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Auch in Schongau und Peiting soll das Gewerbe wieder boomen.

In Schongau und Peiting

Führungskrise bei Gewerbeverbänden

Schongau/Peiting  - Seit geraumer Zeit dümpelten sowohl der Schongauer wie auch der Peitinger Gewerbeverband vor sich hin, standen ohne Vorstandschaft da. Darunter litten auch die Aktivitäten. Jetzt gibt es zumindest Silberstreife am Horizont: Sowohl für die Lechstadt wie auch für die Marktgemeinde haben sich Interessenten gefunden, die als Motoren wirken wollen.

Für die Lechstadt sieht die Situation momentan sogar noch rosiger aus als für die Nachbargemeinde Peiting. Lastete die Verantwortung in Schongau in den vergangenen Monaten weitgehend auf dem Rücken von Raiffeisenbank-Chef Mario Lindauer, der den etatmäßigen Vorsitzenden Robert Seitz quasi überall vertrat, hat sich inzwischen ein neuer Mann gefunden, der an vorderster Front tätig sein will. Dabei handelt es sich um den selbständigen Unternehmer Harald Dinter (siehe Kasten).

Seitz, der mit seinen Geschäften in jüngster Vergangenheit gewaltig expandierte, hatte schon länger keine Zeit mehr, die Aktivitäten eines Vorsitzenden auszuüben und zog im November bei einer Mitgliederversammlung die Reißleine. Der einzig logische Schluss, nachdem er immerhin 15 Jahre dem Verband vorgestanden hatte, um den es in den vergangenen Jahren allerdings sehr ruhig geworden war. Ihm gleich taten es Stellvertreter Hermann Gleich sowie Schriftführerin Kerstin König-Hoffmann. Als sich auch noch Benjamin Vogl wegen eines Umzugs verabschiedete, blieb nur noch Kassier Lindauer übrig.

Lindauer ist es auch, der in der jüngeren Vergangenheit oft als Einzelkämpfer an der Gewerbe-Front wirkte. Entsprechend froh ist er, mit Dinter einen Mitstreiter gefunden zu haben. „Offenbar war es für das einzelne Mitglied nicht so erlebbar, dass wir auch etwas erreicht haben“, sagt er und erklärt sich damit die geringe Resonanz bei der Postenbesetzung. „Es findet sich kaum jemand, der Bereitschaft signalisiert, und mir fehlt berufsbedingt ganz einfach auch die Zeit, jemanden zu aquirieren.“ Gleichwohl ist Lindauer wichtig, „dass wir den Ortsverband unbedingt aufrechterhalten“. Das gehe nur mit Aktionen.

Dabei geht es ihm auch um das Budget in Höhe von 2500 bis 3000 Euro, das man vom Bund der Selbständigen aus München erhalte. „Wenn wir keine Aktionen machen, verfällt das Geld und geht unserer Region verloren.“

In der Nachbargemeinde Peiting sieht es derzeit schlechter aus. Roman Bauer, der sich über einen längeren Zeitraum als Lichtgestalt und großer Motor des Peitinger Gewerbes gezeigt hatte, hat aufgehört – und mit ihm der gesamte Vorstand. Bauer war es, der in der jüngeren Vergangenheit durch gute Ideen und Aktionen für eine enorme Belebung des Gewerbes in der Marktgemeinde gesorgt hatte, doch stieß auch er infolge beruflicher Belastung zeitlich an Grenzen.

Bürgermeister Michael Asam bedauert diese Entwicklung außerordentlich. „Wir wissen, was wir ihm zu verdanken haben und haben auch schon Anstrengungen unternommen, den Verband wieder zu aktivieren. Doch leider hat niemand Hier geschrien.“ Wenigstens habe man sich darauf einigen können, dass Vize-Bürgermeister Franz Seidel die Belange vorübergehend federführend in die Hand nimmt. Und der habe sich mittlerweile auch bereits „recht gut in die Belange eingearbeitet“. Im Februar – der genaue Termin ist derzeit noch offen – soll deshalb eine Sitzung stattfinden, bei der auch ein Vertreter des Dachverbands mit von der Partie sein wird „und bei der wir die Planungen konkret in die Hand nehmen und mögliche Aktionen ansprechen wollen, um einen Weg zu finden, wie es weiterlaufen kann“, sagt er. Ob sich dann Interessenten für eine neue Vorstandschaft finden, steht allerdings noch in den viel zitierten Sternen.

Asam zeigt sich optimistisch: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass wir wieder ein tragfähiges Konstrukt zusammenbringen. Es kann doch nicht sein, dass wir niemanden haben, der unser Gewerbe nach außen hin vertritt.“

Stephan Penning

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