachtet: „Die großen Busse fahren oft fast leer oder mit nur ganz wenigen Fahrgästen.“

Als vierten und letzten Punkt ist Mutter wie Sohn wichtig, dass sich die Stadt noch einmal grundsätzlich mit der Lösung des Lkw-Problems im Stadtgebiet beschäftigt – „für alle Schongauerinnen und Schongauer“, wie Zwingmann schreibt. Dabei geht es den beiden um eine direkte Zuwegung für die Firma UPM. Pläne hierzu lägen ja in der Schublade. Neben diesen Verbesserungsvorschlägen informiert Franz Zwingmann die Stadt außerdem über den aktuellen Stand zu seinem Antrag, bei seinem Haus in der Blumenstraße 1 Feinstaubmessungen durchzuführen. Eine Feinstaubmessung von Seiten des Landratsamtes bzw. des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) am Brennpunkt Münztor/Bahnhofstraße/Blumenstraße werde aufgrund von Vergleichspunkten in Trostberg und Kempten abgelehnt. Die Begründung sei für ihn, Zwingmann, größtenteils verständlich und müsse wohl so akzeptiert werden. Allerdings haben ihm die Behörden nun auch schriftlich bestätigt, dass die Verkehrbelastung an der Nordseite der Altstadt fast unzumutbar sei. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Gebäude erheblichem Verkehrslärm ausgesetzt sind.“ Der Schutz der Wohnräume könne durch entsprechende Schallschutzmaßnahmen im Hochbau verbessert werden.

Zwingmann bezieht sich auf ein Schreiben der Abteilung Technischer Umweltschutz im Landratsamt Weilheim-Schongau. Wie Gertrud Zwingmann berichtet, können die Räume Richtung Bahnhofstraße nicht mehr als Schlafzimmer genutzt werden, sie selbst schläft in einem Zimmer Richtung Blumenstraße und ist froh, in dem großen Haus ausweichen zu können: „Ab morgens um halb fünf Uhr geht der erste Lkw-Verkehr Richtung UPM los.

Der Brief an die Stadt Schongau, der den Schongauer Nachrichten vorliegt, sollte gestern Abend im Rathaus eingehen, weshalb man sich natürlich auch noch nicht konkret dazu äußern kann. Man habe sich bereits ausführlich mit dem Thema alternative UPM-Zufahrt beschäftigt, erinnert Stadtbaumeister Sebastian Dietrich an diverse Diskussionen. Nicht zuletzt hatte der Peitinger Marktgemeinderat Peter Ostenrieder Ende 2016 den Vorschlag, eine Stichstraße von der UPM-Kläranlage am Schloßberg entlang durch den Doswald in Richtung Weinland Peiting zu führen. „Das ist alles FFH-Gebiet“, so Dietrich. Was eine Verbesserung der Lärmimmissionen durch Lkw-Verkehr betrifft, seien der Stadt einerseits ein wenig die Hände gebunden, da es sich um eine Staatsstraße handele. Aber man arbeite natürlich eng mit dem Staatlichen Bauamt zusammen. Allein der eben aufgebrachte Flüsterasphalt in Kombination mit der neuen Licht-Signalanlage bringe schon wieder eine Verbesserung.

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