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Dieser Entwurf vom Oktober gilt weitgehend unverändert – nur wurde der Pflegeheim-Bau (dunkel) mittlerweile um ein Stockwerk verkleinert. Auch ist der vierstöckige Bereich im Westen, also im Bild auf der linken Seite zu den Häusern, noch zu groß. Rechts vom neuen Heim ist rot markiert der Standort des bestehenden Heims, der große gelbe Bereich ist das Krankenhaus, der einzelne Bau links hinten das Schwesternwohnheim. grafik: architekt reimann

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Pflegeheim-Neubau: Investor muss umplanen

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Schongau – Der Pflegeheim-Neubau neben dem Krankenhaus ist wieder ein Stück weiter. Allerdings wurde der Investor, der Grünwalder Bauträger WOB, im Bauausschuss erneut etwas eingebremst und darf nicht so bauen, wie er es gerne möchte.

Im Oktober überraschte der Investor mit seiner Wunschplanung, die auch Plätze für betreutes Wohnen vorsah. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt, zumal das neue Pflegeheim damit auch zu hoch werden würde. Fünf Stockwerke waren den Stadträten zu viel, vier sollten das Maximum sein – so wurde es einstimmig beschlossen. Dafür wurde dem Investor zugestanden, das Baufenster bis ganz in den Westen auszunutzen, was vielen Stadträten gar nicht recht war – sie hätten das neue Heim lieber eng am Krankenhaus gesehen, wo das bisherige Pflegeheim steht. Doch aus praktischen Gründen ist es für die WOB einfacher, das neue Heim erst zu bauen und danach das alte abzureißen.

In der Sitzung ging es turbulent zu

Als es am Dienstagabend im Bauausschuss um die eingegangenen Bedenken zum Bebauungsplan ging, wurde es aber turbulent. Stephan Hild (UWV) forderte sogar, den ganzen Tagesordnungspunkt zu vertagen, weil falsche Unterlagen vorlagen. Hintergrund: Architekt Frank Reimann, der das Verfahren betreut, hatte in der Zeitnot, weil viele Informationen spät eingingen, eine falsche Karte in der Sitzungsvorlage für die Stadträte eingefügt. Da war zwar nur ein Detail anders, aber das war entscheidend: Es beschränkt den vierstöckigen Bereich um einiges weniger als in dem korrekten Plan, der im Westen nur Dreistöckigkeit vorsieht. Es dauerte einige Zeit, bis Reimann, Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) und Bauamts-Mitarbeiter Michael Wölfle die Sachlage aufklären und Hild beruhigen konnten.

Dass Missverständnis war auch deshalb schwer erkennbar, weil der Investor sich um die Vorgaben im Bebauungsplan nicht gekümmert hat: Er hat die Planung vom Oktober im Wesentlichen nur um ein Stockwerk eingedampft und blieb im Westen ein Stockwerk über dem Erlaubten. „Wir wollen aber eine Abstufung zu den anderen Häusern im Westen“, so Reimann. Das sei ansonsten so ein massiver Kasten, dem könne man nicht folgen.

Buresch findet alles „einfach schrecklich“

Paul Huber (CSU) sah es lockerer. „Ich hätte kein Problem, das zusätzliche Stockwerk zuzulassen.“ Doch für Illona Böse (SPD) kam das nicht in Frage, auch Bettina Buresch (ALS) fand den „riesigen Riegel“ störend fürs Stadtbild. Selbst Hild waren vier Stockwerke bis zur Baugrenze zu viel, er schlug einen Kompromiss mit einer Teil-Vierstöckigkeit vor, wo eigentlich nur drei Etagen erlaubt sind. Das wurde schließlich mit 6:3 Stimmen genehmigt.

Die übrigen Einwendungen verliefen – meist – problemloser. Da ging es um den Wendeplatzdurchmesser, den sich die Kreisbrandinspektion größer wünschen würde, und die Löschwasserversorgung, die vorgehalten werden muss. Immer gab es bei den einzelnen Abstimmungen zwei Gegenstimmen der ALS, weil Buresch das ganze Gebäude dort „einfach nur schrecklich“ findet und sie sich um das Biotop Siechenhalde sorgt – sie führte sogar seltene Schmetterlinge ins Feld. Als es um die Abstimmungen zu Natur- und Landschaftsschutz ging, fiel die Zustimmung mit 5:4 nur hauchdünn aus, weil auch die SPD Bauchschmerzen hatte. Bei der Suche nach Ausgleichsflächen sei der Investor übrigens noch auf der Suche, teilte Reimann mit.

Einen ganz anderen Aspekt führte Sluyterman ins Feld, als es um die Belastung durch die Bahnlinie ging. „Was ist, wenn der politische gewollte Zug-Halt am Krankenhaus kommt?“, wollte er wissen. „Es wäre fatal, wenn der wegen des Pflegeheims nicht kommen würde.“ Da konnte Reimann beruhigen: Weil das Krankenhaus dazwischen und viel näher liege, wäre es eher dort kritisch. Auch der Landeplatz für den Rettungshubschrauber sei kein Hindernis.

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