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Leitet die neue Frauenklinik: Chefarzt Dr. Gerhard Schmidberger (re.). Leitender Oberarzt ist Dr. Ikechukwu Emmanuel Anikwe. Links Dr. Wilhelm Fischer, Ärztlicher Direktor.

Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau

Zukunft der Geburtshilfe gesichert

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Am Schongauer Krankenhaus wurde die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe installiert, und zwar unter der Leitung von Dr. Gerhard Schmidberger. Dies bedeute kein komplettes Aus für die Hauptabteilung in Weilheim, beteuert Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH. Jetzt will man jedoch erst einmal die eine Geburtshilfe im Landkreis sichern.

Weilheim-Schongau – Der neue Chefarzt der neuen Hauptabteilung mit neuem Namen ist in der Lechstadt und darüber hinaus wohlbekannt: Die Verantwortung übernimmt der 64-jährige Dr. Gerhard Schmidberger, der die Klinik mit einem fast schon eingespielten Team, da sich die Kollegen aus den Häusern Weilheim und Schongau ja bereits kennen (siehe unten), in eine sichere Zukunft führen möchte.

Das Thema Geburtshilfe bewege ihn, seit er begonnen habe, so Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH. Mit Blick auf das Krankenhaus Weilheim und die dortige, im Herbst zunächst nur vorübergehend geschlossene Geburtshilfe, machte er deutlich: Zunächst den Standort Schongau sichern. Jedoch habe er den politischen Auftrag, auch für Weilheim weiterhin nach Fachärzten und Hebammen zu suchen, der Kreißsaal könne problemlos wieder ans Netz gehen. „In Sachen Geburtshilfe ist es im Landkreis zu keinem Zeitpunkt um Geld gegangen“, hob Lippmann hervor. Immer sei wichtig gewesen, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr eine medizinische Versorgung in der Geburtshilfe anzubieten und auch sicher zu verantworten, was eben für Weilheim nicht mehr gewährleistet gewesen sei. Nach der Trennung von Dr. Solveig Groß existierte dort auch keine Hauptabteilung mehr.

Die Hauptabteilung in Schongau indes habe man sich zwar immer gewünscht, sie sei aber bisher auf wackeligen Füßen gestanden. Dr. Schmidberger, der sich zunächst – wegen der Hauptabteilung Weilheim – als Belegarzt hatte zurückziehen wollen, übernimmt nun als Chefarzt der Schongauer Hauptabteilung – bisher eine reine Belegabteilung – das Ruder. „Das Belegärztesystem funktioniert nicht mehr, aber wenigstens eine Klinik im Landkreis sollte es geben“, ist auch Schmidberger eine dezentrale Geburtshilfe wichtig. Die Entbindungen in Schongau seien immer mehr geworden. In Schongau liege der monatliche Spitzenwert nun bei 59 Geburten. Im Vergleich: Im Januar 2017 waren es 20 Geburten in Weilheim und 31 in Schongau, im Januar 2018 ebenfalls 51 Geburten – nur in Schongau. Zwar sei man von dem einstigen Spitzenwert 600 Geburten jährlich weit entfernt, aber ebenso weit von der niedrigsten Geburtenzahl von 297 (vor Umbau von Station und Kreißsaal). 2015 begrüßte man in Schongau 400 neue Erdenbürger, 2017 schon 462. Schmidberger: „Ich bin guter Dinge, dass wir 500 Geburten schaffen können, weil Schongau gut angenommen wird.“

Darüber freut sich auch Dr. Wilhelm Fischer, Ärztlicher Direktor der Krankenhaus GmbH, der sich als Verfechter der ländlichen Krankenhäuser zählt. „Es ist katastrophal, die großen Zentren sind doch alle überfordert“, bemängelt er. Die Räumlichkeiten seien in Schongau sehr angenehm und darüber hinaus sehr familienfreundlich gestaltet. Ähnlich äußerte sich auch der neue Leitende Oberarzt, Dr. Ikechukwu Emmanuel Anikwe: Geburtshilfe sei eine menschliche Sache, man müsse mit Gefühl daran arbeiten. „Zusammen können wir alles schaffen.“

Lippmann stellte heraus, wie wichtig der Verbund zwischen den Kliniken sei. „Wir müssen uns zu Verbänden zusammenschließen, aus Mitbewerbern Freunde machen, sonst zerfleischen wir uns gegenseitig.“ Während bisher bei Notfällen die Säuglinge in Zusammenarbeit mit der Garmischer Neonatologie versorgt werden, hätte das Klinikum Landsberg gute Chancen auf eine eigene Abteilung für Neugeborenenmedizin und Neugeborenenvorsorge. „Es gibt konkrete Gespräche zwischen den beiden Landkreisen und den Kliniken, diesen Zweig gemeinsam einzurichten“, verrät Lippmann. Im Notfall würden in Schongau natürlich alle Schwangeren versorgt – in Weilheim übernehmen dies bis aufs Weitere die niedergelassenen Frauenärzte. In der neuen Schongauer Klinik anmelden können sich Frauen erst für eine Entbindung ab der 37. Woche, Risikoschwangerschaften etwa bei einer Diabeteserkrankung oder Drogensucht der Mutter können nicht betreut werden.

Die Geburtshilfe auf einen Blick:

Dr. Gerhard Schmidberger, 64 Jahre alt, ist seit 27 Jahren Belegarzt am Schongauer Krankenhaus und seit insgesamt 38 Jahren als Gynäkologe tätig. Ihm zur Seite steht als Leitender Oberarzt Dr. Ikechukwu Emmanuel Anikwe, der vorher Oberarzt am Weilheimer Krankenhaus war und nun nach Schongau wechselte, sowie die Oberärztin Dr. Kira Essiger (ebenfalls zuvor Oberärztin in Weilheim). 

Bereits zum Oktober war Dr. Ignat Ignatov in Schongau als Facharzt eingestellt worden. Als Assistenzärzte kommen Bojana Kapor und Nana Kutateladze aus Weilheim, wobei Kutateladze schon zuvor im Schongauer Krankenhaus gearbeitet hat, jedoch in der Chirurgie. Die Stationsleitung der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe hat Kirsten von der Heide inne. 

Das „extrem stabile und in sich geschlossene Hebammenteam“ (Lippmann) bleibt unverändert bestehen, wird aber durch eine neunte Dame verstärkt: Caroline Mayer. Im Team wie bisher: Daniela Schregle, Christine Eder, Birgit Schmid, Melanie Holzmann, Nadine Lachmann, Sybille Kutzner, Stephanie Glötzl-Widl und Friederike Templin. In der neuen Hauptabteilung bleiben als Belegärzte Marlene Schweyer und Jürgen Karbach dabei. Die parallele Belegabteilung Gynäkologie ist weiterhin möglich. Die Gemeinschaftspraxis Schmidberger-Schweyer wird wie gewohnt geführt.

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