Georg Werner vom Lagerhauskino Schongau bringt die neue Auszeichnung an
+
Konstant und gut: Georg Werner wurde wieder für sein Programm im Lagerhauskino ausgezeichnet. Öffnen kann er aber noch immer nicht.

Auszeichnung für Georg Werner

Wieder zwei Preise fürs Lagerhauskino, aber der Eberhofer fehlt

  • Elke Robert
    vonElke Robert
    schließen

Wieder einmal ist Georg Werner für sein Programm im Lagerhauskino ausgezeichnet worden, und zwar gleich zwei Mal: bundesweit für sein Dokumentarfilm-Programm, und auf Bayernebene für sein gesamtes Programm. Das kleine Kino im Obergeschoss des Lagerhauses bleibt aber weiter zu.

Schongau – In der Regel werden die Preise für die Kinobetreiber im Spätherbst verliehen, wegen Corona war dies heuer alles nicht möglich. Statt persönlich einer Ministerin oder einem Minister die Hand zu schütteln, hat Georg Werner jetzt ein Päckchen per Post bekommen. Die Urkunde für sein „besonders gutes Dokumentar-Filmprogramm“ unterzeichnete Monika Grütters für die Bundesregierung als Beauftragte für Kultur und Medien. Der Peitinger, der das Schongauer Lagerhauskino seit nun 30 Jahren betreibt, wurde sogar doppelt ausgezeichnet: Auf Bayernebene gefiel wieder sein „qualitativ herausragendes Jahresfilmprogramm“.

Urkunde diesmal nicht aus den Händen eines Ministers oder einer Ministerin

Auch diese Urkunde konnte Werner nicht direkt aus den Händen von Staatsministerin Judith Gerlach entgegennehmen. „Es wäre schon auch nett gewesen, die Kollegen zu treffen, weil die Preisverleihung jedes Mal an einem anderen Ort ist“, bedauert dies der Lagerhauskino-Betreiber, der das Prozedere ja gut kennt. Schließlich hat er schon mehrfach für sein besonderes Programm in Schongau und in seinem zweiten, etwas größeren Starlight-Kino in Weilheim Preise bekommen. Der Aufkleber wird wieder neben der Türe zum Lagerhaus angebracht. Das beliebte Kino bleibt aber weiterhin zu. Die letzten beiden Filme, die in Schongau liefen und abrupt unterbrochen wurden, waren der Oscargewinner 2019 „Parasite“ und die Neuverfilmung des Romans von Louisa May Alcoot „Little Women“ mit Meryl Streep und Emma Watson in den Hauptrollen. Sieben bzw. zwei Besucher konnten die Filme noch sehen.

„Wir haben gerade wieder gelüftet und sauber gemacht, aber so lange wir den Abstand von 1,50 Metern einhalten müssen, könnten wir nur maximal neun oder zehn Leute reinlassen“, erklärt er wieder sein Dilemma. In Weilheim ist schon eine Weile wieder offen. Dort gibt es nicht nur mehr Sitzplätze, die Reihen sind auch etwas luftiger als in Schongau, immerhin 30 bis 50 Personen können dort eingelassen werden. „Wir arbeiten aber derzeit immer zu zweit, denn wir brauchen jetzt einen Platzanweiser, das ist ein bisschen wie in den guten alten Zeiten.“ Georg Werner will auch, dass man die Karten weiterhin persönlich kaufen kann, eine elektronische Sitzplatzreservierung gibt es bei ihm nicht. „Das will ich auch nicht“, bleibt der Peitinger seiner Linie treu.

Auf einen James Bond nicht angewiesen, aber der Eberhofer fehlt

Zwar hat es Georg Werner mit seinem Programmkino etwas leichter, weil er nicht auf Hollywood und einen James Bond angewiesen ist. „Da habe ich eine Nischenfunktion und habe auch immer neue Filme.“ Was ihn aber beispielsweise trifft, ist die eben erfolgte Absage des Starts von „Kaiserschmarrndrama“, der siebte Film der beliebten Krimi-Reihe. Groß angekündigt war dieser für den 13. August. „Der Eberhofer geht mir schwer ab, der ist immer gut gelaufen.“ Der „Leberkäsjunkie“ brachte es in Schongau immerhin auf knapp 1300 Zuschauer. „Somit ist statistisch gesehen jeder 9. Schongauer in diesem Film gewesen“, rechnet es Werner vor, der den Film im Rückblick auf die Tätigkeiten 2019 als „ein bayerisches Phänomen“ bezeichnet.

Das Lagerhauskino habe insgesamt leichte Zuschauerzuwächse verzeichnet. Schwerpunkt blieben deutsche Produktionen im Programm, diese machten fast 52 Prozent aus. So habe man am alten Rekord anschließen können. „Jeder zweite Kinobesuch galt einer deutschen Produktion.“ Ebenso gerne besuchen die Kinobegeisterten die Dokumentarfilme. Die Reihe „Dokumentationen des Monats“ war ein fester Programm-Schwerpunkt. Was ebenfalls gut ankommen ist, waren die vielen Sonderveranstaltungen mit Filmgesprächen. Dem Freundeskreis Asyl öffnete das Lagerhauskino wieder seine Türen und bot einige kostenfreie Nachmittagsvorstellungen an. Auch Schulvorstellungen gibt es im Lagerhauskino, 2019 sehr erfolgreich mit „Der Fall Collini“.

Viele Stammkunden unter dem Publikum

Treu war im Jahr 2019 auch wieder das Schongauer Stammpublikum: „Bestimmt 80 Prozent der Kunden benutzen die Sammelkarte für regelmäßige Kinogeher“, so Werner. Sein Rezept ist einfach: „Gleichbleibende Qualität und Konstanz – das ist der Schwerpunkt des Lagerhauskinos seit Jahren.“ Und soll es auch bleiben. Trailer für einen möglichen Start in Schongau hat Georg Werner bereits gesichtet. Denn bald aufsperren will er ja in jedem Fall. Zum Weiterführen des Spielbetriebs hat er sich nicht zuletzt auch durch die Annahme der Prämie verpflichtet.

Und das könnte Sie auch interessieren:
Georg Werner wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, etwa zu seinem 25-jährigen Jubiläum im Lagerhauskino
Weitere Berichte aus der Region lesen Sie hier

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Fahrradfahrerin (14) bei Zusammenstoß mit Bub (8) schwer verletzt
Fahrradfahrerin (14) bei Zusammenstoß mit Bub (8) schwer verletzt
Der Kreisverkehr auf der B 472 lässt auf sich warten
Der Kreisverkehr auf der B 472 lässt auf sich warten
Nachbarn beschweren sich bei Stadt: Zu hoher Sichtschutz sorgt in Schongau für Ärger
Nachbarn beschweren sich bei Stadt: Zu hoher Sichtschutz sorgt in Schongau für Ärger
Stadt Schongau klagt gegen Emter-Erweiterung
Stadt Schongau klagt gegen Emter-Erweiterung

Kommentare