In Schongau regt sich jede Menge Protest gegen die Pläne in der Nachbargemeinde: Diese Plakate hängen am Abenteuerspielplatz an der Säulingstraße.
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In Schongau regt sich jede Menge Protest gegen die Pläne in der Nachbargemeinde: Diese Plakate hängen am Abenteuerspielplatz an der Säulingstraße.

Protestmarsch

Am Samstag: Aktionsbündnis demonstriert vor Heizkraftwerk in Altenstadt gegen „den Müllofen“

  • Jörg von Rohland
    vonJörg von Rohland
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Die Aktionsgemeinschaft „gegen die Müllverbrennung Altenstadt" lässt nicht locker. Am Samstag wird wieder demonstriert. Diesmal geht es in einem Protestzug von Schongau zum Kraftwerk auf Altenstadter Flur. Dort wird auf einer Wiese demonstriert. Unter anderen spricht der Schongauer Bürgermeister.

  • An dem umstrittenen Gemeinderatsbeschluss in Altenstadt zum Heizkraftwerk ist nicht zu rütteln
  • An dem Protest gegen die Verbrennung von „Ersatzbrennstoffen" ändert das aber nichts
  • An Samstag veranstaltet das Aktionsbündnis einen Demonstrationszug samt Kundgebung vor dem Kraftwerk

Schongau/Altenstadt – An dem knappen Gemeinderatsbeschluss zum Heizkraftwerk in Altenstadt ist nicht zu rütteln: „Das Landratsamt hat den Einspruch zurückgewiesen“, bedauert Hans Schütz, der zusammen mit der Umweltinitiative gegen die Pläne von Kraftwerks-Betreiber Siegfried Schuster Sturm läuft. Wie mehrfach berichtet, will der Unternehmer neben Holz in Zukunft auch sogenannte Ersatzbrennstoffe verfeuern. Die Gemeinde ist einverstanden, im benachbarten Schongau und darüber hinaus ist die Entrüstung dagegen groß. Unter anderem, weil der Westwind die Abluft in die Stadt trägt und die Anlage ohne Kraft-Wärme-Kopplung allen Klimaschutzzielen widerspreche, heißt es.

Für kommenden Samstag, 19. September, lädt die eigens gegründete Aktionsgemeinschaft „gegen die Müllverbrennung Altenstadt“ nun bereits zur zweiten Demonstration gegen das Vorhaben ein. Die erste Demo im August in Schongau West sei eher spontaner Natur gewesen, sagt Schütz. Eigentlich wollte man nur ein Plakat aufhängen. Dennoch kamen 200 Demonstranten, und als Redner protestierte unter anderen Schongaus Rathauschef Falk Sluyterman. Er appellierte an den Anlagenbetreiber, für Transparenz zu sorgen.

600 Teilnehmer sind genehmigt

Sluyterman und andere wollen auch an diesem Samstag wieder protestieren. Als Redner haben sich neben dem Schongauer Bürgermeister und Hans Schütz (für die Umweltinitiative Pfaffenwinkel) Markus Keller (Bund Naturschutz) und die Grünen-Kreisvorsitzende Katharina von Platen angesagt. Mit von der Partie ist außerdem Josef Metzger, Vorsitzender der Bundes-Arbeitsgemeinschaft „Das bessere Müllkonzept.“ Demonstriert wird diesmal auf einer Wiese direkt am Kraftwerksgelände. Dorthin führt zuvor ein Demonstrationszug. 600 Teilnehmer sind genehmigt. Laut Schütz müssen sie wegen Corona Masken tragen und Abstand halten.

Triebstraße wird für den Verkehr gesperrt

Ausgangspunkt ist um 14 Uhr die Wiese beim Kreisverkehr Marktoberdorfer Straße. Nach einer kurzen Begrüßung startet der Demo-Zug in Richtung Heizkraftwerk: Zunächst auf dem Fuß- und Radweg entlang der Bundesstraße 472, anschließend auf der Triebstraße zum Heizkraftwerk. Die Triebstraße wird dafür von der Polizei komplett gesperrt, wissen die Initiatoren.

Umweltinitiative: Wir wollen „den Müllofen" nicht

Wie berichtet, besteht die Aktionsgemeinschaft aus einer bunten Schar von Gruppierungen und Parteien, die mit der Demonstration zeigt, „dass wir diesen Müllofen nicht wollen“, so Schütz. Betreiber Siegfried Schuster verwehrt sich gegen den Begriff „Müll“. Er will an seinem Antrag bei der Regierung festhalten und rechnet damit, die Genehmigung noch heuer zu bekommen.

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