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Plantsch kämpft mit steigenden Energiepreisen: Reduzierung von Gasverbrauch und ein Kostenzuschlag

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Von: Elena Siegl, Barbara Schlotterer-Fuchs

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Immer ein Highlight: Der Strömungskanal im Plantsch.
Immer ein Highlight: Der Strömungskanal im Plantsch. © PLANTSCH

Noch muss im Plantsch im Vergleich zu manch anderem Bad die Wassertemperatur wegen der Preis-Explosion nicht abgesenkt werden. Einsparvorkehrungen werden allerdings trotzdem getroffen.

Schongau – Kostensteigerungen in allen Bereichen und insbesondere die hohen Energiepreise machen dem Plantsch zu schaffen – das wird sich nun zum Start der Sommersaison auch für die Besucher bemerkbar machen. Allerdings nicht bei der Wassertemperatur. „Eine außerplanmäßige Absenkung der üblichen Wasser- und Lufttemperaturen findet nicht statt“, betont Plantsch-Chef Andreas Kosian auf Anfrage der Heimatzeitung.

Der Hintergrund: Manche Bäder kühlen das Wasser herunter, um die Preis-Explosion auf dem Energiesektor abzufedern. Dass die Plantsch-Besucher momentan noch nichts an wohliger Badetemperatur einbüßen müssen, hat laut Kosian verschiedene Gründe: Zum einen wird Gas als Primärenergieträger nur im Saunaland eingesetzt. „Im Schwimmbadbereich werden wir durch Fernwärme versorgt.“ Und im Schwimmhallenbereich ist die Absenkung der Wassertemperatur bauphysikalisch nicht ohne Weiteres möglich. „Es würde ohne Gegenmaßnahmen zu Schwitzwasserbildung und somit zu Schäden am Gebäude führen.“ Kosian erklärt, dass ein Eingriff in die konstruktive Auslegung der Lüftungs- und Badewassertechnik wohl überlegt sein will, „das rechnet sich nur, wenn man dies langfristig so beibehalten möchte – das wollen wir aber bislang nicht“.

Wassertemperatur soll nicht gesenkt werden

Hinzu kommt: Das Herabsenken im großen Becken hätte auch Folgen für den sensiblen Kinder-Bereich: „Aufgrund einer technischen Besonderheit unserer Filtertechnik können wir in unserem Bad im Hallenbereich die Wassertemperatur in den großen Becken nicht separat absenken, ohne gleichzeitig das Mutter-Kind-Becken zwangsweise ebenfalls herunterzukühlen.“ Das fänden nicht nur die Mamas unlustig. Aufgrund des Verhältnisses von Hautoberfläche zu Körpermasse von Kleinkindern könnte es zur Unterkühlung führen. In diese Richtung, versichert Kosian, ist also keinesfalls eine Einsparung in Planung.

Plantsch-Besucher müssen erstmals Energiekostenzuschlag zahlen

Allerdings müssen die Badegäste etwas tiefer in die Taschen greifen. Bei den Eintrittspreisen ist laut Kosian eine „vergleichsweise geringe Preisanhebung“ nötig (siehe Text unten). Zusätzlich wird heuer ein Energiekostenzuschlag verlangt. Für Badeintritte beträgt der Zuschlag einen Euro, im Saunabereich zwei Euro pro Tarif. Familientarife werden unabhängig von der Personenzahl mit einmalig einem Euro belastet, heißt es. Für Kinder wird kein Zuschlag erhoben.

Die erwarteten Mehrerlöse aus dem Energiekostenzuschlag werden laut Kosian wohl nur ein Viertel der aktuellen Energiepreis-Mehrkosten abdecken. „Wir können daher nur um Verständnis werben, dass es sich bei dieser alternativlosen Maßnahme nicht um ,Abzocke’ handelt, sondern um eine zwingend notwendige Maßnahme, die den Erhalt der Einrichtung sichern und ansonsten unvermeidbare, unpopuläre Einschränkungen in der Angebotspalette vermeiden helfen soll.“

Etwa das Abschalten von Attraktionen oder stark verringerte Öffnungszeiten. Sollten sich die Energiebezugspreise wieder normalisieren, kann sich Kosian vorstellen, den Energiekostenzuschlag auch kurzfristig wieder abzuschaffen.

