Erzieher gesucht: Im Schongauer Kindergarten Kunterbunt ist der Personalmangel so groß, dass nun zwei Mal eine Gruppe schließen musste.
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Erzieher gesucht: Im Schongauer Kindergarten Kunterbunt ist der Personalmangel so groß, dass nun zwei Mal eine Gruppe schließen musste.

Kindergarten Kunterbunt

Schongau: Zu wenig Personal, Gruppe musste schließen

  • Elke Robert
    vonElke Robert
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In Schongau gibt es einen personellen Engpass in den städtischen Kindergärten. An zwei Tagen musste nun im Kindergarten Kunterbunt jeweils eine Gruppe geschlossen werden. Und die Springer-Stelle ist auch unbesetzt. „Wir hoffen, dass das eine einmalige Sache war“, so Geschäftsleiterin Bettina Schade.

Schongau – „Der Elternbeirat geht auf die Barrikaden, die Eltern sowieso.“ Auf eine Zwangsschließung in dem Schongauer Kindergarten machte Stadtrat Michael Eberle (CSU) in der jüngsten Sitzung des Gremiums aufmerksam. Er wollte wissen, ob seitens der Stadt Aushilfsmaßnahmen notwendig seien und wie lange und wie oft die Einrichtung geschlossen bleiben musste. Die CSU-Fraktion habe wegen einer Personalentscheidung mit Eltern und Elternbeirat Kontakt aufgenommen, erklärt Eberle auf Nachfrage. „Wir wurden von Eltern aufmerksam gemacht, dass es größeren Unmut gibt, weil wohl seit längerer Zeit die Betreuung der Kinder sehr problematisch ist.“ Dies sei auch mehrfach bei der Stadt gemeldet worden, „eine Abhilfe erfolgte nicht“, kritisiert Eberle.

Eine Erzieherstelle und die Springerstelle offen

Schongaus Geschäftsleiterin Bettina Schade zeigte sich überrascht über die Anfrage Eberles im öffentlichen Teil des Stadtrats, Personalangelegenheiten seien schon nichtöffentlich besprochen worden. „Ich bin davon ausgegangen, dass die Hintergründe bekannt sein dürften“, so Schade. Kurz und knapp erläuterte sie, dass im betroffenen Kindergarten derzeit Erzieher fehlen. „Und auch an uns hat sich die Elternschaft gewandt, wir sind zuversichtlich, dass wir das zeitnah beheben können.“ Insgesamt habe man im Kindergarten Kunterbunt in der vergangenen Woche an zwei Tagen jeweils eine Gruppe, also jede Gruppe einen Tag, schließen müssen. Der Grund für den Engpass: Seit Dezember ist dort eine Erzieherstelle offen, die bisher nicht besetzt werden konnte. Und dann sei in dem kleinen Kindergarten an der Thanellerstraße auch noch krankheitsbedingt jemand ausgefallen.

Gibt es im Notfall nicht einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin eines anderen städtischen Kindergartens, der einspringen könnte? Auch bei den Schulen gibt es ja eine „mobile Reserve“. „Doch wir haben eine Springerstelle, aber die ist derzeit auch nicht besetzt“, bedauert die Geschäftsleiterin. Auch sei das in diesen Corona-Zeiten nicht ganz so einfach, dass das Personal mal in einer anderen Einrichtung aushelfe: Schade: „Ein Tag hier, ein Tag da, ein Tag dort geht nicht.“

Stadt reagierte mit einer Stellenausschreibung

Der Elternbeirat hat sich natürlich auch an die Stadt gewandt und bereits eine Antwort bekommen, wie Schade versichert. Reagiert hat die Stadt Schongau mit einer aktuellen Stellenausschreibung: Darin werden allgemein neue Angestellte für die städtischen Kindergärten gesucht, konkret geht es aber eben um den Kindergarten Kunterbunt. „Wir setzen alle Hebel in Bewegung, damit wir schnell Abhilfe schaffen.“ Schade hofft, dass sich die Situation rasch entspannt, erste Bewerbungsgespräche zumindest für die Springerstelle laufen bereits.

Aber sie weiß, dass der Fachkräftemangel auch im Bereich der Erzieher groß ist und es nicht einfach wird, geeignete Bewerber zu finden. „Ich habe 2016 bei der Stadt angefangen, damals waren es acht städtische Kindergartengruppen – jetzt sind es zwölf“, fasst die Geschäftsleiterin die Problematik zusammen. Schon 2017 gab es zwei zusätzliche Gruppen mit der Eröffnung des „Haus für Kinder“. 2019 mussten dann zwei Notgruppen eingerichtet werden, weil 25 Kita-Plätze fehlten (wir berichteten). Der Spagat gelang mit einer Gruppe im Kindergarten Regenbogen und einer im Kindergarten Luftballon. Auch genügend Personal konnte eingestellt werden. Und nicht zuletzt hat der Stadtrat nach langem Hin und Her und viel Ärger statt der beschlossenen Containerlösung nun doch einen Erweiterungsbau an der Einrichtung in der Bahnhofstraße beschlossen. Dieser soll bis zum kommenden Sommer fertig sein, dann kann man sogar eine hohe Förderung bekommen. Der Vorentwurf für das Projekt mit geschätzten Kosten von rund 1,65 Millionen Euro wurde erst dem Gremium im Februar vorgestellt.

Gezahlt wird tarifgebunden

Könnte man da nicht auch seitens der Bezahlung mit einem kleinen Bonus winken, wie dies im Bereich der Praktikanten in den Kindergärten bereits geschehen ist? „Wir sind da im Bereich des öffentlichen Dienstes, wir sind tarifgebunden“, so Schade. Natürlich gebe es auch Kindergärten freier Träger, die tarifangelehnt bezahlen oder sogar übertariflich. „Aber das ist nicht immer einzig und allein ausschlaggebend“, betont Schade. „Nicht allein das Gehalt ist entscheidend, sondern auch die Rahmenbedingungen müssen passen.“

Die Voranmeldungen für das Kindergartenjahr 2021/22 sind indes längst gelaufen. Auch in diesem Jahr konnte wegen Corona kein persönliches Kennenlernen mit Tag der offenen Tür stattfinden, aber die Eltern konnten wieder ihren Wunschkindergarten angeben. Wie viele Kinder im Herbst in die Schongauer Einrichtungen kommen werden und ob die Zahl der Plätze ausreicht, ist noch nicht klar. Die Anmeldungen werden derzeit noch bei der Stadt abgeglichen.

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