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Der Verkehr aus Richtung Schongau musste bis gestern vor der Baustelle auf der B17 warten, die Gegenrichtung hatte Vorfahrt.

Wut über nächste Baustellle 

Schildbürgerstreich auf der B 17

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Die vom Verkehr geplagten Schongauer schäumen vor Wut: Zu den bestehenden Baustellen im Ort ist in ihnen in dieser Woche auf der B17 noch eine weitere vor die Nase gesetzt worden. Im Berufsverkehr kommt es zu massiven Behinderungen.

Schongau – Bereits am Dienstagabend hatten sich aufgebrachte Leser bei den Schongauer Nachrichten gemeldet und ihr Unverständnis über die Baustelle zwischen den Anschlussstellen Schongau West und Altenstadt geäußert. Eine Baufirma verlegt dort nach eigenen Angaben seit dieser Woche für die Lechwerke Leerrohre unter der B17. Sie werden unter der Fahrbahn durchgerammt. Für die Arbeiten ist es voraussichtlich noch bis Mitte nächster Woche notwendig, die B17 einseitig zu sperren.

Das führte gestern wieder zu massiven Verkehrsbehinderungen. Vor allem, weil der Verkehr bis gestern nur durch Schilder geregelt war. Den Fahrzeugen aus Richtung Landsberg wurde mit einem weißen Pfeil Vorfahrt eingeräumt, die Autos, die in die andere Richtung wollten, mussten warten. Die Wut der Wartenden war enorm: „Das ist eine Riesensauerei“, ließ ein Autofahrer per Telefon in der Redaktion Luft ab.

Landratsamtsmitarbeiterin Andrea Feldl, die die verkehrsrechtliche Anordnung erlassen hatte, erklärte auf Anfrage, dass die Polizei die Regelung so gewünscht hatte. Als sie gestern von dem Chaos Kenntnis bekam, schickte sie eine weitere Anordnung hinterher: „Ich habe angeordnet, möglichst bald eine Ampel aufzustellen“, erklärte sie. Passieren soll das am heutigen Donnerstag. Am gestrigen Mittwoch sei es schon zu spät gewesen, meinte Feldl am Nachmittag mit Blick auf den bereits einsetzenden Berufsverkehr.

Auch der Bauleiter der Firma vor Ort wunderte sich gestern, „dass wir da keine Ampel aufgestellt haben“. Das Unternehmen hätte das ohne Weiteres machen können. „Es war aber nicht gewünscht“, erklärte auch er. „Wir sehen selbst, dass auf der Straße Chaos herrscht.“

Überhaupt nicht glücklich über die Baustelle auf der B17 zeigte sich das Staatliche Bauamt in Weilheim, das bekanntlich wegen anderer Baustellen in und um Schongau schon genug Kritik einstecken muss. „Wir hatten keine Chance, das zu koordinieren“, verteidigte Bauamtsmitarbeiter Christoph Prause gestern die Behörde. „Uns kommt das überhaupt nicht gelegen“, machte er klar.

Wie berichtet, wird die Stromleitung für die Firma Hirschvogel verlegt. Sie unterquert die B472 und die B17. Die geänderte Verkehrsführung auf der B17 sei notwendig, da auf Grund der Bodenbeschaffenheit in diesem Bereich das sogenannten Spülbohrverfahren – anders als im Bereich der B 472 – nicht zum Einsatz kommen könne, erklärte gestern ein LEW-Sprecher. „Die Geräte müssen für die Bohrung stattdessen im Bereich der Böschung positioniert werden. Aus Sicherheitsgründen ist es deshalb notwendig, einen Fahrstreifen zu sperren.“

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