Plantsch: Anstrengungen, Verbrauch von fossilen Energieträgern zu reduzieren

Er versichert, dass außerdem Anstrengungen unternommen werden, „jeden nicht notwendigen Verbrauch von fossilen Energieträgern zu stoppen, zu verringern oder mittelfristig zu ersetzen“. Bereits am 9. März sind im Plantsch alle Gasverbraucher, die für den Betrieb nicht notwendig sind, abgestellt und durch energiesparende Ersatztechnik ausgetauscht worden. „Das betrifft zum Beispiel den Ambiente-Feuerkamin im Blockhaus oder die Gasfeuer-Fackeln am Naturschwimmteich.“ In beiden Fällen konnten die Effekte durch LED-Technik ersetzt werden, die pro Monat den Verbrauch von Erdgas um über 4500 Kilowattstunden reduzieren.

„Aktuell treffen wir Vorbereitungen, die beiden gasbetriebenen Saunaöfen im Saunaland durch elektrische Öfen zu ersetzen, die wiederum mit einer PV-Anlage betrieben werden sollen.“ Das Außen-Warmbecken wird in der Sommersaison ohnehin seit 14 Jahren zu Energiesparzwecken von 34 Grad im Winter auf 32 Grad im Sommer abgesenkt.

Das Plantsch wird sich laut Andreas Kosian hinsichtlich des Energieverbrauches in den nächsten ein bis zwei Jahren neu aufstellen nach dem Prinzip: So viel wie möglich elektrisch betreiben und den elektrischen Bedarf selbst erzeugen. Die Weichenstellung hierfür sind in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates getroffen worden.

Plantsch: Start in die Freibad-Saison

Das Plantsch läutet die Sommersaison ein. Traditionell zum 1. Mai öffnet das Freibad wieder. Und es wird einige Neuerungen geben: Neben einem Energiekostenzuschlag, der heuer erstmals erhoben wird (siehe Text oben), wird auch bei den Tarifen etwas mehr Geld fällig, wie es sich laut Plantsch-Chef Andreas Kosian bereits im Herbst angedeutet hatte.

Alle Eintrittspreise fürs Bad erhöhen sich um 50 Cent, der Familientarif um 1,50 Euro. Beim Eintritt ins Saunaland steigt der Preis um 1,50 Euro – vier Euro mehr sind beim Familientarif fällig.

Für „Vielschwimmer“ würden Saison- und Dauerkarten deshalb heuer ein besonders gutes Angebot darstellen, meint Kosian. Die Preise wurden bereits im Herbst kalkuliert und werden nicht weiter angehoben, auch ein Energiekostenzuschlag wird nicht berechnet. Allerdings sind auch die Saison- und Dauerkarten im Vergleich zu den Vorjahren etwas teurer geworden. Kinder zahlen nun 75 Euro, Erwachsene 155 Euro (ermäßigt 135 Euro) und Familien (mit unbegrenzter Anzahl von eigenen Kindern bis zum 16. oder mit Schülerausweis bis zum 18. Geburtstag) 300 Euro. Kauft man die Saisonkarten vor dem 1. Mai, erhalte man den Zwei-Stunden-Eintritt in die Badewelt zusätzlich gratis, wirbt Kosian. Und er hat noch einen weiteren Tipp: „Der Kaufpreis aller Saison- und Dauerkarten lässt sich unter Verwendung von Geldwertkarten beim Kauf bis zu 25 Prozent senken.“

Wie gewohnt, gelten im Sommer die Öffnungszeit von 9 bis 21 Uhr, heuer jedoch mit einer Einschränkung: Von Mai bis Juli endet der Badebetrieb montags bis donnerstags bereits eine Stunde früher, also um 20 Uhr. Ferien sind von der Reduzierung der Öffnungszeit ausgenommen. Das Saunaland bleibt weiterhin unverändert täglich von 10 bis 22 Uhr in Betrieb.

Für die Sommersaison sind laut Kosian neben kleineren regelmäßigen Angeboten wie dem Kinderspielenachmittag an Freitagen, Meerjungfrauenschwimmen am ersten Samstag im Monat, Vollmondsaunanächten oder den Abnahmeterminen für Schwimmabzeichen auch drei Großveranstaltungen geplant: Eine Poolparty der Fußballabteilung Schongau voraussichtlich im Juni, das zweite Schongauer Entenrennen des Rotaryclubs am 30. Juli, und ein Leistungsschautag der Schongauer Wassersportvereine am Samstag, 25. Juni, von 12 bis 16 Uhr. Wer Interesse hat, einem Verein beizutreten und Sport zu treiben, kann sich bei dieser Veranstaltung über sämtliche Möglichkeiten direkt bei den Vereinen zu informieren.

Die Sommersaison endet traditionell mit dem letzten Ferientag der Sommerferien am 12. September. Anschließend wird es wieder eine Revisionszeit geben. Wie lange diese dauern wird, ist noch nicht abzusehen. Nun soll aber ohnehin erst mal geplanscht werden.

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