Schongau mit Punktlandung bei Planung im Äußeren Westen

Schongau - Gerade noch rechtzeitig hat die Stadt Schongau das Verfahren für die Bauplanung auf der ehemaligen Deponie im Äußeren Westen abgeschlossen.

Genau eine Woche zuvor war der Bauantrag der Firma Hirschvogel im Bauausschuss genehmigt worden. Wie berichtet, will das Unternehmen eine neue Halle bauen - und zwar an der Stelle, an der jetzt noch Parkplätze stehen. Deshalb war es elementar, dass die Stadt nebenan auf dem Gelände der ehemaligen Deponie rechtzeitig mit der Planung für die neu zu bauenden Hirschvogel-Parkplätze fertig wird. Sonst hätte Hirschvogel die Halle nicht bauen können. „Es ging Schlag auf Schlag, viele Beschlüsse wurden gefasst und Untersuchungen in Auftrag gegeben“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. „Aber wir haben alles geschafft, die Firma Hirschvogel kann loslegen.“

Der wasserrechtliche Bescheid, eine der größten Hürden, trudelte just am Tag der Sitzung ein. „Es gibt nur einen kleinen Wermutstropfen: Wir hatten dafür 150 000 Euro eingeplant, jetzt sind es 202 000 geworden.“ Denn man müsse am geplanten Speicherteich, in dem sich das Oberflächenwassser sammelt, das nicht in die Deponie versickern darf, noch eine angrenzende Wand zur Deponie bauen. Und der Aushub dieses Speicherteichs muss, obwohl ganz am Rand des Geländes gelegen und vermutlich nicht mehr kontaminiert, beprobt und notfalls speziell entsorgt werden. „Es ist trotzdem toll, dass wir es geschafft haben, dieses komplizierte Gelände zu aktivieren“, sagte Knecht. So müsse beispielsweise gewährleistet sein, dass der Speicherteich auch im Winter frostfrei bleibt. Und schon beim Bau der Parkplätze müsse die Versickerung gewährleistet sein.

Dementsprechend eng ist auch der weitere Zeitplan für den Entwässerungs-Bau: Am 11. August soll Auftragsvergabe sein, bereits am 29. August soll die Firma loslegen und am 24. Oktober fertig sein. Hirschvogel fängt mit den Parkplätzen bereits einige Tage früher an, am 25. August. „Die wollen Ende November damit fertig sein“, sagte Knecht. „Wir sind top in der Zeit.“

Ein öffentliches Lob im Stadtrat bekamen Knecht und seine Mitarbeiter dafür vom Chef, Bürgermeister Falk Sluyterman. „Ich bin beeindruckt über das Tempo, so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte er - und bekanntermaßen hat er lange in Behörden gearbeitet, zuletzt im Bundesverkehrsministerium. „Das ist ein Zeichen, dass die Betriebe sich auf die Verwaltung verlassen können.“

So sah es auch Friedrich Zeller (SPD). „Da musste man schon hohe Kunst anwenden, um diese alte Deponie in den Griff zu bekommen und für eine gewerbliche Nutzung nutzbar zu machen.“ Auch unter diesem Zeitdruck und bei dieser hochkomplexen Materie „kann ich mir vorstellen, wie schwer das war. Deshalb bin ich froh, dass ich nur die Hand heben muss.“ Das machten ihm alle anderen Stadträte nach - der Beschluss fiel einstimmig.

Boris Forstner

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