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Salznachfüllen im Schneegestöber: Schongaus Bauhofleiter Bernd Liebermann (li.) und Helmut Pawlitschko.

Winterdienst im Dauereinsatz

Hoffnung auf Entspannung

Schongau/Peiting – Auf Grund der anhaltenden Schneefälle sind die Räumfahrzeuge der Straßenmeisterei Peiting und des Bauhofes Schongau seit gut einer Woche im Dauereinsatz. Laut Wetterbericht entspannt sich die Lage in den kommenenden Tagen etwas. Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

„Circa 60 Tonnen Salz haben wir bisher ausgebracht“, erklärt Bernd Liebermann, Bauhofleiter in Schongau, während im Hintergrund ein Räum- und Streufahrzeug beladen wird. Durch das intensive Streuen gingen die gelagerten Reserven zur Neige – auf die Schnelle musste am Montagabend Ersatz her. Jetzt fassen die Speicher in der Burggener Straße wieder gut 50 Tonnen des Streugutes. Das sollte eine Zeit vorhalten, meint der Bauhofleiter mit Blick auf die Wetteraussichten.

28 Mitarbeiter räumen in Schongau mit Unimogs, kleineren Räumfahrzeugen, aber auch per Schaufel die Hauptstraßen, Nebenwege in Wohngebieten und die Gehwege vor angrenzenden städtischen Grundstücken. „In vereinzelten Fällen übernehmen wir das auch vor Privatgrundstücken, aber das bieten wir nur an, wenn die sich zwischen Abschnitten befinden, die wir sowieso räumen“, klärt Liebermann auf. Denn ansonsten sind die Hausbesitzer selbst dafür verantwortlich, dass die Gehwege nutzbar sind.

So unterschiedlich räumen Schongauer Hausbesitzer die Gehsteige: Hier kommt offenbar reichlich Salz zum Einsatz.

Das Hauptaugenmerk des Winderdienstes liegt natürlich auf den Hauptverkehrswegen und den Straßenabschnitten mit Gefälle, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass Lastkraftwagen liegen bleiben und den Verkehr zum Stillstand bringen.

Damit aber auch der übrige Winterdienst reibungslos abläuft, braucht es eine gut abgestimmte Einteilung: „In der Regel geht es um 5 Uhr los. Ein paar fangen aber auch später an und arbeiten dann bis in die Nacht hinein, je nach momentaner Wetterlage.“ Schichtdienst light sozusagen, erklärt Bauhofleiter Liebermann. Sein versöhnliches Fazit: „Die Mitarbeiter waren sicher stark beansprucht – aber noch nicht überbeansprucht.“

Voll ausgelastet war auch die Straßenmeisterei Peiting, die für Bundes- und Staatsstraßen zuständig ist. Und das schon seit eineinhalb bis zwei Wochen: „Wenn’s schneit, sind wir ab halb drei in der Früh unterwegs, eigentlich immer bis mindestens 22 Uhr, oft auch länger“ – das komme jeweils auf die Wetterlage an, bilanziert Claudia Immisch Straßenmeisterin der Straßenmeisterei Peiting. Insgesamt sind acht große Räum- und Streufahrzeuge für die Straßenmeisterei im Einsatz, vier eigene und vier von Unternehmern. Bewegt werden diese von 16 Mitarbeitern, aufgeteilt auf zwei Schichten.

Der Gehweg ist nur unter der Schneedecke zu erahnen. In der Regel sind die Hausbesitzer selbst verantwortlich, dass der Gehweg geräumt ist.

„1000 Tonnen Salz haben wir bisher gestreut“, erläutert die Straßenmeisterin und führt weiter aus, dass in besonderem Maße Rücksicht auf die Buslinien genommen wird: „Da werden die Routen so angepasst, dass auf diesen Strecken öfter ein Fahrzeug vorbeischaut, wenn es die Witterungsverhältnisse erfordern.“ Heikle Stellen seien die Straße von Rottenbuch nach Böbing, das Gebiet um den Auerberg und rund um den Hohen Peißenberg. „Aber auch wir können leider nicht überall gleichzeitig sein“, weiß Claudia Immisch.

Dreimal fielen Räumlastwagen wegen kleiner Defekte aus, das verschärft die Situation auf den Straßen bei ergiebigem Schneefall natürlich. Doch mit vereinten Kräften konnten die Winterdienstler auch diese Herausforderungen meistern. „In den nächsten Tagen soll sich die Lage ja entspannen, vielleicht können wir alle den Schnee dann ein wenig genießen“, hofft Immisch.

Franziskus Reich

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