Dr. Franz Twardy war jahrelang Hausarzt und Stadtrat in Schongau.

Zum Tode des Ehrenringträgers

Twardy: Als Hausarzt und kritischer Stadtrat bleibt er unvergessen

Der langjährige SPD-Stadtrat Dr. Franz Twardy ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Er zählte zum Kreis der Träger des Goldenen Ehrenrings der Stadt Schongau. Diese hohe Auszeichnung war ihm 2008 bei seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat verliehen worden. Ein Jahr später ging auch die Ära als Hausarzt für Dr. Twardy zu Ende.

Schongau – „Franz Twardy war ein aufrechter Demokrat, aber auch ein sehr kritischer, der immer seine Linie beibehalten hat und sich nicht verbiegen ließ“, schildert Hans Fickler seinen früheren Stadtratskollegen. „Und er hatte ein Herz für den kleinen Mann“, fügt Fickler noch hinzu.

Mit dem Goldenen Ehrenring sind Twardys Verdienste in seiner 18-jährigen Stadtratstätigkeit (1990 bis 2008) gewürdigt worden. Sowohl im Werkausschuss als auch im Rechnungsprüfungsausschuss und im Stiftungssenat hat er wertvolle Arbeit geleistet.

„Franz Twardy war ein erfrischender Stadtrat, der neue Sichtweisen eröffnete“, so der frühere Schongauer Bürgermeister Friedrich Zeller. Auch habe er sich für die sozial Schwachen und älteren Mitbürger eingesetzt und stets die Belange der Menschen in Schongau-West im Auge gehabt.

„Dr. Twardy hat in vorbildlicher Weise an der positiven Entwicklung unserer Stadt mitgewirkt und die Belange der Stadt und ihrer Bürger mit großem Einsatz vertreten“, heißt es in einem Nachruf von Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman.

Auch Rudolf Krois, Sprecher der 17 Schongauer Ehrenringträger, zeigte sich betroffen vom Tod von Twardy, der ein gern gesehener Gast bei den monatlichen Treffen der Ehrenringträger war.

Ein Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat war Dr. Franz Twardy dann auch von Bühne des Gesundheitswesens abgetreten: Kritisch und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, hatte sich der langjährige Schongauer Hausarzt im übervollen Sparkassenforum in den Ruhestand verabschiedet. Nicht ohne dabei vor den eingeladenen Patienten, Kollegen, und Vertretern der AOK auf die aktuelle Schieflage im Gesundheitssystem hinzuweisen.

Dr. Twardy war ein Hausarzt, der sich nicht scheute, öffentlich gegen die Flut der Bürokratie vorzugehen – selbst wenn dadurch das ein oder andere Honorar flöten ging. Dem kränkelnden Gesundheitssystem hat er stets seine Stirn geboten. Seine Zeit hat er stets den Patienten gewidmet und nicht der Arbeit am PC.

33 Jahre als Hausarzt, 18 Jahre als hartnäckiger Zeitgenosse als Schongauer SPD-Stadtrat, sechs Jahre im Kreistag: Mag Dr. Twardy in dieser Zeit den ein oder anderen nicht zum Freund gewonnen haben, doch seine Patienten liebten ihn. Seine Arztpraxis hat er 2009 an Dr. Jiri Faltis übergeben.

Im vergangenen Jahr hat sich Dr. Franz Twardy einer schweren Kopfoperation unterziehen müssen, von der er sich nicht mehr erholt hat. Sein Tod war somit auch eine Erlösung für ihn.

Die Trauerfeier für Dr. Franz Twardy findet am Freitag, 12. Januar, um 11 Uhr in der Stadtpfarrkirche Verklärung Christi in Schongau statt, die Urnenbeisetzung erst zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis.

Michael Gretschmann

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