Teilnehmer im Ballenhaus Schongau bei der Gründung der Alzheimer Gesellschaft Lechrain
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Den hygienischen Vorgaben entsprechend, waren für die Besucher die Stühle im Ballenhaus platziert bei der Gründung der Alzheimer Gesellschaft Lechrain. Vorne rechts sitzen Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Falk Sluyterman

in Schongau im Ballenhaus

Alzheimer-Gesellschaft gegründet: „Zur Entlastung der Familien ein Segen“

„Mit ganzen Herzen dabei“: So lautet das Motto der am vergangenen Wochenende neu gegründeten „Alzheimer Gesellschaft Lechrain – Selbsthilfe Demenz“. Im Rahmen des Aktionswochenendes in Schongau haben die Vorsitzenden Doris Kettner und Petra Stragies das vielfältige Programmangebot vorgestellt.

Schongau – An persönlichen Grußworten und Videobotschaften hat es im Ballenhaussaal nicht gemangelt. Landrätin Andrea Jochner-Weiß sagte, sie könne gut mitfühlen, dass die ganze Familie betroffen ist, wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt ist.

„Sie müssen erleben, wie sich ein ihnen nahe stehender Mensch verändert.“ Jede Begegnung erfordere unendlich viel Geduld.

„Mut, Kraft und viele Mitstreiter“

Und genau dazu bräuchten sie die Unterstützung des neu gegründeten Vereins mit dessen vielfältigem Programm. „Zur Entlastung der Familie ist er ein Segen.“ Dem Verein wünschte sie Mut, Kraft und viele Mitstreiter.

Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman sagte, die neu gegründete Alzheimer Gesellschaft Lechrain sei für den Landkreis eine Bereicherung, weil sich mittlerweile das Thema Demenz in der Gesellschaft durch alle Bevölkerungsschichten ziehe. Er erinnerte daran, dass es der Arzt Alois Alzheimer gewesen ist, der 1902 als erster diese Krankheit beschrieben hat.

Bedauerlicherweise habe die Medizin seither keine Fortschritte gemacht. Medikamente könnten zwar eine Zeit entgegenwirken. Da indes die Ursache unbekannt sei, könne der Prozess weder umgekehrt, noch aufgehalten werden.

„Deswegen ist es enorm wichtig, dass es in dieser Situation Menschen gibt, die Demenzkranke und deren Angehörige nicht allein lassen, sie beraten, unterstützen, Hilfe anbieten und Wissen vermitteln.“

Es gab viele Videobotschaften

Videobotschaften schickten zudem Sabine Jansen von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Sonja Womser vom Landesverband der Bayerischen Alzheimer Gesellschaft und Landsbergs Landrat Thomas Eichinger.

Das Programm und das Hilfsangebot der neu gegründeten Alzheimer Gesellschaft Lechrain – in Deutschland gibt es 136 derartige Gesellschaften, in Oberbayern zwölf – ist vielseitig. Beispielsweise das Angebot „Gemeinsam Gehen“ um Schongaus Stadtmauer für Angehörige von Menschen mit Demenz jeden dritten Montag im Monat. Oder das Schulungsprogramm „Hilfe zum Helfen“ für Angehörige und Freunde von Menschen mit Demenz. Auch Besuche auf dem Bauernhof und Vorträge wie „Wir sind Referentinnen zum Thema ,Demenz macht Schule’“ werden für die 7. Klasse der Realschule und für die 4. Klasse der Grundschule angeboten. „Das ist mir ein Herzensprojekt“, sagt die Vorsitzende Doris Kettner. Man spüre die Betroffenheit der Kinder, wenn die merken, wie sich ihre Oma und Opa zunehmend verändern und sich ihr Zustand verschlechtert.

Auch Tiergestützte Besuche sind im Angebot

Zu den weiteren Angeboten der Alzheimer Gesellschaft Lechrain gehören der „Tiergestützte Besuch“ und das Projekt „Gemeinsam Kunst entdecken“ sowie die Lesestunde „Bayrische G’schichtn“ mit Erwin Höpfl und das Projekt „Senioren leben auf dem Bauernhof“.

Zum Programm der zurückliegenden Aktionswoche gehörte zudem die große Kunstausstellung „Wer bist du heute? Who are you today?“ mit dem Künstler Thorsten Fuhrmann. 239 Kunstwerke von 159 Künstlern aus 29 Ländern waren im Gerbersaal der Familie Fritz Holzhey in der Lechvorstadt ausgestellt.

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