Zahlreiche Verletzte bei Unruhen am Tempelberg

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Grünen-Landtagsabgeordneter Ludwig Hartmann (am Tisch vorn, 2.v.l.) unterhält sich mit Asylbewerbern, die ein Bewerbungsgespräch üben. Vorn re.: Lehrkraft Jasmin Mauch. Foto:

Berufs- und Oberlandschulen im Landkreis

Zehn Schulklassen für Asylbewerber geplant

Weilheim/ Landkreis - An mehreren Schulen im Landkreis sollen insgesamt zehn Klassen für Asylbewerber entstehen. Um welche Schulen es geht:

„Es gibt keine Probleme, es gibt nur Herausforderungen und Lösungen“, sagt Dr. Burkhard Küster von der Weilheimer Berufschule. „Wir waren schon immer die innovativste Schule, die es gibt, weil uns gar nichts anderes übrig bleibt.“ An einer Berufschule könnten die Lehrer „nicht mit dem Wissen von vor 30 Jahren glänzen“, zu schnell sei der Wandel der Technik. Die Fähigkeit, sich auf schnell ändernde Situationen einzustellen, komme der Schule jetzt zugute, wo es darum gehe, junge Asylbewerber auszubilden, so Küster.

„Die meistern wir“, sagte auch der Landtagsabgeordnete der Grünen, Ludwig Hartmann, über die Integration der Asylbewerber anlässlich eines Besuchs von Klassen, in denen sie unterrichtet werden. Die Berufschulen spielten bei der Integration dieser Menschen eine große Rolle, da dort Sprache, Kultur und Beruforientierung gleichzeitig stattfänden. Hartmann bedauerte, dass es bei Diskussionen um die Bildung fast nur noch ums Gymnasium – G 8 und G 9 – gehe. Dabei seien die Berufsschulen mindestens ebenso wichtig. „Es hängt an uns“, so der Abgeordnete, „ob aus Asylbewerbern Hartz-IV-Empfänger, gute Handwerker oder Ingenieure, die ein neues Auto entwickeln, werden.“

Wie Hartmann sieht Küster die Notwendigkeit einer guten Ausbildung. „Ein großer Teil der jungen Leute wird da bleiben“, so seine Einschätzung, also müssten sie eine Chance zur Integration erhalten. Aber auch wenn sie später in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren sollten, sei die Ausbildung wichtig. Die Menschen bräuchten diese, um ihr Land wieder aufzubauen. Dies wäre laut Küster auch für Deutschland von Vorteil – „das sind die Wirtschaftsbeziehungen für die nächsten 30 Jahre“.

Um die Ausbildung sicherzustellen, sind Küster zufolge für das kommende Schuljahr zehn Klassen für Asylbewerber geplant – sechs an der Berufschule in Weilheim, drei an der Berufschule in Schongau und eine an den privaten Oberlandschulen in Weilheim. Eine Klasse soll maximal 20 Schüler haben.

Hartmann hat der Schule anlässlich seines Besuchs praktischen Unterricht in Landeskunde versprochen. Er lädt im kommenden Schuljahr eine Klasse zu einem Besuch des Landtags ein, um ihr die Funktion des politischen Systems zu vermitteln.  

Alfred Schubert

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